1150-jähriges Bestehen: Vaake rückt in den Fokus

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Während des Neujahrsempfags in Reinhardshagen wagte Chronistin Magda Thierling einen Blick in Vaakes Vergangenheit.

Reinhardshagen. Wussten Sie, dass in Vaake, 500 nach Christus "Faca" genannt, einst Menschen, es müssen gerade mal eine Hand voll gewesen sein, von der Fischerei lebten? Damals stellten sie geflochtene Gefache in der Weser auf, um die Tiere zu fangen. Von dem Begriff "Fa", der für diese Gefache steht, wurde schließlich auch der heutige Ortsname Vaake abgeleitet. Dennoch beginnt die offizielle Zeitrechnung des Reinhardshäger Ortsteils erst 866, wie Gastrednerin und Chronistin Magda Thierling den rund 300 Gästen beim Neujahrsempfang Reinhardshagens erläuterte. Unter den Zuhörern befanden sich die Kreisbeigeordnete Irmgard Croll in Vertretung des verhinderten Kasseler Landrates Uwe Schmidt, der Ehrenvorsitzende der Gemeindevertretung Manfred Dippel, die Gemeindeältesten Erwin Pelz und Hugo Lotze, Hemelns Ortsbürgermeister Alfred Urhahn sowie die Kreistagsmitglieder Gisela Stuparek, Dr. Bärbel Mlasowsky und Albert Kauffeld.

Sie alle durften neben anderen Vertretern aus Wirtschaft und Politik erfahren, wie sich der Jubiläumsort Vaake, der in diesem Jahr sein 1.150-jähriges Bestehen feiert, im Laufe der Jahrhunderte entwickelte. Eine erstmalige geschichtliche Erwähnung fand Vaake, laut Thierling, in Verbindung mit dem Kloster Höxter im Jahre 866. Nach großen Rodungen des Reinhardswalds anno 1290 konnte der Ort wachsen und Ackerflächen entstehen, die die etwa 22 Höfe mit ihren rund 50 Einwohner versorgen konnten. Selbst schlimme Missernten, Hochwasser und die Pest konnten Vaake nicht auslöschen, im Gegensatz zu benachbarten Ortschaften, wie Holtmarden oder Hohenrode, die entstanden, aber später wieder von der Landkarte verschwanden.

Im 16. Jahrhundert ging es weiter bergauf: Landgraf Philipp der Großmütige brauchte Holzfässer für die Salzlagerung und fand fähige Handwerker, sogenannte Böttcher, in Vaake. Später kamen mehrere Schmiede hinzu. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts prägte Handwerk und Tagelöhnerei den Alltag im Ort, während der Ackerbau immer mehr zurückging. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Dorf bereits 800 Einwohner. Mit Wasserleitung, Stromnetz und Schule wurde die Infrastruktur erst nach dem 1. Weltkrieg gestärkt. Die Gründungen einer Töpferei und einer Ziegelei verbesserten die wirtschaftlichen Verhältnisse schlagartig. "Dank umsichtiger Bürgermeister wie Richard Pelz wurde nach dem 2. Weltkrieg neuer Wohnraum geschaffen. Die ältesten Fachwerkhäuser stammen jedoch nicht aus dieser Zeit, sondern wurden bereits nach dem 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) im diemelsächsischen Stil gebaut. Ein Gebäude steht beispielsweise im Scheunenweg". erklärte Thierling.

Wer sich genauer über das 1.150-jährige Bestehen Vaakes informieren möchte, kann die Festschrift "Ein Dorf stellt sich vor" erwerben, die während des Neujahrsempfangs auch zum ersten Mal öffentlich zu erwerben war. Sie enthält einen Jubiläumsbutton und kostet 8 Euro. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden zahlreiche Sportler für ihre Erfolge ausgezeichnet. Für den musikalischen Rahmen sorgten der Männergesangverein Vaake und der Frauenchor unter der Leitung von Jelena Geiger. Für die Bewirtung der Gäste zeichnete der Feuerwehrverein Vaake verantwortlich.

Die Ehrungen der Sportlerinnen und Sportler

Die Gemeinde Reinhardshagen nahm den Neujahrsempfang zum Anlass, erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler zu ehren, die in der Gemeinde beheimatet sind. Dazu zählten der Schwimmer Rico Paul (startet für Waspo 08 Göttingen in der 2. Bundesliga und erreichte u.a. den 2. Platz bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften), Karola Schmidt, Jannis Haun, Anne Schäfer, Lars Schäfer, Benedict Eberwien und Walter Rehbein (alle Orientierungsläufer und Mitglieder der TG Münden, erfolgreich in Landes- und Bezirksmeisterschaften sowie Deutschen Meisterschaften) sowie Patrick Henn, Thomas Lindner, Jörg Meder, Jürgen Helm, Henrik Janßen, Heiko Dolstra, Heike Dolstra, Mario Dolstra, Oliver Degenhardt, Michael Fiess, Gerald Backofen und Wolfgang Rüdiger (alle Mitglieder der Laufgemeinschaft Wesertal, sie errangen vordere Plätze in ihren Altersklassen bei Deutschen, Hessischen und Nordhessischen Meisterschaften). Als Mannschaft des Jahres wurden die Faustballer des TSV Vaake ausgezeichnet. Sie konnten zwei Turniersiege in Dransfeld und Frankfurt verbuchen und sich damit gegen Bezirks- und Hessenligisten durchsetzen. Zum Team gehören Gottfried Sasse (wurde auch einzeln für Erfolge mit der TH52 Hannover geehrt), Carsten Bode, Silvio Bögel, Ingo Firzlaff-Maier, Joachim Gesse, Gerd Kaps, Hannes Korf, Thomas Leopold, Rainer Müller, Christian Peter, Dirk Scholz, Erich Schrenk und Drago Smolenicki.Keine Sportler, aber dennoch geehrt, wurden Edeltraud und Werner Gertner. Das Ehepaar betreute die Ferienspiele 15 Jahre lang und prägte damit die Jugendarbeit Reinhardshagens stark.

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