Änderungen greifen: Pflege auf Reformkurs

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Ersatz-, Kurzzeitpflege und Beratung: Das hat sich zum Jahreswechsel geändert.

Niedersachsen. Mit dem zweiten Teil der Pflegereform beginnt die größte Umgestaltung der Pflegeversicherung seit ihrem Start. Schon mit dem Jahreswechsel treten einige Neuerungen in Kraft. Die Techniker Krankenkasse (TK) erklärt, was sich seit 1. Januar 2016 alles ändert hat.

Ersatz- und Kurzzeitpflege

Viele Neuregelungen betreffen Ersatz- und Kurzzeitpflege. Diese beiden Optionen sind gefragt, wenn beispielsweise Angehörige ein Familienmitglied pflegen und dabei zeitweilig ausfallen. Professionelle Pflegekräfte, Freunde oder Verwandte können dann im gewohnten Umfeld vertreten (Ersatzpflege). Daneben besteht die Möglichkeit, Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim in Anspruch zu nehmen.Neu seit dem 1. Januar ist, dass die Pflegekassen in dieser Zeit das Pflegegeld hälftig weiterzahlen – bei der Ersatzpflege für einen Zeitraum von 42 Tagen, bei der Kurzzeitpflege für 56 Tage. Bisher darf in beiden Fällen nur bis zu 28 Tage weitergezahlt werden.Die Ansprüche auf Ersatz- und Kurzzeitpflege können Versicherte schon jetzt flexibel kombinieren. Bisher gab es hier jedoch Einschränkungen für besonders nah stehende Verwandte. Diese hat der Gesetzgeber jetzt ausgeräumt.Ebenfalls neu ist, dass Kurzzeitpflegen ab Jahresbeginn nicht mehr nur für vier Wochen bewilligt werden dürfen, sondern für acht Wochen. "Bisher war das nur möglich, wenn der Versicherte sein Budget für Ersatzpflege teilweise oder ganz in die Kurzzeitpflege überträgt", erklärt TK-Pflegeexperte Georg van Elst. "Die TK setzt die Neuregelung bereits heute um und bewilligt Kurzzeitpflege für bis zu acht Wochen. Denn in vielen Einzelfällen sehen wir, dass unsere Versicherten davon ganz konkret profitieren."

Beratung für Angehörige

Ab dem kommenden Jahr haben pflegende Angehörige rechtlich verbindlich einen Anspruch auf Beratung. Bisher war im Leistungskatalog der Pflegeversicherung streng genommen nur eine Beratung für Pflegebedürftige vorgesehen. "In der Praxis sind es jedoch auch heute schon sehr oft die Pflegenden, die sich an uns wenden. Insofern begrüßen wir auch diese Neuregelung ausdrücklich. Sie entspricht einfach der Versorgungsrealität", so Georg van Elst.

Rund 290.000 Niedersachsen sind pflegebedürftig

Rund 290.000 Menschen waren 2013 in Niedersachsen pflegebedürftig. Das zeigen Zahlen des Statistischen Landesamtes Niedersachsen. Weit über die Hälfte wurden davon zu Hause betreut. Dabei wurden rund zwei Drittel von Ihnen von ihren Angehörigen versorgt.

Foto: dpa/Jens Büttner/Archiv

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