Das ändert sich in 2012

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Um sich im Dschungel der Gesetze auch im neuen Jahr zurechtzufinden, haben wir für Sie recherchiertWerra-Meißner/Münden. Alles neu macht eben nicht

Um sich im Dschungel der Gesetze auch im neuen Jahr zurechtzufinden, haben wir für Sie recherchiert

Werra-Meißner/Münden. Alles neu macht eben nicht immer nur der Mai, sondern insbesondere auch der Januar. Denn mit Beginn des neuen Jahres kommt auf die Bürger eine Reihe wichtiger Änderungen zu. Sie reichen vom Einstieg in die Rente mit 67 bis zu Lebensmitteln für Diabetiker. Der MARKTSPIEGEL hat für Sie die wesentlichen Änderungen in Kürze zusammengefasst.

Rente mit 67: Ab 2012 beginnt die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Rentenalters von 65 auf 67 Jahre. Die Übergangsphase dauert insgesamt 18 Jahre. Der erste Jahrgang, den das voll betrifft und der erst mit 67 Jahren in Ruhestand gehen kann, ist der Geburtsjahrgang 1964. Zunächst verzögert sich der Rentenstart um einen Monat je Geburtsjahrgang, später um zwei Monate. Menschen, die im Jahr 1947 auf die Welt gekommen sind, müssten als erste etwas länger arbeiten: Sie können mit 65 Jahren und einem Monat in Rente gehen.

Sinkende Beiträge zur Rentenversicherung: Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung verringert sich ab Januar 2012 von 19,9 auf 19,6 Prozent.

Höhere Absetzbeiträge: Sowohl abhängige Beschäftigte, die in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlen, als auch Selbstständige, die nicht in die Rentenkasse oder ein berufsständiges Versorgungswerk einzahlen und eine Rürup- bzw. Basis-Rente haben, können höhere Steuervorteile erzielen. Ab 2012 sind 74 Prozent der Beitragszahlungen bis maximal 20.000 Euro steuerlich absetzbar.

Betriebliche Altersvorsorge: Arbeitnehmer haben das Recht auf Betriebsrente per Gehaltsumwandlung (BAV). Dabei fließt ein Teil des Bruttogehalts direkt in einen Altervorsorgevertrag ein. Der Staat fördert dies durch den Verzicht auf Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

Schnelle Überweisung: Banken und Sparkassen müssen Überweisungen am Automaten und übers Internet innerhalb eines Tages ausführen – und zwar in der gesamten EU. Bislang sind drei Tage die Obergrenze. Bei Überweisungen auf Papier sind noch zwei Geschäftstage erlaubt.

Lebensmittel für Diabetiker: Sie müssen bis 9. Oktober aus den Regal verschwinden. Die Lebensmittel gelten als überflüssig, zum Teil sogar als schädlich. Diabetiker sollen sich an die allgemeinen Ernährungsempfehlungen halten.

Satellitenfernsehen: Am 30. April wird das analoge Satellitenfernsehen abgeschaltet. Für den digitalen Satellitenempfang ist ein digitaltauglicher Empfänger nötig. In neuen Flachbild-Fernsehern sind diese häufig bereits eingebaut. Ansonsten ist für jeden Fernseher einzeln ein sogenannter DVB-S-Receiver notwendig, der zwischen Schüssel und Fernseher angeschlossen wird.

Höhere pauschale Werbungskosten: Berufstätige können künftige höhere pauschale Werbungskosten geltend machen. Der Arbeitnehmerpauschalbetrag klettert von 920 auf 1.000 Euro. Die Änderung gilt bereits rückwirkend für das Jahr 2011.

Kinderbetreuung einfacher absetzen: Die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten wird einfacher. Die Ausgaben sind künftig stets als Sonderausgabe absetzbar. Die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen spielen keine Rolle mehr, ebenso entfällt die bisherige Unterscheidung nach erwerbsbedingtem und nicht erwerbsbedingtem Aufwand.

Kindergeld jetzt ohne Prüfung: Ab 2012 wird die Einkommensprüfung für in Ausbildung befindliche Kinder ab 18 Jahren abgeschaffft. Kinder unter 25 Jahren, die sich in einer ersten Berufsausbildung oder einem Erststudium befinden, werden dann unabhängig von der Jahreseinkommensgrenze von 8.994 Euro stets als Kind berücksichtigt.

Familienpflege wird erleichtert: Die Pflege von Familienangehörigen wird erleichtert. Arbeitnehmer können dafür ihre Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang auf bis zu 15 Stunden die Woche reduzieren – sofern der Arbeitgeber zustimmt. Um die Gehaltseinbußen währenddessen abzufedern, ist eine Lohnaufstockung vorgesehen. Nach der vollen Rückkehr muss der gezahlte Vorschuss wieder abgearbeitet werden.

Schneller Anbieterwechsel: Der Wechsel eines Strom- und Gasanbieters darf künftig höchstens noch drei Wochen dauern. Damit die Unternehmen diese Anforderung erfüllen können, räumte die Bundennetzagentur eine Frist bis zum 1. April ein. Ab dann kann die Versorgung des Kunden durch den neuen Anbieter an jedem beliebigen Werktag beginnen – und nicht mehr erst zum Ersten des nächsten Monats.

Aus für die 40-Watt-Birne: Ab 1. September dürfen auch die 40-Watt-Birnen nicht mehr produziert werden, vorher an den Handel ausgelieferte Birnen dürfen aber weiterhin verkauft werden.

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