Zwischenruf: #StayHome - oder die Ausgangssperre wird kommen

Über die Sorglosigkeit mancher Menschen und Vorbeugung während der Corona-Krise schreibt Redakteur Christopher Göbel.

Ich frage mich, warum manche Menschen unbelehrbar sind. Ja, wir haben seit einigen Wochen eine Ausnahmesituation in unserem Land. Ja, wir alle müssen mit Einschränkungen unserer Lebensqualität leben. Ja, wir müssen uns umstellen, was unser Konsumverhalten angeht. Ja, wir müssen unser Freizeitverhalten ändern.

Das alles sind Dinge, die wir anscheinend nur dann tun, wenn wir per Verordnung dazu gezwungen werden. Zumindest einige von uns. Als Journalist muss man auch in diesen Zeiten gelegentlich vor die Tür. Die Bundesregierung, die Landesregierungen und das „Robert-Koch-Institut“ mahnen eindringlich dazu, die eigenen vier Wände nur zu verlassen, wenn es unabdingbar ist.

Als ich am Vormittag durch Fulda ging, schien ein Großteil der Bürger dies tatsächlich befolgt zu haben. Aber es gab eben auch einige, die es sich nicht nehmen ließen, eng beieinander in Straßencafés zu sitzen. Und als ich bei einem Café näher hinschaute, war das genau die Personengruppe, die als „Risikogruppe“ gilt.

Wir bleiben also zu Hause, um Eltern und Großeltern nicht mit dem Coronavirus zu infizieren und einige aus dieser Altersgruppe haben nichts Besseres zu tun, als rauszugehen? Da muss ich doch schon fragen dürfen, wer unbelehrbar erscheint.

Spätestens nach der Fernsehansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte uns allen klar sein, dass die Lage ernst ist. Muss man uns Bürgern wegen einiger Unbelehrbarer alles per Gesetz oder Verordnung vorschreiben, weil wir uns sonst nicht daran halten? Noch gibt es in Hessen keine Ausgangssperre, aber das wird unweigerlich kommen, wenn die Menschen nicht freiwillig zuhause bleiben und Ansammlungen vermeiden.

Keine Panik schüren

Natürlich lockt die Frühlingssonne ins Freie. Aber die kann man auch alleine bei einem Spaziergang in der freien Natur genießen, wo man mit möglichst wenigen Menschen in Kontakt kommt und die Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr von Viren wesentlich geringer ist. Muss es das Café mit Bekannten sein? Muss es der Park zum gemeinsamen Grillen sein? Nein, das muss es zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Ich möchte keine Panik schüren, aber ich selbst versuche, denjenigen zu glauben, die es besser wissen sollten.

Von Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus halte ich gar nichts. Wenn verordnet wird, dass wir – sofern möglich – zuhause bleiben sollen, dann bleibe ich auch zuhause. Dann halte ich Abstand zu meinen Mitmenschen, wenn ich vor die Tür muss. Dann achte ich darauf, Husten- und Niesetikette einzuhalten. Gründliches Händewaschen versteht sich von selbst.

Gesunder Menschenverstand

Aber es gibt immer noch viel zu viele Leute, denen ihre und anderer Menschen Gesundheit egal zu sein scheint. Experten des „Robert-Koch-Instituts“ warnen erneut davor, dass das Virus Millionen von Menschen infiziert, wenn wir weiterhin so leben, wie es uns gefällt. Wenn man so etwas, wie ich es jetzt getan habe, schreibt, wird man in sozialen Netzwerken der Panikmache bezichtigt. Dass man die Hysterie anheize. Nein, das tue ich nicht. Ich versuche, mit gesundem Menschenverstand vorsichtig zu sein. Ich versuche, mich und andere so gut wie möglich zu schützen. Und ich wünsche mir, das endlich auch in die Köpfe der Corona-Leugner dringt, was Fakt ist: Das Virus ist gefährlich und nur gemeinsam können wir die Verbreitung eindämmen.

Bleiben Sie gesund und helfen sie mit, dass Tausende andere auch gesund bleiben – ohne Ausgangssperre, aber mit Vernunft.

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