Zwischenruf: Schluss mit lustig

Den ausgefallenen RoMo-Umzug nachholen? Fulda aktuell-Redaktionsleiter Bertram Lenz hat dazu eine ganz eigene Meinung.

Und plötzlich war Schluss mit lustig: Die sturmbedingte Absage des diesjährigen Fuldaer Rosenmontagszuges hat bei „Prinz Markus Maurus Musikus“ für Unmut gesorgt und ihn zu einer heftigen Attacke gegen die Entscheidungsträger ausholen lassen. So, als seien Kommunalpolitiker und die Polizei – womöglich unterstützt von den Medien – dafür verantwortlich, dass der Prinz und seine Mannschaft um den Lohn und um die Krönung ihres wochenlangen närrischen Engagements gebracht wurden. Diese Reaktion alleine mit Frust und hoher Emotionalität zu begründen, erscheint mir ein wenig zu kurz gedacht. Der Prinz ist über das Ziel hinaus geschossen und hätte sich an die lateinische Weisheit „si tacuisses, philosophus mansisses“ („Wenn Du geschwiegen hättest, dann wärst Du ein Philosoph geblieben“) halten sollen.

Einen RoMo-Zug, und dazu noch den größten in Hessen, abzusagen, ist keine einfache Sache. Dass der Schritt eine Stunde vor dem offiziellen Start erfolgte, zeigt, dass sich die Verantwortlichen diese Maßnahme nicht leicht gemacht und sorgfältig das Für und Wider abgewogen haben. Dies besonders vor dem Hintergrund der Mühen, die alle Beteiligten im Vorfeld erbracht hatten. Dennoch halte ich die Absage für den einzig gangbaren Weg, um mögliche Gefahren für Leib und Leben abzuwenden. Nicht auszudenken, hätte sich wirklich etwas ereignet: Das Geschrei von Leuten, die es natürlich wie immer besser gewusst hätten, wäre riesengroß gewesen und hätte lange Zeit die Schlagzeilen bestimmt. Im Übrigen bin ich auch nicht dafür, den RoMo – in welcher Form und zu welchem Anlass auch immer – nachzuholen.

Denn die närrischen Tage sind als Periode vor der österlichen Fastenzeit eine feste Größe im christlichen Jahresablauf und haben somit eine klare Begrenzung: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“ Zudem wäre eine Neuansetzung nichts weiter als ein lauwarmer Aufguss und würde das Original in keinster Weise ersetzen. Da halte ich die Idee für reizvoller, in 2020 vielleicht zwei Prinzen zu küren, wobei mit dem 2019-er Prinzen Markus eine Hoheit bereits fest gesetzt wäre. Gemeinsam mit dem anderen närrischen Herrscher könnte er dann auf dem Prinzenwagen mitfahren und sich auch sonst mit diesem die Aufgaben brüderlich teilen. Man darf gespannt sein, was die „Fuldaer Karnevalgesellschaft“ (FKG) von solchen Überlegungen hält. 1888 gab es in Deutschland ein „Dreikaiserjahr“, warum 2020 in Fulda also kein „Zweiprinzenjahr“? Wenn es die Statuten erlauben, wäre dies zweifellos ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal.

Lesen Sie dazu: Lösung für echte Kerle: RoMo-Umzug ausgefallen - Wird es eine Alternative geben?

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