,Alle heil nach Hause bringen'

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Polizeihauptkommissar Jörg Arnecke (Mitte) kam am vergangenen Freitag in Hemeln mit rund 40 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern ins Gespräch, darunter (v.li.) Joachim Springer, Michael Frey, Helge Breier und Helmut Kluge.

Hemeln. Polizeihauptkommissar Jörg Arnecke kam am Freitag mit 40 Bikern ins Gespräch - Thema: Sicherheit.

Hemeln. "Es ist nicht schlecht mal wieder sensibilisiert zu werden", erklärte Joachim Springer, leidenschaftlicher Motorradfahrer aus Adelebsen am vergangenen Freitag. Polizeihauptkommissar Jörg Arnecke suchte im Biergarte des Hemelner Gasthauses "Zur Fähre" das Gespräch mit Bikern und machte auf Risiken aufmerksam. Die Aktion war Teil des bundesweiten Verkehrssicherheitstages – im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen 52 getötete und schwer verletzte Motorradfahrer registriert. "Im Bereich Hann. Münden blieben wir in 2013 allerdings vor Todesopfern verschont. In 2012 und 2011 gab es leider jeweils zwei tote Kradfahrer zu beklagen", so Arnecke.Auch Springer hat schon einige "brenzlige Situationen" überstanden: "Man wird im Laufe der Zeit doch immer wieder leichtsinniger. Erst wenn man wieder von einem Unfall etwas mitbekommt, fährt man wieder besonnener nach Hause." Ernsthaft passiert sei ihm zwar noch nichts, "abgesehen von ein paar blauen Flecken oder gebrochenen Fingern ist mir nichts schlimmes passiert. Doch erste Hilfe habe ich bei einem Kollegen schon leisten müssen", schildert Springer. Der 56-Jährige fährt sein 40 Jahren Motorrad und trifft sich, wie viele andere Gleichgesinnte, gern im Hemelner Gasthaus an der Weser.Er und Arnecke sind sich einig, dass vorausschauendes Fahren und auffällige Bekleidung das Unfallrisiko mindern können. Springer ist begeistert, dass er sich mit einem Schutzmann mal in "lockerer Atmosphäre" über die im Straßenverkehr lauernden Gefahren austauschen kann. "Das Fahrverhalten ist eigentlich immer das gefährliche, nicht die Strecke, wie oftmals falsch behauptet wird", sagt Arnecke. Dem stimmen auch Michael Frey, Helge Breier und Helmut Kluge zu. Das Trio stammt aus Worms und der Nähe von Kaiserslautern. Pro Jahr nehmen sie gemeinsam einige tausend Kilometer unters Reifenprofil, sitzen seit Jahrzenhnten hinter dem Lenker. Gegenseitige Rücksichtnahme halten sie im Straßenverkehr für lebenswichtig. Da sei jeder gefragt, egal was für ein Fahrzeug man bewege."Den positiven Trend bei den Unfallzahlen wollen wir mit solchen individuellen  unterstützen, ohne erhobenen Zeigefinger. Wir geben dazu noch wertvolle Tipps via Infobroschüre mit auf dem Heimweg, wie etwa sich regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining zu besuchen, die Geschwindigkeiten den Fahrbahnverhältnissen anzupassen, bei unbekannten Streckenverläufen besonders vorsichtig zu sein, helle, auffällige Oberbekleidung zu tragen und keine Kurven zu schneiden", informiert Arnecke. Und weiter: "Wir wollen alle heil nach Hause bringen. Wenn wir mit unserer Aktion heute einige zum Nachdenken gebracht wurden, haben wir schon viel erreicht", so der Verkehrssicherheitsberater abschließend, der in zwei Stunden mit etwa 40 Bikern ins Gespräch kam.

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