Zwischenruf: Verkehrter Verkehr

Redakteur Christopher Göbel schreibt über den alltäglichen Wahnsinn auf osthessischen Straßen.

Autofahren – an sich ist das keine Kunst. Anschnallen, anlassen, kuppeln, Handbremse lösen und es kann losgehen. Dass das so einfach ist, scheint manche Zeitgenossen und -genossinnen aber dazu zu verleiten, sich ganz besondere Schmankerl für ihre Mitmenschen auszudenken, um aus der Masse der korrekt Fahrenden herauszustechen.

Erst neulich in Fulda hielt ich hinter einer Dame im schwarzen Kleinwagen an der Ampel. Als es grün wurde, schaltete die Fahrerin das Warnblinklicht ein und blieb stehen. Eine Minute später fuhr sie plötzlich los und war dann noch eine geraume Zeit vor mir, ohne dass dem Auto eine drohende Panne anzumerken gewesen wäre. „Was war das für eine Aktion?“, frage ich mich.

Blinken? Fehlanzeige!

Dass Blinken als Anzeige der beabsichtigten Kursänderung nicht bei allen Verkehrsteilnehmern im Hirn verankert ist, gehört fast schon zum Standard. Und ja, es gibt sie tatsächlich noch, die Rechtsblinker und dabei Linksabbieger. Oder die Falschparker. Ich habe gerade wegen eines überzogenen Parkscheins ein Knöllchen kassiert. Werde ich auch bezahlen, denn ich habe vergessen, auf die Zeit zu achten. Mein Pech. Aber ich stelle mich nicht vor Ein- und Ausfahren, auf Behindertenparkplätze, Bushaltestellen oder ins Halteverbot. Andere schon, wie ich immer wieder beobachten muss. Haarig wird es beim Parken besonders, wenn morgens Mütter (oder Väter) auf dem Standstreifen der B 27 anhalten, um den Nachwuchs am Schulviertel in Fulda auszuladen. Geht’s noch? Oder diejenigen, die Tante Else auf dem Gehweg sehen und gleich mal direkt auf der Petersberger Straße anhalten müssen, um den neuesten Tratsch auszutauschen.

Waghalsige Überholmanöver

Auf der B 27 fahren tagtäglich viele Lastwagen. Dies scheint manchen Zeitgenossen so zu stören, dass er – egal ob erlaubt, möglich oder nicht – überholt. Der schwarze Honda mit HEF-Kennzeichen schert aus, wo er nur kann. Dass er dabei andere mit seinen waghalsigen Manövern in Gefahr bringt, scheint ihn nicht zu stören. Und das ist kein Einzelfall, denn den Herrn habe ich schon sehr oft bei seinen Überholvorgängen vor Kurven und in Überholverbotszonen beobachten dürfen. Bei Rothenkirchen überholte ich gerade einen Lkw, als besagter Herr als drittes Auto links neben mir vorbeipreschte. Ich dachte, ich sehe nicht recht. Meine Dashcam hat das übrigens aufgezeichnet (siehe Artikelbild)...

A propos Überholen: manchem Brummifahrer scheinen seine Berufsgenossen zu langsam unterwegs zu sein. Auf der B 27 im Haunetal überholte neulich ein Lkw einen anderen – trotz Überholverbots. Wenn ich so etwas beobachte, dann bin ich immer heilfroh, dass nichts passiert ist.

Die riskante Fahrweise mancher Mitmenschen lässt mich die Kreuze und Blumen am Straßenrand immer mit ganz anderen Augen betrachten. Denn dort sind Menschen im Straßenverkehr zu Tode gekommen. Dass die Zahl der Todesopfer in Osthessen nicht kleiner geworden ist, ist sehr traurig.

Mein Appell an alle im Sinne der Allgemeinheit wäre, sich an alle (!) Verkehrsregeln zu halten und keine unüberlegten Aktionen zu starten. In diesem Sinne: Allzeit gute Fahrt!

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