Aegidienkirche Hann. Münden: Betreiberin des Café verabschiedet sich

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Christiane Langlotz bei der Abschiedsrede mit Team. Links Sohn Tom, rechts Gäste.

Bereits im vergangenen Jahr war mit den Kulturveranstaltungen im Café Aegidius in Hann. Münden Schluss, nun schließt auch das Café. Inhaberin Christiane Langlotz verabschiedete sich von Freunden und Förderern.

Hann. Münden. Alte Werrabrücke, Rathaus, Welfenschloss und Weserstein sind einige der Sehenswürdigkeiten, die Touristen nach Münden locken. Hierzu gehört auch die Aegidienkirche mit dem Grabstein des Dr. Eisenbart, der „Werbeikone“ Mündens. 2008 wurde die Kirche entwidmet und 2010 eröffnete Christiane Langlotz dort ein Café, nur in den Sommermonaten, da das historische Gebäude nicht gedämmt ist und die Heizkosten nicht finanzierbar sind. Bis 2017 gab es zahlreiche Kulturveranstaltungen, jetzt ist auch mit dem Café Schluss.

Emotionaler Abschied

Vor einigen Tagen verabschiedete sich Langlotz von geladenen Gästen, „ihren Stammkunden“. Sie ist „dankbar für alle, die regelmäßig gekommen sind“. In einer emotionalen Rede, mit Rückblick auf die vergangenen Jahre und unter großem Applaus, dankte sie jedem einzelnen ihres Teams. „Sie kamen nicht nur wegen dem Gebäude, sondern wegen uns, ohne euch hätten ich das nicht hingekriegt“. Viele haben sie unterstützt, Künstler, die aufgetreten sind, Stadtführer, die „viele Gäste hergebracht“ haben, ihr Ehemann, ihr Sohn, der inzwischen erwachsen geworden ist, ihre Nachbarin. Doch ein Unternehmen muss sich rechnen. Im Winter hatte sie die vollen Kosten. Vor zwei Jahren habe sie dem Bürgermeister die Situation geschildert, vielleicht hätte es von Seiten der Politik Zuschüsse gegeben für das „touristische Highlight“. Ein Café in einer mittelalterlichen Kirche gibt es im weiteren Umkreis nicht.

Stattdessen kam als „i-Tüpfelchen“ der Tourismusbeitrag, der das „Fass zum Überlaufen“ brachte. „Es geht so nicht weiter“, aber „Kopf in den Sand stecken, gibt es nicht.“ Ein Jahr Kündigungsfrist, alle Angestellten sagten „wir bleiben“. Einige von ihnen werden sich umorientieren, einige werden mit zum Café an der Werrabrücke wechseln, das sie zum ersten März 2019, eventuell schon ab Mitte Februar, ganzjährig eröffnen wird. „Ich liebe die Stadt“, so Langlotz. Ehemann Volker unterstützt ihre Entscheidung, das Café zu schließen. „Aber ich werde kein Holz mehr ranschaffen.“ (In der Kirche wurde notdürftig mit einem Holzofen geheizt). Christiane sei in den letzten Jahren eine erfolgreiche Unternehmerin gewesen. Sie erhielt von ihm „keine Blumen, aber einen dicken Kuss“. Den Blumenstrauß bekam sie dann von ihrem Team.

Die Gäste bedauerten die Schließung und bestärkten Langlotz weiterzumachen. Die touristische Entwicklung der Stadt geht nur gemeinsam mit den Geschäftsleuten und setzt eine gute Zusammenarbeit mit den „touristischen Akteuren“ voraus. Für Ronald Schminke, bis 2017 Landtagsabgeordneter, ist es ein „Unding“, das die Stadt ein solch saniertes historisches Gebäude nicht unterstützt.

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