Zwölf fledermausfreundliche Häuser

Wetzlar/Schlchtern. Die ersten 12 Gebude im Main-Kinzig-Kreis wurden durch den NABU Hessen mit einer Plakette und der Urkunde Flede

Wetzlar/Schlchtern. Die ersten 12 Gebude im Main-Kinzig-Kreis wurden durch den NABU Hessen mit einer Plakette und der Urkunde Fledermausfreundliches Haus ausgezeichnet.

Im ehemaligen Kloster und jetzigen Ulrich-von-Hutten- Gymnasium in Schlchtern wurde die Auszeichnung an Hausbesitzer verliehen, die Fledermuse an ihrem Gebude frdern und damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieser bedrohten Tiere leisten.

Der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler dankte den Familien fr ihr Engagement und ihre manchmal auch notwendige Toleranz den nachtaktiven Mitbewohnern gegenber. Gemeinsam mit Edgar Kreuzer, Leiter des Amtes Umwelt, Naturschutz und lndlicher Raum, ehrte er die Gebude- und Hausbesitzer, bei denen Zwergfledermuse oder das Groe Mausohr ein dauerhaftes und wohl behtetes Zuhause gefunden haben.

Darunter waren groe und kleine, moderne und historische Gebude, sowie brgerliche und geadelte Fledermuse. Einige Quartierbesitzer haben sich so gut mit ihren Mitbewohnern arrangiert, dass sie die im Schlafgemach umher fliegenden Fledermuse einfach mit einem Baldachin ber dem Bett vom Schlafbereich der Menschen trennten. Damit hatte sich auch das Problem der kleinen Hinterlassenschaften der Tiere ganz einfach erledigt.

Da kann man schon von einer echten Wohngemeinschaft sprechen gleiche Rechte, gleiche Pflichten, so Eppler. Mit dabei waren auch die Brgermeister Walter Strauch/Steinau (selber Betreiber eines Fledermausfreundlichen Hauses), Falko Fritzsch/Schlchtern und Carsten Ullrich/Sinntal, die den geehrten Hausbesitzern ihrer Stdte und Gemeinden gratulierten.

Besonders hervorgehoben waren die fledermausfreundlichen Umbau- und Renovierungsarbeiten des Dachbodens des ehemaligen Klosters. Die Schler und Lehrer des Ulrich-von-Hutten Gymnasiums und die Kirchenmusikalische Fortbildungssttte, die die Rumlichkeiten des ehemaligen Klosters nutzen, sind sehr stolz auf ihre Fledermuse und kmmern sich vorbildlich um die Belange der ntzlichen und geschtzten Tiere. Auch die Besitzer landwirtschaftlich genutzter Huser waren voll des Lobes ber die enorme Leistung ihrer Fledermuse bei der biologischen Insektenbekmpfung. Bis zu 4000 Insekten werden von einer Fledermaus pro Nacht erbeutet.

Die rtlichen Fledermaus-Freunde verschiedener Naturschutzgruppen hatten ein buntes Rahmenprogramm zur der Feierlichkeit organisiert: Besonderer Hhepunkt des Abends war eine Livebertragung aus dem Fledermausquartier, welches sich im Dachboden des ehemaligen Klosters befindet. Die Schler des Gymnasiums boten Fledermaus-Workshops mit allerlei Interessantem aus der Welt der Fledermuse an.

Die Vertreter der rtlichen NABU-Gruppen Wolfgang Lauer (Fliedetal), Rdiger Muth (Freiensteinau), Klaus Eichenauer (Bad Soden Salmnster), Franz-Josef Jobst (Steinau) und Herr Schlegelmilch vom Forstamt Schlchtern konnten als Ansprechpartner mit ihrem Erfahrungsschatz zum Natur- und Fledermausschutz beraten.

Nach einem Vortrag von Karl Kugelschafter und Martin Straube ber die spannende Welt der Fledermuse konnte gegen 22.00 Uhr der Ausflug der grten heimischen Fledermausart Groes Mausohr live beobachtet werden. Nach dem Dunkelwerden brachten Petra Zub und Dr. Wolfgang Nssig Licht ins Dunkel der Speisekammer der Fledertiere. Per Lichtfang wurden Nachtfalter angelockt und den Teilnehmern gezeigt.

Von den mehr als 20 Fledermausarten in Deutschland knnen ber die Hlfte Quartiere in Gebuden beziehen. Oft werden Fledermuse wegen ihrer leisen Lebensweise in den Husern gar nicht bemerkt - und knnen bei Renovierungsarbeiten unbeabsichtigt den Tod finden.

Bis 2008 will der NABU in einer gemeinschaftlichen Aktion mit dem Land Hessen und der Stiftung Hessischer Naturschutz 500 Huser in Hessen auszeichnen, um den Hausbesitzern fr ihr besonderes Engagement im Fledermausschutz zu danken. Durchgefhrt wird sie von den zahlreichen Experten der NABU-Landesarbeitsgruppe Fledermausschutz und den ber 400 rtlichen NABU-Gruppen.

Alle Informationen ber die Aktion Fledermausfreundliches Haus sind im Internet nachzulesen unter www.NABU-Hessen.de. Unter anderem kann der Bewerbungsbogen fr eine Auszeichnung abgerufen und ausgedruckt werden. (pm)

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