Vernissage zum Thema "Was ist Heimat?"

Künstler unter sich: (v.li) Sabine Magdeburg, Shanti Ines Kassebom, Barbara Brübach, Ulrike Braun, Mariarosa Ostan Herth und Chiara Fehling. Foto: Piekatz

Eine beeindruckende Mischung aus verschiedenen Beispielen, mit denen man nicht unbedingt den Begriff "Heimat" verbindet, zeigte die Kunstausstellung des Heimatprojektes in Hann. Münden.   

Mit dem Thema Heimat haben sich 13 Künstlerinnen und Künstler auseinandergesetzt. Ihre Werke waren am Wochenende im Künstlerhaus, Speckstraße 7, zu sehen. Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland berichtete, wie es zu dem „Heimatprojekt“ kam. Anlass war ihre Stapelrede im November letzten Jahres. „Die Resonanz war überwältigend. Ungefähr 50 Gestalter beteiligen sich.“ Ein Flyer gibt eine Übersicht über die Veranstaltungen. Was ist Heimat? Eine Künstlerin schrieb Freiheit, Geborgenheit, Vielfalt, Freunde, sich zuhause fühlen. Stoffbahnen mit verschiedenen Mustern hängen an Wänden, in einer Ecke liegen kuschelige Stofftiere. Daneben eine Zeichnung mit dem Titel „Deutschland“. Darauf stehen Flüchtlinge einer Menschenmenge gegenüber. Die Sprechblase sagt „Verschwindet, das ist unsere Heimat“. An anderer Stelle sind verschiedene, bunt bemalte Schilder in unterschiedlichen Schriftarten und mit der Aufschrift „Heimat“ zu sehen. Auch ein Schild mit „heimatlos“ und „zuhause“ findet sich darunter. Die Mündener Philosophin Prof. Dr. Karen Joisten, die die Ausstellung eröffnete, sagte dazu: „Jedes dieser Schilder ist für mich eine Art Bekenntnis. Kurz, bündig, subjektiv wird jeweils ein Verständnis von Heimat angesprochen. Dann gibt es 19 „Heimatstoffbilder“. Sie sind nicht auf Leinwand gemalt, sondern auf bereits bedruckten Stoffen mit eigenen Mustern, Farben und Linien. Joisten dazu, „wo wir geboren werden, ob in einem reichen oder armen Land, haben wir nicht in der Hand. Jede Geschichte wird mit ihrem Beginn bei der Geburt eingeschrieben in ein Gewebe weiterer Geschichten, in ein Geschichtenbezugsgewebe, das bereits besteht.“ Für einen Großteil der Menschen ist Heimat das Kaffeerösten, -trinken, -genießen. In jedem Land mag die Zeremonie eine andere sein, in Frankreich, Neuseeland, Finnland, Italien oder Eritrea. Der Genuss dabei scheint der gleiche. Um das zu schmecken, wurde am Sonntag eritreischer und italienischer Kaffee angeboten. Der Eritreische ist stark geröstet und durch den Zusatz von Ingwer ziemlich scharf. Außerdem wurde „Enjera“, das eritreische Brot aus Hirsemehl angeboten. Es sind dünne Fladen. Dazu isst man „Ades“, einen Rote-Linsen-Brei und „Rote Zigni“, eine Art scharf gewürzter Gulasch aus Rindfleisch. Ausstellende Künstlerinnen und Künstler waren Verena und Harald Herth, Mariarosa Ostan Herth, Shanti Ines Kassebon, Sabine und Reinhard Magdeburg, Ulrike, Freia und Jannik Braun, Chiara Fehling, Barbara Brübach, Yonas Alem und Werner Manke. Am Freitagabend, zur Vernissage, unterhielt die aus Brasilien stammende Kerstin Elisabeth Pfeffer-Camera mit Gesang und Gitarre. Ihr erstes Lied: „Wie es ist, wenn man sich nicht zuhause fühlt“. Die Ausstellung wird auf vielfachen Wunsch am kommenden Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr nochmals geöffnet.

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