Zwischenruf: Einsames Osterfest in der Coronakrisenzeit?

Das Osterfest und das Virus: Gedanken von Redakteur Christopher Göbel.

Eigentlich ist gerade Passionszeit. Mit dem Palmsonntag beginnt die Leidenszeit Jesu. Jetzt in der Coronakrise scheint mir dieses christliche Fest – das übrigens wichtiger ist als das Weihnachtsfest – sehr in den Hintergrund zu geraten. Zwar finden sich in den Supermärkten Ostersüßigkeiten, und auch manches (zwangsweise) geschlossene Geschäft hat ein bisschen österliche Dekoration im Schaufenster, aber das ist im Vergleich mit „normalen“ Jahren sehr wenig.

Ostern, die Feier der Auferstehung Christi, sollte gemeinsam gefeiert werden. Je nach Geschmack in der Kirche, in der Familie oder auch mit Freunden. Durch das Coronavirus ist das in diesem Jahr alles nicht möglich. Gemeinsames Osterfrühstück nach dem Gottesdienst? Brunch mit der (erweiterten) Familie? Osterausflüge? Nein. Aus Vernunftgründen, und weil es verboten ist, fällt das dieses Jahr aus.

Erstkommunion und Konfirmation fallen aus

Ich halte die Vorsichtsmaßnahmen für sinnvoll, und die ersten Ergebnisse scheinen zu zeigen, dass die Ausbreitung des Virus sich verlangsamt hat. Der Weiße Sonntag (Palmsonntag), der für viele Kinder der Tag der Erstkommunion hätte sein sollen, fällt flach. Prozessionen mit Palmwedeln sind ebenso verboten.

Etwas später im Jahr stünden in der evangelischen Kirche die Konfirmationen an. Auch diese werden reihenweise in den Herbst verlegt. Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Priester suchen neue Wege, um den Kontakt zu ihren Gemeindemitgliedern zu halten und Seelsorge zu betreiben.

Was mir persönlich in diesem Jahr sehr fehlt, ist die Passionsmusik. Große und kleine Passionswerke sollten eigentlich in Osthessen aufgeführt werden. Chöre, Solisten und Musiker haben vor Corona bereits viel dafür geprobt. Alles für die Katz‘ sozusagen, denn Passionsmusik kann man nicht sinnvoll später ins Jahr verlegen. Weihnachtskonzerte würde man auch nicht kurz vor den Sommerferien zur Aufführung bringen.

Geschenke zu Ostern?

Momentan bleibt uns nur der Weg, alleine oder mit der Familie, den Sinn des Osterfestes zu begreifen, Passionsmusik aus der Konserve zu hören und das Internet als Treffpunkt Gleichgesinnter zu nutzen. Selbst das Osterfest in der Familie sollte wohl geplant sein. Geschenke kaufen ist derzeit schwierig.

Allerdings bieten die osthessischen Geschäfte Möglichkeiten an, per Lieferdienst oder Gutschein auch Ostergeschenke zu bekommen. Das sollte man nutzen. Und für das Osteressen muss man sich jetzt schon Gedanken machen, um nicht am Karsamstag im Supermarkt zu stehen und nicht mehr alles zu bekommen, was man zubereiten wollte.

Was das Einkaufen betrifft, so ist eine intensive und sinnvolle Planung derzeit vonnöten, um zusätzliche Einkaufswagen- Touren zu vermeiden. Ich habe dennoch die Hoffnung, dass das Virus sich eindämmen lässt, sofern sich alle an die Maßnahmen halten. Das bedeutet auch, dass Ostern dieses Jahr nur im engsten Familienkreis gefeiert werden kann und darf.

Ihnen allen wünsche ich trotz allem eine entschleunigte Passionswoche und ein frohes Osterfest!

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