Zwischenruf: Ballast abwerfen

Redakteur Christopher Göbel hat selbst entrümpelt. Wie er sich jetzt fühlt, schreibt er im Zwischenruf.

Ich gebe es zu: Entrümpeln ist nicht so mein Ding. Wenn ich mich überwinde, im Keller, auf dem Speicher oder in meinen Schränken nachzuschauen, was ich davon tatsächlich noch brauche, dann fällt es mir nicht immer leicht, mich von Dingen zu trennen. Das könnte ich vielleicht noch mal brauchen, denke ich mir dann. Und manchmal – zugegeben eher selten – benötigte ich die ein oder ander Sache dann tatsächlich noch einmal. Die meisten Utensilien, die ich von einer Ecke in die andere schiebe, jedoch tatsächlich nicht. Aber wie das so ist: Was man alle paar Jahre braucht, hat man irgendwo hingeräumt, wo man es mit Sicherheit nicht wiederfindet. So ging es mir gerade mit einem Gerät zum Freimachen des Abflusses.

Durch Lockdown und Kurzarbeit hatte ich in den vergangenen Wochen und Monaten viel Zeit, die ich mit dem Entrümpeln meiner Wohnung zugebracht habe. Und ich habe festgestellt, dass es anfangs nicht leicht war, aber mit jedem Mal umso einfach, Sachen einfach in die Müllkiste zu verbannen. Was will ich mit alten Satelliten-Receivern, die kein HD-TV erlauben? Was will ich mit zahlreichen bereits geflickten Jeans? Was will ich mit Versandhaus-Rechnungen aus dem Jahr 2005? Richtig: Gar nichts.

Also hieß es für viele Dinge: Weg damit! Was allerdings auch dazu geführt hat, dass sich nun Müllsäcke in der Garage stapeln und die Altpapiertonne überquillt. Der nächste Schritt wird sein, alles Aussortierte zu den jeweiligen Sammelstellen zu bringen oder auf die Müllabfuhr zu warten.

Beim Entrümpeln habe ich aber auch Einiges gefunden, was ich weitergeben oder eventuell verkaufen kann. Man merkt im Laufe der Jahre gar nicht, wie viel man für Dinge ausgegeben hat, die man damals möglicherweise brauchte, die aber durch technischen Fortschritt oder Neuanschaffungen irgendwann nicht mehr zum Einsatz kamen.

Ich bin noch lange nicht fertig und eigentlich bräuchte ich einen mittelgroßen Container, in den ich alles werfe, was ich nicht mehr haben möchte.

Das Gefühl aber, wenn wieder Platz in Schränken und Regalen ist, ist im wahrsten Sinne des Wortes erleichternd. Man hat Ballast abgeworfen, Platz geschaffen und sich befreit.

Wer also Zeit hat, sich dem eigenen Chaos zuzuwenden, dem rate ich, den inneren Schweinehund zu bekämpfen und sich ans Aufräumen zu machen.

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