Abschiebeversuch in Göttingen nach zehn Minuten abgebrochen

Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstands eingeleitet

Göttingen. Bei dem Versuch, einen 18 Jahre alten Mann aus dem Kosovo in seiner Wohnung im Göttinger Rosenwinkel anzutreffen, um ihn anschließend abzuschieben, kam es heute Morgen zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit der eingesetzten Polizei. Der Einsatz fußte auf einer rechtskräftigen Abschiebeverfügung der Stadt Göttingen.

In Zusammenhang mit dem morgendlichen Geschehen leitete die Polizei inzwischen Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ein. Die Ermittlungen hierzu dauern an. Gesicherte Informationen zu anderen Verletzten liegen den Ermittlern bislang nicht vor, unabhängig davon wurde angebotene medizinische Hilfe vor Ort abgelehnt.

Die Stadt Göttingen hatte beim zuständigen Amtsgericht Göttingen einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 18-Jährigen erwirkt, um die für den 14. Oktober vorgesehene Abschiebungsmaßnahme schlussendlich durchführen zu können. Mit dem Beschluss suchten Beamte der Zentralen Polizeidirektion und der Polizei Göttingen am Morgen gegen 4.30 Uhr das Wohngebäude im Rosenwinkel auf. Vor Ort mussten die Einsatzkräfte feststellen, dass sich in der Wohnung mehrere Personen aufhielten und die Eingangstür sowie eine weitere Zugangstür offenbar von innen mit Gegenständen verbarrikadiert worden waren. Auf mehrmalige lautstarke Aufforderung, die Tür zu öffnen, erfolgte keine Reaktion. Nachdem auch die mehrmalige Androhung der zwangsweisen Türöffnung erfolglos blieb, setzten die Beamten schließlich eine Ramme ein. Dabei wurden in der Folge beide Zugangstüren beschädigt. Durch die entstandenen Öffnungen sowie auch aus einem geöffneten Fenster heraus kam es im Anschluss zu körperlichen Angriffen auf die davorstehenden Beamten. Die genaue Aufbereitung dieser Tatabläufe dauert zur Stunde an.

Der Einsatzleiter brach die Maßnahme letztendlich gegen 4.40 Uhr aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ab, weil eine finale Durchsetzung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Vielzahl von Verletzten geführt hätte. Im Nachgang des Einsatzes fanden sich gegen 10.30 Uhr zirka 60 Personen vor dem Gebäude des Neuen Rathauses ein, um gegen die Aktion zu protestieren. Es wurden drei Redebeiträge abgehalten und themenbezogene Transparente gezeigt. Die versammlungsrechtliche Aktion verlief ohne Zwischenfälle. Sie endete gegen 11.30 Uhr.

Rubriklistenbild: © Arno Bachert - Fotolia

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Beamte stellten in Shisha-Bars 27 Kilo Tabak sicher

Die Kontrollen fanden in Hann. Münden, Göttingen und Herzberg statt
Beamte stellten in Shisha-Bars 27 Kilo Tabak sicher

Waldboden brannte am Blümer Berg

Mündener Feuerwehr löschte etwa 30 Quadratmeter große Fläche
Waldboden brannte am Blümer Berg

Trickbetrüger treiben weiterhin Unwesen in Stadt und Landkreis Göttingen

Listige Anrufe, falsche Wasserwerker, falsche Gewinnversprechen, falsche Kontrolleure: Die Polizei rät zur Vorsicht!
Trickbetrüger treiben weiterhin Unwesen in Stadt und Landkreis Göttingen

Raub auf Göttinger Bäckereifiliale

Der Täter schloss die Angestellte in einer Toilette ein und flüchteten mit der Beute
Raub auf Göttinger Bäckereifiliale

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.