Arbeitslosenquote im Landkreis Göttingen sank 2012 durchschnittlich auf 6,1 Prozent

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Göttingen. Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Göttinger Arbeitsagentur, kann für das Jahr 2012 eine positive Bilanz zieh

Göttingen. Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Göttinger Arbeitsagentur, kann für das Jahr 2012 eine positive Bilanz ziehen: Im Jahresdurchschnitt sank die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen um 8,8 Prozent. Damit ging die Zahl der Arbeitslosen stärker zurück als im niedersächsischen Durchschnitt, der um 3,7 Prozenz sank. Zwischen Bad Gandersheim und Staufenberg, Uslar und Zorge waren somit durchschnittlich 15.981 Menschen bei der Göttinger Arbeitsagentur (Göttingen, Northeim, Osterode) und den Jobcentern der Region arbeitslos gemeldet.Insgesamt gab es 2012 deutlich weniger Bewegung auf dem Arbeitsmarkt als im vorangegangenen Jahr: Im zurückliegenden Jahr meldeten sich 45.753 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 2.660 weniger als im Vorjahr. Demgegenüber konnten 45.646 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 5.310 weniger als 2011. Für diese Entwicklung benennt Gläser zwei Faktoren: weniger Personalbewegung in den Betrieben und ein leicht rückgängiger Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen. Mit Blick auf das Einstellungsverhalten der Betriebe könne beobachtet werden, dass die Betriebe ihre Belegschaft, gerade ihre Fachkräfte, auch über kleinere Auftragsflauten hinweg hielten.Gegenüber dem Vorjahr sank die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk um 2.369 bzw. 9,9 Prozent auf 21.663. Die Unterbeschäftigung umfasst neben den Arbeitslosen auch die Personen, die sich zum Beispiel in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden.Gegenüber Juni 2011 hatten Betriebe und Verwaltung 1.538 mehr Arbeitsplätze eingerichtet und besetzt, so dass zum Sommer 2012 insgesamt 159.177 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu verzeichnen waren. Dabei blieb das Beschäftigungswachstum al-lerdings hinter dem des Landes (2,7 Prozent) und des Bundes (1,9 Prozent) zurück.Nach wie vor stärkster Wirtschaftszweig in Südniedersachsen ist das Verarbeitende Gewerbe mit einem Anteil von 23,5 Prozent an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit 19,2 Prozent und dem Wirtschaftszweig Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz mit 12,7 Prozent. Den stärksten Zuwachs im Vorjahresvergleich hatte das Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Plus von 2,3 Prozent, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe mit 1,2 Prozent und der Land- und Forstwirtschaft mit 12,8 Prozent.

Fachkräfte gefragt

Konstant war die Nachfrage nach Arbeitskräften 2012 im Vorjahresvergleich. Im Jah-resdurchschnitt sank die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen um 0,6 Prozent auf 11.489. 82 Prozent der gemeldeten Stellen waren sozialversicherungspflichtig (Vorjahr: 83,3 Prozent). Gestiegen ist gegenüber dem Vorjahr der durchschnittliche Bestand an offenen Stellen. Durchschnittlich waren im Agenturbezirk Göttingen 2.253 Stellen zur Besetzung gemeldet, 2,9 Prozent mehr als 2011. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fokussierte mit 82,7 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Stellenangebote stark auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Fachkräfte-Niveau und Spezialisten.

Agentur für Arbeit investierte 38 Millionen Euro

Um den Ausgleich am Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu unterstützen, hat die Agentur für Arbeit Göttingen (ausschließlich der Bereich Arbeitslosenversicherung) rund 37,7 Millionen Euro in die Förderung von Arbeits- und Ausbildungsuchenden investiert. Dazu gehören Ausgaben zur Förderung der Selbständigkeit, berufliche Qualifizierung, Erst- und Wiedereingliederung von Rehabilitanden und Schwerbehinderten, Zuschüsse an Arbeitgeber, Förderung der Altersteilzeit (Restförderung), Förderung der Berufsausbildung und Berufsorientierung sowie Unterstützung der Arbeitsaufnahme.

Ausblick

Künftige Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird sich insbesondere auf den Bereich der Fachkräfte und Experten richten. Die Chancen für Menschen ohne Berufsausbildung, auf dem Arbeitsmarkt schnell und dauerhaft Fuß zu fassen, werden deutlich schlechter. Das zeigt die Auswertung der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellenangebote 2012: Von 9.392 Offerten richteten sich lediglich 1.616 an ungelernte Kräfte für Helfer- und Anlerntätigkeiten.Demgegenüber steht auf der Seite der Arbeitslosen die große Anzahl der Bewerber ohne abgeschlossene Berufsausbildung. 2012 gehörten dieser Gruppe durchschnittlich 1.017 Menschen an, das sind 30,6 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen.

Zahlen im Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2012 nach Landkreisen:

- Agentur für Arbeit Göttingen insgesamt: 15.981 oder 6,8 Prozent (7,5 Prozent in 2011)- Landkreis Göttingen: 7.723 oder 6,1 Prozent (6,9 Prozent)- Landkreis Northeim: 4.936 oder 7,1 Prozent (7,3 Prozent)- Landkreis Osterode: 3.322 oder 8,7 Prozent (9,7 Prozent)

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