Zwei Rennsport-Welten

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Nürburgring. Am vergangenen Wochenende gastierte bereits zum dritten Mal die „Blancpain-Endurance-Series“ in der Eifel.

Nürburgring. Am vergangenen Wochenende gastierte bereits zum dritten Mal die "Blancpain-Endurance-Series" auf dem legendären Nürburgring in der Eifel. In diesem Jahr konnte für die fünfte Runde der spannenden GT-Rennsportserie das US-amerikanische Unternehmen "iRacing.com" als Sponsor gewonnen werden, das zugleich auch Namensgeber der diesjährigen Veranstaltung war. Bei der "iRacing.com Nürburgring 1000" hatten Besucher die Möglichkeit, ein exklusives Starterfeld namhafter Rennsportler in wahren Traum-(renn)wagen bei typischem "Eifel-Wetter" zu bewundern. Neben den italienischen GT-Rennboliden der Marken Ferrari und Lamborghini traten auch Fahrzeuge von Porsche, Aston Martin, BMW sowie Exoten aus dem Hause Bentley an, um den fünften Lauf zur "Blancpain-Endurance-Series" zu gewinnen.

Das in diesem Jahr der amerikanische Rennsport- Simulationsentwickler "iRacing.com" als Sponsor auftrat war kein Zufall. Dadurch ergab sich eine sinnvolle Verbindung zwischen realem Motorsport und virtuellem Rennsport. "iRacing" ist weltweit die bestbewertete Rennsport-Simulation und mit über 50.000 aktiven Mitgliedern zugleich die größte und auch spielerisch anspruchsvollste Sim-Software. Parallel zur "Blancpain-Rennsport-Series", die auf dem legendären GP-Kurs des Nürburgrings ausgetragen wurde, startete eine brandneue und sehr ambitionierte Rennspiel-Messe im "Ring Boulevard" des Nürburgrings. Veranstalter und Ideengeber war der ADAC Mittelrhein e.V. in Person des Rennfahrers Marc Hennerici, der den Resort "Sport und Events" leitet. Gemeinsam mit der Agentur "norman²", deren Inhaber Norman Simon ebenfalls bekannter Rennsportfahrer war, plante und organisierte Hennerici eine Veranstaltungs-Kombination, wie es sie in dieser Form noch nicht gegeben hat und die rückblickend eine geniale Mischung aus realer Racing-Action und virtuellem Motorsport, gebündelt an einem Ort, ermöglichte.

Eine Vielzahl namhafter Aussteller zeigte in den weitläufigen Hallen des Nürburgring-Boulevards Neuheiten, Trends, exotische und fantastische neue Hardware-Entwicklungen. Ganz besonderer Beliebtheit erfreuten sich die hochwertigen Rennsportsimulatoren, die für Jedermann zugänglich waren. Und so war es nicht verwunderlich, dass neben dem meist männlichen Zielpublikum sehr viele weibliche Simracing-Interessierte den Weg zur Messe gefunden hatten, die übrigens ohne Eintrittsgeld besucht werden konnte. Die von den Austellern gezeigten Produkte reichten vom Einstiegslenkrad über das Konsolen-Rennspiel auf der "Playstation 4" bis hin zu komplexen und über 40.000 Euro teuren Hydraulik-Simulatoren am PC. Für jeden Geschmack wurde etwas geboten. Gaming-Einsteiger und Rennsim-Profis hatten viel zu sehen, zu testen und miteinander zu besprechen. Sogar Fans von ferngesteuerten RC-Motorsport-Boliden im kleinen Maßstab kamen auf ihre Kosten. Auf mehreren hundert Quadratmetern wurden mit speziellen Materialien Strecken zum Austragen von RC-Rennen in tagelanger Arbeit aufgebaut und boten ein tolles Ambiente für begeisterungswürdigen Sport ferngesteuerter Automodelle.

Kernstück der ersten "SimRacingExpo" war neben der Kombination aus virtueller und realer Rennsport-Welt die Austragung und Verleihung der ersten offiziellen "ADAC Simracing Trophy". Dieser Wettbewerb war zugleich eines der Messehighlights und veranschaulichte mit Nachdruck, wie nahe der virtuelle Rennsport am realen Vorbild ist.

