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Zwischenruf zum Krieg in der Ukraine: Verallgemeinerung ist ein großer Fehler

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Von: Christopher Göbel

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Russe = Kriegsbefürworter? Nein, sagt Redakteur Christopher Göbel.
Russe = Kriegsbefürworter? Nein, sagt Redakteur Christopher Göbel. © Duangphung/Pixabay

Redakteur Christopher Göbel und seine Meinung darüber, wie manche in unserem Land mit (augenscheinlich) russischen Mitbürgern umgehen.

Ich bin viel in Sozialen Netzwerken unterwegs und informiere ich aus persönlichem und beruflichem Interesse natürlich über die aktuelle Lage. Was in der Ukraine passiert, ist schockierend.

Ich bin vom Zusammenhalt der Menschen in Europa und der Hilfsbereitschaft beeindruckt, die in diesen Tagen sowohl moralische als auch ganz praktische Unterstützung für die Opfer des Krieges bietet. Seien es die Hilfstransporte und freiwilligen Einsätze an den Grenzen zur Ukraine, seien es die Friedensdemonstrationen in vielen Städten oder Gebete in den Kirchen.

Auf politischer Ebene ist der Aggressor Putin eine Art Einigkeitsbeschleuniger der EU und der NATO-Staaten. Selbst die Schweiz, die ewige Insel der Unabhängigen, schließt sich den EU-Sanktionen an. der türkische Präsident Erdogan, der bisher auch nicht für seine Kooperation bekannt war, sperrt den Bosporus für russische Kriegsschiffe. Sogar Ungarns Regierungschef Orban kritisiert Putin.

Besonders bewundere ich die Russen, die trotz der ständigen Gefahr einer Verhaftung in ihrem eigenen Land auf die Straße gehen, um gegen den Krieg in der Ukraine und damit ihre eigene Regierung zu protestieren.

Unverständnis habe ich dafür, dass augenscheinlich russische Mitmenschen in unserem Land angefeindet werden, nur weil sie Russen sind. Natürlich mag es auch hierzulande den ein oder anderen Putin-Fan geben, aber deswegen sind nicht alle hier lebenden Russen gleich Kriegstreiber. Eine Verallgemeinerung auf eine Volkszugehörigkeit macht die Gräben tiefer und schürt Hass. Das darf nicht sein. Ebenso wenig sind alle Ukrainer friedliebende Menschen. Es gibt immer unterschiedliche Meinungen, Standpunkte und Gesinnungen bei uns Menschen. Wir dürfen aber nicht vergessen: Nicht das russische Volk führt Krieg, sondern Putin und seine Schergen.

Ehe wir jemanden in eine Schublade stecken und vorverurteilen, sollten wir das Gespräch suchen. Dann lassen sich offene Fragen klären. Wenn sich dann jemand als Putinist zu erkennen gibt, kann man immer noch sagen: „Sorry, aber mit deiner Meinung kann ich gar nicht leben.“ Aber wer Russen allein wegen ihrer Herkunft vorverurteilt, anpöbelt oder gar handgreiflich wird, sollte dringend seine eigene Gesinnung infrage stellen.

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