Anwohner des Galgenbergs in Sorge um Natur

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Das Bestreben der BI bleibt bestehen, die Verwaltung aufzufordern, den vorliegenden Bebauungsplan aufzuheben.

Mündener Bürgerinitiative plant weitere Schritte gegen Bebauungsplan

Hann. Münden. Ende Januar trafen sich Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Galgenberg in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, Professor-Oelkers-Straße. Auf dieser Versammlung informierten die Sprecher der BI, Joachim Urbaczka, Jens Helberg und Reinhard Müller, die Versammlung über das Gespräch mit dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung, das Mitte Januar stattgefunden hat (die MÜNDENER RUNDSCHAU berichtete).

Nicht nur finanzielles Dilemma

Nach der anschließenden Aussprache wurde die weitere Vorgehensweise abgestimmt. Fakt ist und bleibt das Bestreben der BI, die Verwaltung aufzufordern, den vorliegenden Bebauungsplan aufzuheben. Abgesehen vom finanziellen Dilemma, in das viele der betroffenen Eigentümer bei Durchsetzung des Bebauungsplans kommen würden, ist der naturschutzrechtliche Aspekt ein Punkt mit Priorität im geplanten Verfahren. Das Thema Natur- und Umweltschutz ist einer von mehreren Schritten, die die BI nun aktiv angeht. „Die beplante Fläche auf dem Galgenberg zeichnet sich durch einen hohen naturschutzfachlichen Wert aus. Die jahrzehntelange extensive, naturverträgliche Nutzung durch die Anlieger hat ein naturnahes Wohnumfeld gesichert und bewahrt. Belegbare Informationen bei www.ornitho.de zeigen für das betroffene Gebiet 33 Arten von Brutvögeln an und für 35 Arten ist es als Rast- und Nahrungsgebiet von Bedeutung, unter anderem für den streng geschützten Rotmilan. Das Vorkommen von Fledermäusen, Hirschkäfern und Feuersalamandern sind im Gebiet bekannt“, teilt Reinhard Müller von der Bürgerinitiative mit. Der Eselsbach als naturnaher Bereich fließender Binnengewässer solle teilweise überbaut werden. Im Kernbereich des Gebietes habe sich eine Waldfläche mit alten Bäumen entwickelt, die unter dem Schutz des Bundeswaldgesetzes stehe. Umfangreiche Hainbuchenhecken würden seit etwa 150 Jahren bestehen und seien damals als Grundstückseinfriedungen gesetzt worden. Sie dienten verschiedenen Arten als Lebensstätte und der Biotopvernetzung.

„Hann. Münden hat sich 2018 aufgemacht, um eine bienenfreundliche Stadt zu werden. Ein Kahlschlag auf dem Galgenberg wäre da absolut kontraproduktiv, denn so würde man Bienen und anderen zahlreichen Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten ein weiteres Gebiet nehmen und zerstören. Ganz abgesehen von der negativen Veränderung des Mikroklimas. Zukunftsvorsorge heißt nicht, Flächen zu versiegeln sowie Bäume und Hecken abzuholzen. Vor allem nicht, wenn ausreichend alternative Flächen zur Verfügung stehen“, so Müller weiter. Die BI werde in ihrem Bestreben nicht nachlassen, um die Stadtverwaltung zur Aufhebung des Bebauungsplanes zu bewegen. Die existenziellen Probleme, in die man die Eigentümer der betroffenen Flächen bringen würde, seien die eine Seite, die andere Seite sei die Natur. Beide seien schützenswert.

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