Entspanntes Anglerfest in Wilhelmshausen

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Hatten am ASV-Heim einiges zu bieten: (V.li.) Roland Sittig, Heidi Schiffmann, Karin Vogelsang und Vereinsvorsitzender Carsten Rühl boten unter anderem Matjes-Brötchen und geräucherte Forellen an.

Therapie gegen Stress: Darum ist die Freizeitbeschäftigung so wert- und sinnvoll

Wilhelmshausen. Zum gemütlichen Beisammensein, Fachsimpeln und Klönen hatte der Angelsportverein Wilhelmshausen (ASV) am Sonntag zu seinem traditionellen Anglerfest an der Schleuse eingeladen. Hier hat der ASV seine Räumlichkeiten. Weil gutes Wetter herrschte, wurden sie kurzerhand im Außenbereich mit Zelten und Bierzeltgarnituren erweitert. Wie der Vereinsvorsitzende Carsten Rühl erklärte, existiere der ASV nun schon seit 71 Jahren und zähle 160 Mitglieder. Sie kämen aber nicht nur aus Fuldatal, sondern auch aus Fulda, Kassel, Hofgeismar oder gar Paderborn. Ob das an den moderaten Mitgliedsbeiträgen liegt, wollte Rühl so nicht bestätigen – es könnte aber ein Grund sein.

Jeden Sonntag trifft man sich vormittags am Anglerheim, dass nur wenige Schritte von der Fulda entfernt liegt, beim Stammtisch. Das Anglerfest sei quasi das Highlight und die letzte regelmäßig wiederkehrende Veranstaltung seiner Art in Wilhelmshausen, so Rühl weiter. Auch aus Bonaforth und Speele kämen einige Anhänger. Gemeinsam halte man zehn Flusskilometer sauber, befreie die Ufer regelmäßig von Müll. „Die Wasserqualität hat sich in den vergangenen Jahren enorm verbessert. Wir haben ja Gott sei Dank auch keine Einleitung von Kali & Salz zu beklagen“, informiert Rühl. In der Fulda könne man neben Aal, Hecht, Zander und Wels auch Karpfenarten wie Rotfeder und Rotauge fangen: „Es gibt alles was das Anglerherz begehrt“, freut sich der Vorsitzende. Zum Ende des Jahres würden die Fangzahlen der Fischereigenossenschaft Münden gemeldet, die für einen entsprechenden Neubesatz sorgen würde, um die Fischbestände zu regulieren. Bei Matjes-Brötchen und geräucherten Forellen lässt es sich im Sonnenschein angenehm plauschen. Der Getränke- und Speisenverkauf lässt so manchem Radler auf dem Fahrradweg das Wasser im Mund zusammenlaufen. Einge drehen um, verweilen ein wenig und bessern die Vereinskasse auf. Hier gibt es für jeden Geschmack etwas. Wer keinen Fisch mag, greift zur Bratwurst.

Schlechte Karten für Fischwilderer

ASV-Mitglied Jens Powel (li.) und 2. Vorsitzender Dirk Fladung am Ufer der Fulda.

So idyllisch und ruhig die Fulda in der Sommersonne auch vor sich hin fließt: Manchmal wird es ernst, denn sie ist kein rechtsfreier Raum. Immer wieder werden Personen am Ufer entdeckt, die ihre Ruten auswerfen, obwohl sie keine Angelerlaubnis oder keinen Angelschein besitzen – im schlimmsten Fall beides. „Deshalb kontrollieren wir regelmäßig die von uns gepachteten Flusskilometer zwischen der Schleuse Bonaforth und dem Speeler Sportplatz und stellen gegebenenfalls Strafanzeigen wegen Fischwilderei“, erklärt Dirk Fladung, 2. Vorsitzender des ASV. Sie sei keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Die Geldstrafen reichen bis in den vierstelligen Bereich – inklusive Beschlagnahmung der teuren Angelausrüstung. Über 30 Delikte habe man im vergangenen Jahr den Behörden gemeldet. In diesem Jahr seien es bislang nur vier gewesen. Man habe die Sache sehr gut im Griff, aber längst nicht jeder Täter sei einsichtig oder friedfertig, meint der Vize.

Regeln sollte man beachten und das ist gar nicht so schwer. Völlig legal hat Jens Powel in der Nacht zum Sonntag 22 Aale beim sogenannten Hegefischen aus der Fulda geholt. Dabei werden Überpopulationen gezielt gefangen, um die Bestände zu dezimieren und das Gleichgewicht im Fluss zu erhalten. Powel ist seit diesem Jahr Mitglied des ASV und besitzt zusätzlich eine Gastkarte. Er angelt seit 28 Jahren und liebt die Erlebnisse in der Natur: „Wenn ich viel Stress an der Arbeit habe, kann ich hier draußen sehr gut abschalten. Manchmal nickt man einfach ein. Einmal hat ein Waschbär meine Köder gefressen als ich schlief. Da war ich ganz schön überrascht als ich aufgewacht bin“, lacht der Mann mit dem markanten Kinnbart. Mindestens einmal pro Woche sitze er nach der Arbeit am Flussufer und werfe die Rute aus – bei viel Stress proportional öfter. Das senkt den Blutdruck.

Wer Kontakt mit dem ASV tun möchte, kann dies per Mail unter vorstand@asv-wilhelmshausen.de tun. Weitere Infos gibt es auf www.asv-wilhemshausen.de.

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