Mündenerin ist Deutsche Meisterin im Distanzreiten

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Anne Wegner (re.) nimmt die Trophäe entgegen.

Auf Salamah ließ Anne Wegner in Brandenburg die Konkurrenz hinter sich

Hann. Münden.  Eine echte Herausforderung für Reiterin und Pferd: Neun Stunden saß Anne Wegner Mitte Juni bei den Deutschen Meisterschaften im Distanzreiten im Sattel. 160 Kilometer legte die 27-Jährige auf dem Landesgestüt in Neustadt/Dosse (Brandenburg) mit ihrem Vollblutaraberwallach Salamah zurück und setzte sich in einem packenden Endspurt um den Titel gegen 26 Teilnehmer durch. „Ich weiß, dass Salamah gut ist und hatte mir auch Chancen ausgerechnet. Als bei den letzten beiden Runden das vordere Feld nachgab, hatte Salamah noch einige Reserven und es reichte zum Sieg“, erinnert sich Wegner an das Rennen. Und weiter: „Beim Distanzreiten kommt es auf jede Kleinigkeit an. Fütterung, Training, Equipment – es muss alles passen. Ist der Sattel zum Beispiel zu eng, bekommt das Pferd nach wenigen Kilometern Druckstellen und das Rennen ist vorbei. Nicht jeder Teilnehmer kommt auch ins Ziel.“

Pferd selbst aufgezogen

Anne Wegner.

Den heute achtjährigen Salamah hat die Mündenerin selbst großgezogen und eingeritten. Nun ist er in dem Alter, in dem er beim Distanzreiten starten kann. Wegner bekam das Händchen für Pferde bereits in die Wiege gelegt, sie wuchs mit dem Reitsport auf, hat vieles von ihren Eltern gelernt. 2013 eröffnete sie den „Aynur Endurance Stable“ in Scheden, einen Pensions-, Ausbildungs- und Trainingsstall. Dort sind 20 Pferde untergebracht, deren Besitzer aus Münden, Kassel und Göttingen stammen. Sie nehmen mit ihren Tieren bei Wegner Unterricht, absolvieren Reitabzeichen oder treten zu Wanderritten an, auch über mehrere Tage. Seit Anfang des Jahres betreibt sie die Anlage hauptberuflich: „Man kann schon sagen, dass es meine Berufung ist mit Pferden zu arbeiten“, erklärt die junge Frau, die seit 23 Jahren reitet und bereits jede Menge Erfahrung sammeln konnte. 2008 wurde sie Deutsche Jugendmeisterin und in den Jugendkader berufen. 2011 folgte die zweite Jugendmeisterschaft. Regelmäßig nimmt sie an Wettbewerben im Distanzreiten teil. Wie Wegner erklärt, gibt es für Reiter mehrere Qualifikationsstufen, die anhand von Sternen gemessen werden. Drei Sterne besitzt die 27-Jährige bereits, was sie zur Teilnahme an internationalen Wettbewerben berechtigt. Für einen vierten Stern fehlt ihr ein Sichtungsritt unter den Augen des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), den sie mit Salamah im nächsten Jahr angehen möchte. Dann könnte sie auch bei Europa- und Weltmeisterschaften starten. „Ob ich an solchen Turnieren teilnehmen werde, muss ich mir aber genau überlegen, denn die Veranstaltungen finden überwiegend im Ausland statt. Eine Reise dorthin ist sehr kostspielig, nach Übersee müssen die Pferde geflogen werden. Sponsoren, so Wegner, die die Teilnahme finanziell unterstützen könnten, gebe es Reitsport nur wenige: „Man muss schon sehr viel auf sich nehmen und ein wenig verrückt sein.“ Mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaften im Distanzreiten habe sie jedenfalls einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht. Ob sie in Zukunft bei größeren internationalen Wettbewerben starten werde, ließ Wegener offen. Weitere Informationen zu Anne Wegner und ihrem „Aynur Endurance Stable“ in Scheden erhalten Interessierte unter www.anne-wegner.de

Über das Distanzreiten

Das Distanzreiten (endurance riding) ist ein Pferdesport, in dem es darum geht, eine große Entfernung zu Pferd so schnell wie möglich zu überwinden. Dabei kommt es auch darauf an, das Tier nicht zu überfordern. Deshalb wird die Gesamtstrecke in mehrere Etappen eingeteilt und entsprechende Pausen eingelegt. Besonders in der arabischen Welt ist dieser Sport populär. Ziel eines Distanzrittes ist es, ein Pferd in einer vorgegebenen Geschwindigkeit über eine vorgegebene Strecke zu reiten. Diese ist meist markiert, es gibt aber auch unmarkierte Kartenritte, auf denen der Reiter die Strecke anhand der Karte selbst finden muss. Bei langen Ritten starten die Teilnehmer meistens gleichzeitig im einem Massenstart. Das vorgeschriebene Mindesttempo darf nicht unterschritten werden. Sieger ist das Pferd, das zuerst durchs Ziel geht und die nachfolgende tierärztliche Untersuchung ohne Beanstandungen übersteht. Quelle:Wikipedia

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