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Zweifel fährt mit

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Auch fr die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver gilt das Motto: Schner, schneller, vor allem spektakulrer. Da ist im Prinzip

Auch fr die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver gilt das Motto: Schner, schneller, vor allem spektakulrer. Da ist im Prinzip kein Platz mehr fr Sport-Exoten - wie Slalom-Spezialisten von den Salomonen oder tollkhnen Typen in coolen Karibik-Bobkisten. Auch fr Farbtupfer wie Loser Eddie the Eagle", der 1988 im kanadischen Calgary blind wie ein Maulwurf gleichermaen flgellahm wie wagemutig ber Skiflug-Groschanzen hpfte, wrde es aufgrund der hohen Qualifikationshrden ein Quasi-Startverbot geben. Und deutsch-griechische Skilanglufer vom Schlage eines Costa Cordalis knnten sich heutzutage unterwegs mit keinem Ouzo mehr pushen, weil durch deren versptete Zielankunft die nchsten Wettbewerbe mit den Spitzenathleten fernsehwerbetechnisch keinesfalls um drei Stunden nach hinten verschoben werden drften.

Es sitzen auch keine kompletten Schulklassen mehr mit ihren Lehrern im Physiksaal vor dem Fernseher, wie seinerzeit 1976 bei den Spielen in Innsbruck, um Rosi Mittermaier anzufeuern, die danach zu unserer Gold-Rosi" wurde. Und solch legendre Fragen wie die von Bruno Moravetz (Wo ist Behle?") werden von der wenig Inspiration und Wortwitz verbreitenden heutigen Sportreporter-Generation kaum noch gestellt. Kuriose Momente, menschliche Elemente - sie werden immer seltener im Spitzensport, auch bei den Winterwettbewerben. Bedauerlich! Der Profi-Sektor entwickelt sich immer mehr in Richtung Hchstleistung und Kommerz, und biegt dabei wohl leider auch immer hufiger auf die Doping-Spur ab. Noch drckt die Mehrheit zuhause vor der Glotze unseren bundesdeutschen Medaillenhoffnungen ganz dick die Daumen Und auch diejenigen, die in den Rocky Mountains an Hngen stehen und Pisten, anerkennen die Rekorde internationaler Stars, hegen aber immer mehr Zweifel, ob Spitzenleistungen alleine mit Talent, Training und Technik zu erreichen sind; und ob es immer mit reellen Mitteln und rechten Dingen zugeht. Zwar sollten alle, die im sterreichischen Glashaus sitzen, nicht mit Steinen auf bundesdeutsche Biathleten werfen - dann muss man Ross und Reiter, konkrete Namen nennen, und darf nicht alle unter einen Generalverdacht stellen oder ber einen Kamm scheren. Gleichwohl: Die Zweifel und Vorwrfe springen, sprinten und schieen mit. Mehr denn je - gerade auch in diesen olympischen Wintertagen von Vancouver.

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