Zwischenruf: Immer noch wie in den ersten Tagen

Impfraum im (ehemaligen) Fuldaer Impfzentrum.
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Impfraum im (ehemaligen) Fuldaer Impfzentrum.

Christopher Göbel und seine Meinung zur aktuellen Diskussion um die Wiederöffnung von Impfzentren, Corona-Inzidenzen und einer nahezu handlungsunfähigen Politik.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für eine Wiedereröffnung der Impfzentren ausgesprochen und dafür gleich heftigen Gegenwind bekommen. Hessens Sozialminister Kai Klose widersprach umgehend, und auch die Hausärzte, die seit Anfang Oktober allein für die Corona-Impfungen zuständig sind, sind gegen eine Wiedereröffnung.

Vor der Frage einer solchen Aktion hätte eigentlich die gestanden, ob man die bestehenden Impfzentren nicht einfach weiterhin betrieben hätte – eventuell in kleinerem Umfang. Doch darüber zu spekulieren ist zum jetzigen Zeitpunkt müßig. Fakt ist, dass in Hessen nahezu alle offiziellen Impfzentren die Schotten dicht gemacht haben. Seitdem kümmern sich mobile Impfteams, Betriebs- und Hausärzte darum, dass Impfwillige ihr Serum bekommen. Das soll nach dem „Deutschen Hausärzteverband“ auch so bleiben. Dessen Vorsitzender Ulrich Weigeldt kritisierte Spahns Aussagen bezüglich Booster-Impfungen und Impfzentren scharf. Das Problem sind laut Weigeldt nicht fehlende Impfzentren, sondern fehlende Impfbereitschaft.

Einer aktuellen Erhebung zufolge will sich ein Großteil der bisher Ungeimpften auch weiterhin nicht gegen Corona impfen lassen. Da können aus meiner Sicht auch wiedereröffnete Impfzentren keine Abhilfe schaffen. Dass die Hausärzte es derzeit bewältigen, ihren Patienten die notwendigen Spritzen zu verabreichen und dass dies auch bei den nun anstehenden Booster-Impfungen im Rahmen des Leistbaren liegt, bezweifle ich nicht. Zwar kommen zu den Impfwilligen derzeit auch zahlreiche Patienten mit Grippe und Erkältung hinzu, aber ich denke, dass die meisten Hausarztpraxen so gut organisiert sind, dass sie diesen – nicht ewig andauernden – Zustand bewältigen können. Es werden allerdings schon Stimmen laut, dass die Praxen überlastet seien. Die Hausärzte und Hausärzte-Verbände in unserem Land scheinen sich nicht einig darüber zu sein, wie die Situation zu bewerten ist.

Was mir eher Bauchschmerzen bereitet, sind die stetig steigenden Coronazahlen. Rein an den Inzidenzwerten gemessen, liegen wir jetzt bereits höher als vor einem Jahr. Und da hatten wir noch einen Lockdown. Müssen wir wieder Angst haben, Weihnachten nicht mit allen unseren Liebsten feiern zu können? Müssen wir uns sorgen, dass Gastronomie und Geschäfte vor Weihnachten wieder schließen müssen? Ich hoffe es nicht. Laut Noch-Kanzlerin Angela Merkel soll es wohl starke Einschränkungen für Ungeimpfte geben. Zu Recht, wie ich meine.

So lange wir aber keine wirklich handlungsfähige Regierung haben, wird sich auch keiner der zukünftigen Koalitionäre auf irgendwelche Aussagen festnageln lassen. Ich sehe das Ende der pandemischen Lage noch lange nicht –auch nicht im März 2022. Was uns wegen Corona in den kommenden Wochen und Monaten erwarten wird, kann niemand mit absoluter Gewissheit sagen. Und so werden wir auch das zweite Coronajahr mit Unsicherheit beenden und das dritte mit Ungewissheit beginnen. Und weiterhin hoffen müssen, dass die Pandemie irgendwann besiegt ist.

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