2015: Laut Arbeitsmarktbericht das Jahr der Rekorde

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Gute Lage im Agenturbezirk Göttingen hat Auswirkung: Zahl der Arbeitslosen sinkt in Hann. Münden auf 1.159.

Südniedersachsen. "Würde  man  den  Arbeitsmarkt  mit  den  Augen  eines  Sportreporters  betrachten,  so wäre beim Blick auf die Entwicklung im zurückliegenden Jahr wohl schnell von einem Jahr der Rekorde die Rede", lautet das Fazit von Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, für das zurückliegende Jahr.So gab es beispielsweise im November und Dezember 2015 mit 5,9 Prozent für den Agenturbezirk  Göttingen  die  niedrigste  Arbeitslosenquote  seit  der Wiedervereinigung  zu verzeichnen. In Hann. Münden sank sie um 0,3 auf 5,4 Prozent. Damit waren 1.159 Bürgerinnen und Bürger ohne Job.

Die  Betriebe  meldeten  bei  der  Arbeitsagentur  mit  insgesamt  13.564 Stellenangeboten den höchsten Bedarf der letzten fünf Jahre. Mit 166.159 sozialversicherungspflichtigen  Beschäftigungsverhältnissen  im  Agenturbezirk  gab  es  auch den höchsten Wert für das erste Quartal seit der Wirtschafts- und Finanzkrise.Während des gesamten Jahres 2015 lagen die Arbeitslosenzahlen unter dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt waren im Agenturbezirk Göttingen, der die Landkreise  Göttingen,  Northeim  und  Osterode  umfasst,  14.929  Menschen  arbeitslos und damit  5,4  Prozent weniger  als  2014.

Agenturchef Gläser sieht für die positiven Meldungen vom Arbeitsmarkt unterschiedliche Gründe: "Zum einen konnten viele Arbeitsuchende von einer stabilen Konjunktur profitieren. Zum anderen hat uns aber auch ein milder Winter 2015 in die Karten gespielt, so dass zum Jahresbeginn wie auch zum Jahresende eine Vielzahl von Arbeitslosmeldungen  aus  den  Außenberufen  entfiel  oder  erst  mit  zeitlicher  Verzögerung  erfolgte.  Aber  insbesondere  für  die  Entwicklung  im  Landkreis  Osterode  sind sicherlich auch demografische Faktoren anzuführen."Gläser weist darauf hin, dass mehr als 40 Prozent der Arbeitslosen keine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Demgegenüber richtet sich die Nachfrage nach Arbeitskräften zu  etwa  80 Prozent  an  Arbeitnehmer  mit  Ausbildung,  Studium  oder  Zusatzqualifikation.

2015 hatte die Agentur für Arbeit Göttingen allein im Bereich der beruflichen Qualifizierung Fördermittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro zur Verbesserung der Integrationschancen ihrer Kunden ausgegeben.Die Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sieht auch für dei kommenden Monate  eine  robuste  Wirtschaftslage  und  einen  stabilen,  aufnahmefähigen  Arbeitsmarkt voraus. Die Göttinger Arbeitsagentur geht davon aus, dass bei anhaltend hoher Nachfrage die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse  steigen  wird.  Doch trotz  guter  Konjunkturdaten dürfte  sich  die  Zahl  der  Arbeitslosen  im  Jahresverlauf  leicht  erhöhen.  Denn  viele Menschen, die in den vergangenen Monaten in Deutschland Schutz gesucht haben, werden auf den Arbeitsmarkt strömen.

,Flüchtlinge sind Fachkräfte von übermorgen’

Agenturchef Gläser rechnet allerdings nicht damit, dass ein Großteil unmittelbar in Arbeit vermittelt werden kann. "Die Motivation ist bei den meisten Flüchtlingen sehr hoch. Viele  der  Menschen  verfügen nach unseren heutigen Kenntnissen jedoch nicht über eine Ausbildung, und ein großer Teil der  Stellenangebote  richtet  sich  an  Fachkräfte.  Auf  der  anderen  Seite  sind  viele Flüchtlinge  jung  genug,  nach  dem  Erwerb  grundlegender  Sprachkenntnisse  eine Ausbildung zu beginnen. Längst gelingt es nicht mehr allen Betrieben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Junge, motivierte Flüchtlinge können heute eher selten die offenen Fachkraftstellen besetzen. Aber sie können übermorgen ihr hier erworbenes Know How in die Unternehmen einbringen."

Die Arbeitsagentur halte Mittel bereit, die Menschen bei der beruflichen Integration zu unterstützen. Eines ist dem Agenturchef jedoch ganz wichtig: "Keiner unserer arbeitslosen Kunden muss Angst haben, dass eine notwendige Qualifizierung oder andere Unterstützungsleistung nicht gewährt wird, weil die Gelder anderweitig benötigt würden. Uns stehen ausreichend Mittel zu Verfügung, um all unseren Kunden die Unterstützung bieten zu können."  Für  Maßnahmen  der  aktiven  Arbeits-  und  Ausbildungsförderung  stehen  der  Arbeitsagentur Göttingen 2016 rund 33 Millionen Euro zur Verfügung.

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