R & S-Group Fulda weiter auf Wachstumskurs

"R&S"-Vorstandsvorsitzender Markus Röhner (links) dankt Mehmet Scholl. 

"R & S-Group" Fulda weiter auf Wachstumskurs

Fulda - Am Dienstag- und Mittwochabend war Mehmet Scholl noch für die ARD als Co-Kommentator der beiden Halbfinalbegegnungen im DFB-Pokal im Einsatz, am Donnerstagabend stand der frühere Nationalspieler auf der Bühne des Lüderhauses in Großenlüder. In guter Tradition hatte die Fuldaer "R & S"-Group einen Fußballfachmann zu ihrem inzwischen sechsten "Zukunftsforum" eingeladen, um Parallelen zu ziehen zwischen Wirtschaft und Sport. 

Doch bevor Scholl mit launigen Worten sein Ideal des Trainers beschrieb, ein Modell, das man gut auch auf Unternehmen übertragen könne, skizzierte "R & ""-Vorstandsvorsitzender Markus Röhner das Geschäftsjahr der Gruppe, "die immer noch ein Familienunternehmen ist und auch bleiben wird“. Am 12. April 2018 werde das 30-jährige Bestehen gefeiert, „und dann will ich zum letzten Mal hier oben vor Ihnen stehen“. Es sei dann an der Zeit, die Geschicke in jüngere Hände zu legen, wie in die von Ralph Burkhardt, der seit Neuestem  zum Vorstand gehört. „Und der, wenn er nicht alles falsch macht, meine Nachfolge antreten soll“, so Röhner.

Der zum Abschluss seiner über einstündigen Ausführungen noch mit einer weiteren Neuigkeit aufwartete: am 31. März 2017 hat er seine langjährige Lebenspartnerin Susanne Hahn geheiratet. Weil man beschlossen hatte, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen um Spenden gebeten habe, konnten beide einen (aufgerundeten) Scheck über 7000 Euro an Professor Dr. Reinald Repp von der Fuldaer Kinderklinik übergeben. Das Geld soll, so Repp, zum Aufbau eines Nachsorgeprojekts bei Frühgeburten oder chronisch kranken Kindern verwendet werden.

Die „R & S“-Unternehmensgruppe hat derzeit rund 3600 Mitarbeiter und 390 Ausbildende. Die Bekämpfung des drohenden Facharbeitermangels habe man sich besonders auf die Fahnen geschrieben, formulierte Röhner, der stellvertretend für die gesamte Belegschaft seinen Vorstandskollegen und langjährigen Weggefährten Susanne Röhner, Matthias Heck, Peter Süss und Armin Alt sowie Aufsichtsratsvorsitzendem Rainer Bauer dankte. Ausführlich skizzierte der Vorstandschef die vielfältigen Tätigkeitsfelder der Unternehmensgruppe, „die in allen Bereichen auf Wachstumskurs ist“. Die Expansionspläne sollen auch in den kommenden Jahren zügig und effizient umgesetzt werden. Mit dieser Aufgabe wurde der bereits erwähnte Ralph Burkhardt betraut, ehemals Geschäftsführer und COO der „7S Group GmbH“, zu der auch „Edwork“ gehörte.

Während seiner Ausführungen ging Röhner auch auf die Bilanzzahlen 2016 ein: Das so genannte „EBITDA“, der Gewinn vor Steuern, lag bei 6,5 Prozent und erhöhte sich damit von 20,8 Millionen Euro in 2015 auf 22,2 Millionen Euro. Nach der erreichten Gesamtleistung von 404,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr lautet das Ziel für 2017 laut dem Vorstandsvorsitzenden: 443 Millionen Euro. 2019 soll dann die 500 Millionen Euro-Marke ins Auge gefasst werden. „Unsere Auftragsbücher sind voll, wir schieben Aufträge in Höhe von 200 Millionen Euro vor uns her“, so Röhner.

Weitere Themen seiner Präsentation waren unter anderem die neuen "R & S"-Standorte in ganz Deutschland sowie neue Leistungen und Projekte in den Bereichen Gebäudetechnik Elektro, Elektrotechnik im Schiffbau, Energie- und Steuerungstechnik, Gebäudetechnik HKLS, Industriedienstleistungen, Personalservice und Handel. "Wir verfolgen eine Strategie des organischen Wachstums", betonte der Vorstandschef, der von 16 Unternehmen sprach, die man seit 2001 zugekauft habe. "Und alle sind größer als vorher und bestehen heute noch", unterstrich Röhner, der zudem das soziale Engagement der Unternehmensgruppe gerade auch für Flüchtlinge skizzierte. 

Mehmet Scholl, der nach seiner aktiven Zeit Trainererfahrungen unter anderem bei der zweiten Mannschaft seines "Stammvereins" Bayern München gesammelt hatte, verquickte gekonnt sachliche Information mit fußballerischen Anekdoten, die natürlich auch bei der anschließenden Fragerunde zur Sprache kamen. Die Herzen seiner Zuhörer gewann er gleich zum Einstieg mit dem Satz, dass nur zwei Dinge ihm Angst bereiteten: "Krieg und Olli Kahn".  

Im Folgenden legte er seine Analyse dar, wie eine Mannschaft - und ein Unternehmen - erfolgreich sein könne: Die Spieler (und Mitarbeiter) müssten sich wohlfühlen, um 100 Prozent zu bringen. Wichtig sei auch eine Struktur, denn jedes Team habe  verschiedene Spielertypen: die Kreativen, die Führungsspieler und die Jungs, die froh seien, dabei zu sein: „Jeder Spieler muss sich in seiner Rolle wohlfühlen. Passt die Rolle zu dem Spieler, dann kann er als Führungsspieler Verantwortung übernehmen. Die Mannschaft muss eine Struktur aufweisen können.“  Von der Basis des  Fußballspiels, von Technik, Kraft und Physis, sei heute fast nichts mehr zu erkennen. Viel zu sehr Wert werde auf Taktik gelegt, was insbesondere die so genannten "Laptop-Trainer" auszeichne, die bei Scholl überhaupt nicht gut wegkamen.

Der ehemalige Nationalspieler bezog sein Publikum stets mit ein und urteilte beispielsweise auf der Frage nach "Eintracht Frankfurt" über deren Coach Niko Kovac: "Er respektiert seine Spieler, die dann natürlich Bock haben, Leistung zu bringen. Und schon ist der Erfolg da".  

Mehmet Scholl zu Gast beim R+S-Forum in Fulda

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