Von der Zukunft des regionalen Bankgeschäfts

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Jahresgespräch des "Arbeitskreises Schule-Wirtschaft" in der Sparkasse Fulda.

Fulda. Aktuelle Herausforderungen des Finanzmarktes, die Folgen der Niedrigzinsphase und die Bankfiliale der Zukunft: Über diese und weitere Themen informierte Alois Früchtl anlässlich des Jahresgesprächs des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft. In der Filiale am Buttermarkt präsentierte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Fulda den rund 100 Gästen zahlreiche Zahlen, Daten und Fakten über das regionale Kreditinstitut. "Wir sind ein Spiegelbild unserer Region", sagte Früchtl in Hinblick auf den Anteil gewerblicher Kunden, der mit 60 Prozent im Vergleich zu anderen Regionalbanken deutlich über dem Durchschnitt liege.

Als eine der zentralen aktuellen Herausforderungen stellte der 59-Jährige das anhaltend niedrige Zinsniveau heraus: "Das Zinsgeschäft ist unser Hauptertragsbringer. Doch die Spanne zwischen Zinsaufwand und -ertrag hat sich in den zurückliegenden 20 Jahren halbiert und es lässt sich kein Ende dieser Entwicklung absehen."Wie das Bankgeschäft von morgen aussehen kann, wurde dem Publikum anhand eines dreiminütigen Films präsentiert: Darin gehörten etwa Online-Beratungsangebote, Terminplanungen über eine persönliche App und multifunktionale Tische mit Touch-Funktion zum Alltag des Sparkassenkunden. "Diese neue Welt ist nicht mehr fern", prophezeite der Sparkassen-Vorsitzende. Die Vorsitzende des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, Angelika Bott-Werner, beobachtete den Trend zum Online-Banking mit Skepsis: "Ich denke, dass eine kompetente Beratung nur im persönlichen Gespräch und mit seriös ausgebildetem Personal möglich ist." Zustimmung von Alois Früchtl: "Wir müssen das Online-Banking sinnvoll mit der persönlichen Beratung vor Ort verknüpfen." Nur so könne eine Balance zwischen Kundennähe und wirtschaftlicher Stabilität erreicht werden.

In einer Podiumsdiskussion, die von Manfred Baumann, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Osthessen, moderiert wurde, stellten sich Alois Früchtl und Hubert Röbig, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der VR Genossenschaftsbank Fulda, vielfältigen Fragen – etwa zu den Folgen der Niedrigzinsphase oder zu hohen Dispogebühren. Dabei herrschte zwischen den Gesprächspartnern in allen Fragen Einigkeit: "Die  Aussagen von Herrn Früchtl lassen sich eins zu eins auf unser Haus übertragen", sagte Röbig. Abschließend betonten beide Finanzexperten unisono: "Wir sind für die Zukunft gut gerüstet."

In ihrer Ansprache ließ Angelika Bott-Werner die zurückliegenden Fortbildungsveranstaltungen des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Revue passieren – dazu zählten Betriebserkundungen in der Papierfabrik Jass und der Bäckerei Happ sowie ein Besuch in der Volkshochschule des Landkreises Fulda und eine Informationsveranstaltung zum Thema "Inklusion" in der Gebrüder-Grimm-Schule: "In diesen Veranstaltungen wurde uns stets mit großem Einsatz ein Blick hinter die Kulissen geboten." Manfred Baumann betonte, dass der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft mit seinen vielfältigen Weiterbildungen die Wirtschaftskompetenz von Pädagogen stärke und einen wichtigen Beitrag für die Berufsvorbereitung an den Schulen leiste. Zudem gab der Jurist eine erste Vorausschau auf die Arbeitskreis-Aktivitäten des kommenden Jahres. Geplant seien Besuche bei tegut…, der Agentur für Arbeit und der Stadt Fulda.

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