Pressesprecher von Pro Tourist wird Üble Nachrede vorgeworfen

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Liegen im Clinch: Marco Hepe, stellvertretender Vorsitzender des BürgerForum (li.) und Michael Lindenau, Pressesprecher des Vereins Pro Tourist (re.).

Beleidigungen auf facebook? Stellvertretender Vorsitzender des BürgerForums vermutet politischen Hintergrund und erstattet Anzeige

Hann. Münden. „Wer sich in sozialen Netzwerken zu Themen äußert, sollte auch hier ein gewisses Niveau wahren. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum“: Marco Hepe, der sich stark beim Musik-Event „Rock for Tolerance“ gegen Intoleranz und Hetze engagiert, macht Ernst. Er teilte unserer Redaktion mit, dass er gegen Michael Lindenau, Pressesprecher der Pro Tourist e.V., Strafanzeige erstattet hat.

„Auf der Plattform facebook hat sich Herr Lindenau Mitte Dezember mir gegenüber ehrverletzend geäußert, warf mir öffentlich physische Inkontinenz und das Eintreten psychischer Inkontinenz vor. Tut mir leid, aber Gebrechen zu verwenden, unter denen andere Menschen tatsächlich leiden müssen, um andere Personen zu diffamieren und zu beleidigen, ist in meinen Augen menschenverachtend und niveaulos. Zudem drohte Herr Lindenau damit, Bürgern ein Forum zu bieten, in dem Menschen über mich „richten“ sollen. Ich deute das als Versuch der Hetze gegen mich und habe die Sache bei der Mündener Polizei zur Anzeige gebracht. Wenn ich diesen Schritt nicht getan hätte, wäre ich als Gegner solcher Diffamierungen im Netz unglaubwürdig geworden. Für mich wäre es untragbar, dieses Verhalten ohne Konsequenzen durchgehen zu lassen“, so Hepes Meinung. Hepe, der auch stellvertretender Vorsitzender des BürgerForums ist, vermutet hinter der Attacke einen politisch motivierten Hintergrund, da Pro Tourist versuche mit Populismus Einfluss auf den Stadtrat und Bürgermeister zu nehmen. Aufhänger sei der beschlossene Tourismusbeitrag und die daraus resultierende Belastung der Mündener Einzelhändler, die zum Teil auch Mitglieder des Pro Tourist e.V. sind. Hepe bedaure, dass sich Lindenau bis heute weder persönlich noch öffentlich bei ihm entschuldigt habe: „Ich sehe deshalb den Verein Pro Tourist in der Verpflichtung, sich von den Äußerungen Herrn Lindenaus zu distanzieren und frage mich, ob er in der Funktion eines Pressesprechers überhaupt noch tragbar ist?“ Man könne in einem solch schlechten Stil keineswegs nach Belieben Funktionäre anderer Vereine angreifen. Erste Konsequenzen habe es bereits gegeben: „Lindenau hat mittlerweile die facebook-Freundschaft mit mir von sich aus gekündigt“, so Hepe. Der zuständige Sachbearbeiter der Polizei Hann. Münden bestätigte den Eingang der Anzeige gegen Michael Lindenau, der dazu angehört werde. Die Unterlagen würden im Anschluss an die Staatsanwaltschaft Göttingen übergeben. Sie müsse schlussendlich entscheiden, ob in dem Fall ein Gerichtsverfahren eröffnet werde.

Auch Lindenau bestätigte auf Anfrage, dass eine Anzeige wegen „Übler Nachrede“ gegen ihn vorliege. Da aber die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien, wolle er sich nicht zu dem Vorwurf äußern.

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