Zwischenruf: Wenn das Internet kaputt ist...

Zwischenruf von Christopher Göbel
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Zwischenruf von Christopher Göbel

„Facebook“, „Instagram“ und „Whatsapp“ waren ein paar Stunden ausgefallen - und für manche war damit das ganze Internet kaputt.

Der vom Social-Media-Riesen „Facebook“ selbst verursachte mehrstündige Totalausfall am Montagabend hat mir wieder bewusst gemacht, wie abhängig wir uns von „Facebook“, „Instagram“ und vor allem „Whatsapp“ gemacht haben. Nichts ging mehr, es konnte nicht gechattet werden, kein Status gepostet, keine Postings anderer mehr gelesen werden. Der finanzielle Verlust von kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell auf „Facebook“ angepasst haben, dürfte hoch gewesen sein. Ob das lapidare „Sorry“ von „Facebook“-Chef Mark Zuckerberg ausreichen wird, die entstandenen Schäden auszugleichen, wage ich zu bezweifeln. Das Unternehmen selbst hat durch diese selbst verschuldete Aktion allerdings auch sehr viel Geld verloren.

Doch ist es richtig, sich so abhängig von einem Unternehmen zu machen? Der gesunde Menschenverstand mag sagen, dass es falsch ist. Und doch verlassen sich Milliarden Menschen auf der Welt auf das, was „Facebook“ bietet. Wir haben uns daran gewöhnt, in Pausen kurz zu schauen, was andere unternehmen, was sie essen oder wann sie Geburtstag haben. Das alles war am Montagabend nicht möglich. Andere Dienste wie das chinesische „TikTok“, Portale wie „Twitter“ und Chat-alternativen wie „Telegram“ oder „Signal“ dürften davon profitiert haben. Ich selbst habe seit Jahren wieder mal ein paar SMS verschickt und erhalten.

Auf „TikTok“ machten sich zahlreiche User über die „Facebook“-Panne lustig. Für manche Menschen war gar „das ganze Internet kaputt“. Scherze über Brieftauben, Rauchzeichen oder Trommeln machten die Runde. Ein Babyboom in neun Monaten wurde ebenfalls vorausgesagt.

Ich selbst habe versucht, die „Krise“ schadlos zu überstehen, indem ich mich mit Menschen in echt getroffen, mit meiner Lebensgefährtin in einem Café zusammengesessen habe, ein bisschen durch die echten Läden geschlunzt bin und den Abend nicht am PC und am Smartphone, sondern im Garten verbracht habe. Und ich bin früh ins Bett gegangen :-) .

Nein, ernsthaft: Der Umgang mit Social Media ist den meisten von uns bereits so in Fleisch und Blut übergegangen, dass uns „ohne“ ein wichtiger Teil unseres Lebens fehlt.

Ich bin kein Gegner von sozialen Netzwerken, eigentlich bin ich eher ein Fan davon. Und doch sollten wir uns bewusst sein, dass es auch ein reales Leben mit echten Menschen gibt. Früher konnten wir uns per Festnetztelefon verabreden oder schrieben Briefe. Dann gab es BTX und Fax, dann die ersten Text-Geräte („Scall“), dann Smartphones. Alles hat seine Zeit. Und unsere ist digital. Jeden Tag mehr. Umso mehr schmerzt es, wenn die Technik versagt.

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