Ahoi, MS Weserstein! Klar Schiff machen auf dem Eventboot der Region

Sitzecke auf der MS Weserstein
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Urgemütlich: Die Lounge-Ecke im unteren Vorderdeck ist brandneu.

Auf dem Fahrgastschiff in Hann. Münden bekennt man derzeit sprichwörtlich Farbe. Der Lockdown zwingt die MS Weserstein am Liegeplatz des Tanzwerders zu verweilen. Dort nutzt man die Zwangspause für kleinere Ausbesserungsarbeiten. Wir schauten uns an Bord mal etwas genauer um und sprachen mit dem Geschäftsführer der Betreiber-GmbH, Mike Förster, über die Ausnahmesituation, Eisvögel und Schildkröten am beziehungsweise im Fluss. 

Hann. Münden. „Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand“, lautet eine bekannte Redensart. Auf „hoher See“ ist die MS Weserstein auf ihren Wasserstraßen Fulda und Weser zwar eher weniger, blickt aber in der Corona-Pandemie dafür umso mehr in eine ungewisse Zukunft. Insofern ist der Vergleich zwischen Pandemie und starkem Wellengang gepaart mit rauem Wind gar nicht so abwegig. Schließlich kann momentan niemand vorhersagen, wann genau die Einschränkungen der Regierung zur Bekämpfung der Pandemie aufgehoben werden können und wann das Schiff wieder vom Steg am Tanzwerder ablegen darf.

Mike Förster, Geschäftsführer der Weserstein Touristik GmbH, die die MS Weserstein betreibt, nutzt den Lockdown, um klar Schiff zu machen. Als schwimmender gastronomischer Betrieb bleiben die Eingangstüren dicht. An Bord erklingt das Schleifgerät und auch der Pinsel wird geschwungen: „Es werden derzeit Ausbesserungsarbeiten vorgenommen, Farbe abgeschliffen und neu aufgetragen. Hier und da sind ein paar Kleinigkeiten zu machen, aber im Großen und Ganzen fiebern wir, wie viele andere Kollegen auch, der Eröffnung entgegen.“ Im Mai habe man bereits einige Hochzeitsfahrten absagen müssen, die seit neuestem auf der MS Weserstein angeboten werden. Außerdem auch etliche Geburtstagsfeiern: „Jammern hilft aber nichts. Wir akzeptieren natürlich die Vorschriften, haben auch staatliche Hilfen bekommen. Dennoch würden wir uns sehr über eine Wiedereröffnung freuen, nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht. Die täglichen Fahrten machen nämlich eine Menge Spaß und man bekommt sehr viel von den Gästen zurück“, erklärt Förster und seine Augen strahlen dabei.

Zeit, um kreative Ideen zu entwickeln

Neben den Events fuhr die MS Weserstein auch regelmäßig die Fulda hinauf oder die Weser herunter - je nach Pegelstand. Abends, wenn das Schiff, Baujahr 1969, vor Anker lag, wurde es als schwimmender Biergarten genutzt. Das soll natürlich nach der vorübergehenden Zwangspause selbstverständlich wieder möglich sein. „Wir haben zudem noch viele weitere Event-Ideen, die sich aber noch in der Entwicklung befinden. Die Lage an den drei Flüssen Fulda, Weser und Werra ist wirklich sehr idyllisch und bietet ja eine Menge Möglichkeiten“, erklärt der Geschäftsführer, der während der Ausflüge auf dem Wasser auch gerne in die Rolle des „Erklärbären“ (O-Ton) schlüpft: „Ich liebe die Natur sehr und die Leute sind dankbar, wenn ich ihnen mal einen Eisvogel oder sogar eine Schildkröte am Ufer zeige. Ohne Witz, so eine lebt hier in der Gegend wirklich. Außerdem hat Hann. Münden wirklich eine tolle Geschichte zu bieten , die ich den interessierten Leuten gerne näher bringe.“

Keine Lust auf langweilige Kaffeefahrten ohne Stil

Wissenswertes kommt dann aber nicht vom Band, sondern gibt Förster gerne im persönlichen Gespräch weiter. Oft geht er dann von Tisch zu Tisch und kann so auch auf Nachfragen reagieren. Überhaupt sieht die MS Weserstein so gar nicht nach langweiliger Kaffeefahrt aus: Moderne Möbel, seit neuestem auch eiche schicke Lounge-Ecke, frische Pflanzen auf den Tischen sowie freundliche Farben und moderne Beats aus den Sonor-Lautsprechern sorgen für ein angenehm leichtes Freizeitvergnügen. Der besondere Charme des älteren Schiffsmodells blieb damit weitestgehend erhalten. „In unserer Küche können wir kleine Snacks zubereiten, die wir zu kalten oder warmen Getränken reichen. Sehr beliebt waren übrigens die Frühstücks- oder Frühschoppenfahrten, die immer ausgebucht waren. Wir haben hier viele Möglichkeiten und werden die auch wieder nutzen, sobald wir dürfen.“

Bleibt zu hoffen, dass Gott ein „gutes Händchen“ beweist und das die MS Weserstein bald wieder in See stechen darf.

Schon jetzt sollte man sich für den Fall der Lockdown-Lockerungen die Nummer des Buchungstelefons vormerken: 0171-2218505. Per E-Mail gibt‘ unter info@weserstein-touristik.de Kontakt. Weitere Infos gibt‘s auf www.weserstein-touristik.de

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