Ausstellung in Münden: Kleine Frau, große Bilder

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Brunhild Senger vor dem Gemälde „Josef A. in Siegerpose trifft R. B. und freut sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand“.

Bruni Senger zeigt ihre Werke im Künstlerhaus der Dreiflüssestadt.

Hann.Münden. "Ich male, was mich angeht, was mich berührt", sagt Bruni Senger, deren Gemälde noch bis zum 30. Oktober im Künstlerhaus in der Speckstraße 7 zu sehen sind. Die großformatigen Bilder in Mischtechnik, Acryl, auf Leinwand oder MDF-Platten mit ihren kräftigen Farben nehmen zu politischen Themen Stellung.

Kunst, die zum Nachdenken anregt

Da ist Dr. Eisenbart von vorn und von hinten dargestellt, darunter die Zeichen "Plus, Minus, Null". Daneben die menschlichen Organe in Silber: der illegale Organhandel wird hier angeprangert. Die Künstlerin erklärt dazu: "Eisenbart war da und ist gegangen. Er hat zum Fortschritt der Medizin beigetragen. Die Zeichen für Plus, Minus, Null sind die Blutgruppen, das Gleichheitszeichen symbolisiert die Endlichkeit". Links im Bild zu sehen sind viele kleine rote Abbildungen von Körpern, das mögliche Klonen der Menschen, "wenn sie es könnten".Am vergangenen Freitag waren zur Vernissage viele Besucher gekommen. Anja Fehrensen vom KunstNetz e.V. beglückwünschte Bruni Senger zu dieser "sensationellen Ausstellung". Mit Gründung des Vereins vor drei Jahren habe sie wieder angefangen zu malen. Senger sage von sich "ich bin die kleine Frau mit den großen Bildern". Fehrensen erläuterte einige Bilder, beispielsweise "Josef A. in Siegerpose trifft R. B. und freut sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand". Deutlich zu erkennen ist Josef Ackermann, ehemaliger Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzender und Top-Verdiener von fast 10 Millionen jährlich.

"Waffenruhe" zeigt ein graues hohes Haus ohne Dach. Die Fenster sind schwarze Löcher. Am Himmel zu sehen zwei bedrohliche Flugzeuge, unten auf der Erde liegt ein Kind. Schläft es, oder ist es schon tot? "Vor einem Jahr wurde der dreijährige Aylan Kurdi, ein syrisches Flüchtlingskind, an die türkische Küste geschwemmt", erläutert Senger. "Das Haus ist ein Mahnmal, ein Grabstein".  "Vielleicht Vergebung", "Vielleicht Toleranz", Vielleicht Barmherzigkeit" "Vielleicht Frieden", sind weitere Titel ihrer Werke. Dargestellt sind Engel. Das "Vielleicht" bedeutet, "wir sind nicht 100-prozentig".

Senger lebt in Lutterberg, wo sie auch aufgewachsen ist. Sie war Verpackungsdesignerin für Süßwaren (Schokoladen-Osterhasen, -Weihnachtsmänner) bei Natermann. Sie wird weiter Themen malen, die sie "berühren". So möchte sie eine Ballade in Bildern wiedergeben, "aber das sind noch ungelegte Eier".

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