Zusammen mit der "RaceRoom Entertainment AG" wurden 24 Rennsimulatoren mit der neuesten "RaceRoom-Software" für den bis dato in dieser Form größten und professionellsten virtuellen Wettbewerb mit GT-Fahrzeugen auf dem GP-Kurs des Nürburgrings ausgestattet. Im Vorfeld hatten bereits über 2.600 Personen bei Online-Ausscheidungs-Rennen teilgenommen. Hiervon qualifizierten sich letztlich 36 Fahrer aus dem Online-Slot und traten gegen 36 Community-Teilnehmer sowie 24 vor-Ort-Qualifikanten an. Das Besondere war aber die Teilnahme namhafter "echter" Rennsportler wie Christopher Mies ("Blancpain Endurance Champion 2012") oder Laurens Vanthoor ("Audi" Werksfahrer). Einmal gegen echte Rennfahrer anzutreten und eventuell sogar gegen diese zu gewinnen war für viele "Simracer" ein wahrgewordener Traum.

Die Nähe zur Realität und das damit verbundene Flair einer echten Rennsport-Übertragung war dem Veranstalter besonders wichtig, denn neben online Live-Streams der Rennen wurde das spannende Geschehen auf riesigen Video-Wänden mit begleitenden Kommentaren und Interviews zweier professioneller Moderatoren untermauert und bot ein echtes "TV-Mittendrin-Gefühl". Überraschender Sieger und somit Titelträger der ersten "ADAC Simracing Trophy" ist der erst 16-jährige Tim Heinemann, den wir in einem Extra-Interview auf dieser Seite näher vorstellen.

Welches Fazit kann man nun aus der ersten Kombination von virtueller Rennsport-Messe und realer Rennsportveranstaltung ziehen? Nun, eines ist ganz sicher: Die Idee und die daraus resultierenden Anstrengungen, bis hin zur finalen Durchführung der ersten "SimRacingExpo 2014", haben sich gelohnt! Neben den sehr guten Besucherzahlen (über 11.000 Personen fanden den Weg zur ersten Expo) war es auch aus Sicht der zahlreichen Medienvertreter vor Ort ein sehr gelungenes Messe-Debüt. Rennspiel-, Rennsport- und Rennsim-Fans kamen voll auf ihre Kosten: Spannender realer Motorsport bei typisch wechselhaften Eifel-Wetter, gepaart mit RennSim-Messe und RennSim-Sport in Hightech-Simulatoren.

Auch für die zahlreichen Business-Kunden ist die Expo als voller Erfolg zu werten. Erstmals hatten Fachbesucher und Aussteller die Möglichkeit, gemeinsame Meetings im Rahmen einer Rennsportveranstaltung anzusetzen - und dies verbunden mit der Nähe und dem direkten Austausch mit der Community sowie echten Motorsportlern. Wir sind sicher, dass der Funke übergesprungen ist und sich das Konzept dieser einmaligen Expo durchsetzen wird. Das Engagement und die aktive Teilnahme von Firmen wie beispielsweise  "iRacing.com", "Sony Playstation", "RaceRoom Entertainment", "Fanatec" sowie der Profi-Simulator-Hersteller von "D-Box", "Vesaro" und "Ellip6" sind wegweisend für die Zukunft der "SimRacingExpo". Zum guten Schluss überraschte am letzten Messetag das Unternehmen iRacing.com mit der Ankündigung einer lasergescannten, virtuellen Nordschleife und dem Nürburgring GP-Kurs zur Veröffentlichung im Laufe des kommenden Jahres – schöne Aussichten für alle Rennsportfans!

Wir sind gespannt und zugleich zuversichtlich, dass dann noch mehr Aussteller diese Plattform zur Präsentation ihrer Produkte und zum direkten Kontakt mit ihrem Zielpublikum bei echtem Benzingeruch nutzen. Keep Racing.

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