Gründerfamilie will den Hünfelder "Aha Excelsior" zu neuer Blüte  führen 

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Michael und Markus Aha stellen ihre Ziele vor: Tradition, Qualität, Regionalität und Authentizität 

Hünfeld - Die Örtlichkeit war wohl gewählt und hätte treffender nicht sein können: In der "F.C. Aha Gastro" am Niedertor in Hünfeld fand bei starkem medialen Interesse eine Pressekonferenz statt, die eine Rückkehr zu den Wurzeln bedeutet: Die Gründerfamilie hat "Aha Excelsior" übernommen und will den traditionsreichen Kräuterlikör zu neuer Blüte führen. 

Inhaber Michael und Markus Aha standen dabei  den Journalisten ebenso Rede und Antwort wie Bürgermeister Stefan Schwenk, Tobias Wiedelbach, der Geschäftsführer der Schlitzer Destillerie, sowie Wendelin Priller, Elmar Zuspann und Matthias Heurich, die der Familie Aha auf freundschaftlicher Ebene und beratend verbunden sind. Durch die Veranstaltung, die durch Videos aufgelockert wurde, führte Sonja Hess.

Die Geschichte des Kräuterlikörs „Aha Excelsior“ reicht über 400 Jahre zurück und ist untrennbar mit der Stadt Hünfeld und dem Gründer Franz Carl Aha verbunden. Jetzt übernehmen Michael und Markus Aha, direkte Nachfahren der Familie, die Produktion und den Vertrieb der Traditionsmarke. Mit modernem Marketing soll auch bei der jungen Zielgruppe an glanzvolle Zeiten angeknüpft werden.

Bereits im 17. Jahrhundert entwickelten Franziskanermönche vom Fuldaer Kloster Frauenberg das Rezept, das aus einer Mischung aus zahlreichen Kräutern, Beeren und Früchten besteht. Der Gewürzhändler Franz Carl Aha erwarb die Rezeptur im Jahre 1843. Daraus entstand der „Aha Excelsior“, der in über hundert Jahren zum Kultgetränk in der Region und weit darüber hinaus wurde. Der „Aha Excelsior“, der einen Alkoholgehalt von 38 Prozent  aufweist, wird aus natürlichen Zutaten und hochwertigem Destillat hergestellt, aufwändig mazeriert und reift im Eichenfass. 

1991 musste das Unternehmen F. C. Aha mangels eines Nachfolgers aufgegeben werden. Zunächst übernahm der Landesbetrieb "Schlitzer Korn- und Edelobstbrennerei" das Unternehmen. Als dieses jedoch privatisiert werden sollte, stiegen die Stadt Schlitz und die Stadt Hünfeld ein. Die Stadt Hünfeld erwarb dabei die Rezeptur, den Firmenmantel, die Markenrechte und auch die Vertriebsrechte, um das traditionsreiche Getränk zu erhalten und beauftragte die Schlitzer Destillerie mit der Herstellung.

Am 1. Januar 2019 kauften Michael und Markus Aha die "Aha-Likör Gesellschaft mbH" von der Stadt Hünfeld zurück. "Der Aha-Excelsior hat bei uns immer eine große Rolle gespielt. Diese Familientradition wurde nie aufgegeben. Auch wenn wir unsere eigenen Wege gegangen sind, haben wir die Entwicklung 'unseres' Aha mitverfolgt. Die Strahlkraft der Marke hat im Vergleich zu ihren Glanzzeiten deutlich nachgelassen", so Michael Aha.

Der 72-Jährige weiter: "Wir haben deshalb vor zwei Jahren Hünfelds Bürgermeister Schwenk kontaktiert und angefragt, ob wir behilflich sein können. Das Angebot wurde wohlwollend angenommen", so der ehemalige Manager internationaler IT-Konzerne, der als Geschäftsführer fungiert. Auch Bürgermeister  Schwenk ist zufrieden: „Dass die Familie wieder die Verantwortung für den ,Aha' übernimmt, der ja eine herausragende Rolle in unserer Stadtgeschichte spielt, ist eine gute Nachricht für Hünfeld. Neuer Fokus und frische Ideen werden dem Hünfelder ,Aha' neuen Aufschwung geben und damit auch das Renommee der Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld weitertransportieren".

Als "Beschlussbeschleuniger" im Deutschen Reichstag sowie Leib- und Magengetränk des Computerpioniers Konrad Zuse konnte der "Aha Excelsior" in Spitzenzeiten einen Absatz von 40.000 Flaschen pro Woche generieren. Diese Größenordnungen werden heute nicht erreicht, dienen aber als Ziel für die Familie, "Der Umsatz ist steigerungsfähig, weil es ein ausgezeichnetes Premium-Produkt ist, dessen Qualität erst 2019 durch eine ,DLG-Goldmedaille' prämiert wurde“, sagt Sohn Markus Aha, Inhaber einer Werbefilmagentur in Berlin, der sich um Vertrieb und Marketing kümmert. 

Der "Excelsior" wird jetzt einer „Verjüngungskur“ unterzogen, die gleichzeitig an die alten Werte der Marke anknüpft und eine anspruchsvolle Zielgruppe anspricht. Dazu werden neue Flaschen und Labels präsentiert sowie moderne Marketingstrategien mit Bewegtbildkommunikation vorgestellt. So wurden eine neue Marke und ein neues Design geschaffen, nachdem gut 200 Entwürfe geprüft worden waren. „Wir sind davon überzeugt, dass der ,Aha Excelsior' auch bundesweit wieder ganz vorne mitspielen kann – in gut sortierten Getränkefachmärkten, gehobener Gastronomie und exklusiven Bars. Dafür braucht es aber eine bessere Vermarktung. Die Original-Mönchs-Rezeptur dagegen bleibt selbstverständlich dieselbe."

Die Produktion findet weiterhin in der Schlitzer Destillerie statt, deren Kapazitäten auch für einen deutlichen Absatzaufschwung ausreichen. Tobias Wiedelbach, Geschäftsführer der Destillerie, meint dazu: „Wir schauen zuversichtlich auf die Entwicklung der Marke. Für viele in der Region ist der „Aha“ mehr, als nur ein Kräuterlikör. Er ist fester Bestandteil im Haushalt vieler Familien. Auch ich bin damit aufgewachsen!“ 

Michael Ahas Wunsch: "Qualität, Regionalität, Authentizität. Dafür steht ,Aha Excelsior'. Ich möchte, dass er künftig in jedem deutschen Haushalt zu finden ist".

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