Zwischenruf: Verliert die Hoffnung nicht

Christopher Göbel und seine Gedanken über die Adventszeit 2020, die anders ist als je zuvor.

Alles ist in diesem Jahr anders. Das ist jedem klar. Und doch hat die Adventszeit mit dem neuen Kirchenjahr begonnen. Die Zeit, in der normalerweise bis Heiligabend volle Weihnachtsmärkte, volle Geschäfte in den Städten, Weihnachtsmusik aus allen Rohren und gemütliche Nachmittage mit der Familie einfach dazugehören.

Doch sind wir in der zweiten Welle der Corona-Pandemie wirklich in vorweihnachtlicher Stimmung? Ich selbst bin mir da noch nicht ganz sicher. Natürlich habe ich mein Heim geschmückt, Plätzchen gebacken und die ersten Weihnachtsgeschenke besorgt. Aber so richtig will sich bei mir die adventliche Stimmung noch) nicht einstellen.

Sind es Zukunftsängste und die Ungewissheit, wie sich das Leben weiterentwickeln wird? Wann können wir wieder „Normalität“ in unseren beruflichen und privaten Alltag bringen? Kann man derzeit Gutscheine für Reisen oder Freizeitparks verschenken? Was ist, wenn man selbst oder jemand aus der Familie an Corona erkrankt? Mit wem kann und darf) ich den Heiligabend verbringen? Wird alles besser, wenn es Corona-Impfungen gibt? Und muss ich dann stundenlang anstehen, wenn ich mich impfen lassen möchte? Hat das Nebenwirkungen – und falls ja, welche? Es sind viele offene Fragen, die sich immer wieder in meinen Kopf schleichen und die verhindern, dass ich mich wie ansonsten jedes Jahr auf das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel freue. Wer eine Familie hat, deren Mitglieder täglich zur Arbeit oder in die Schule gehen, kennt vielleicht auch die Sorge, wann dort der erste Coronafall auftritt und man selbst in häusliche Quarantäne muss.

Mir fehlt so vieles in diesem Jahr. Und doch müssen wir alle damit zurechtkommen. Dennoch versuche ich, mein Leben soweit es geht in corona-normalen Bahnen zu halten. Ich gehe regelmäßig Lebensmittel einkaufen, versuche, meine Geschenkwünsche beim lokalen Handel zu bekommen und besuche auch gelegentlich meinem Döner- und meinem Pitagyros-Mann, um mir etwas zu Essen zu holen.

Es ist Advent und ich bemühe mich, alle diese Sorgen zumindest zeitweise auszublenden. Denn die „schönste Zeit im Jahr“ möchte ich mit meinen Lieben trotz allem genießen. Und ich bin mir sicher, dass wir das auch tun können – jeder von uns eben so, wie es ihm oder ihr möglich ist. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Und vor allem: Bleiben Sie gesund und verlieren Sie nicht die Hoffnung.

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