Zwischenruf: Vernunft ist oberstes Gebot in der Corona-Pandemie

Redakteur Christopher Göbel zur zweiten COVID-19-Welle, Maskenverweigerern und Virusleugnern.

Diffus – so wird das Geschehen um die stetig steigenden Infektionszahlen mit COVID19 in Osthessen genannt. Diffus deswegen, weil keine bestimmten Infektionsherde benannt werden können. Diffus ist aber auch, dass niemand weiß, wie sich die Lage innerhalb von Tagen oder gar Stunden entwickeln wird. Das ist vor allem für diejenigen von Belang, die Veranstaltungen planen, seien sie öffentlich oder privat. Im Landkreis Fulda und im Vogelsberg ist der erste relevante Inzidenzwert von 35 bereits überschritten, bis zu 50 infizierte Personen pro 100.000 Einwohner sind (zu) schnell erreicht. Das bedeutet dann, dass Veranstaltungen und Feiern auf eine Maximalzahl beschränkt werden müssen, bis die Inzidenzwerte wieder fallen.

Die meisten von uns haben seit dem 13. März zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die Ausbreitung des Coronavirus in unserem Land unter Kontrolle zu halten. Maskenpflicht, Hygiene- und Abstandsregeln sind für viele zur neuen Normalität geworden. Für mich selbst kann ich sagen, dass ich versuche, Abstände zu fremden Menschen überall einzuhalten, meine Maske dort trage, wo ich muss – und teilweise auch dort, wo es nicht vorgeschrieben ist. Nicht, weil ich Angst habe, mich mit dem Coronavirus anzustecken, sondern weil ich andere schützen möchte, sollte ich unbemerkt infiziert sein. Ich habe natürlich auch die Corona-Warn-App installiert und schaue mindestens einmal am Tag, ob sie mir etwas Neues zu verkünden hat.

Natürlich ist unser aller Leben seit Mitte März eingeschränkt. Natürlich müssen wir alle damit zurechtkommen und uns damit arrangieren. Und die meisten von uns tun das auch vorbildlich. Aber es gibt doch immer wieder Menschen, denen anscheinend alles egal ist. Die entweder gar keine Maske tragen oder sie falsch aufhaben, die Abstandsregeln ignorieren oder die sich einen Dreck darum scheren, an Büffets in Restaurants Schutzmaßnahmen einzuhalten. Ich kann dann allerdings auch die Gastwirte nicht verstehen, die solche Menschen nicht umgehend des Lokals verweisen. Das Recht dazu hätten sie.

Und dann gibt es noch die sogenannten Prominenten wie Attila Hildmann oder Michael Wendler oder einen gewissen US-Präsidenten, die bar jeder Vernunft Corona leugnen oder verharmlosen. In die gleiche Kerbe hauen auch Reichsbürger und ähnlich verquere Geister am rechten Rand der Gesellschaft. Es gibt sogar Mediziner, die Corona für ein Gerücht halten. Ich finde so etwas unglaublich. Das Coronavirus überzieht die ganze Welt, hunderttausende Menschen sind daran gestorben. Wer die Bilder von Massen-Beerdigungen in Brasilien oder überfüllten Intensivstationen in Italien gesehen hat, der kann eigentlich gar nicht daran zweifeln, welche Auswirkungen dieses Virus hat.

Jede und jeden, der oder die helfen kann, die Pandemie zu verlangsamen und Menschenleben zu retten, appelliere ich an alle, sich im privaten und beruflichen Umfeld so zu verhalten, dass möglichst wenige Mitmenschen gefährdet werden. Wer achtsam mit sich selbst und seinem Umfeld umgeht, hat bessere Chancen, gesund durch die Krise zu kommen. Und wer es nicht selbstständig tut, muss meiner Meinung nach bestraft werden. Denn den eigenen Egoismus vor das Wohl der Allgemeinheit zu stellen ist aus meiner Sicht nicht tolerierbar. Schon gar nicht in einer Zeit, wo Gemeinschaft trotz sozialer Distanz so wichtig ist.

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