AWO-Insolvenz: Transfergesellschaft soll Entlassungen abfedern

+

100 Mitarbeiter der AWO GSD müssen gehen. Mündener Rechtsanwalt Martin Bretzler wirbt unter den Betroffene für den Beitritt der Transfergesellschaft

Hann. Münden. Das NZN stet vor dem Verkauf an eine Investorengruppe - 100 Mitarbeiter der insolventen AWO GSD müssen gehen. Der Mündener Rechtsanwalt Martin Bretzler berät derzeit den Betriebsrat des Krankenhauses Hann. Münden (KHM) zum Interessenausgleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern. "Es geht darum, wie es Angestellten ergeht, die an Bord bleiben, aber auch um diejenigen, die gehen müssen. Die Transfergesellschaft (TG), die sich in dieser Woche gründen soll, ist zwar nicht verpflichtend für Arbeitnehmer, denen gekündigt wurde, aber eine Chance", so Bretzler. Ob eine TG Bestand habe, hänge davon ab, wie viele gekündigte Arbeitnehmer sich ihr an-schließen würden. Es müssten möglichst viele sein.

Der Eintritt eines betroffenen Arbeitnehmers in die Transfergesellschaft biete einige Vorteile im Gegensatz zur sofortigen Arbeitslosigkeit. In den kommenden Tagen würden laut Bretzler Gespräche darüber geführt, ob sogar Eintrittsprämien gezahlt werden können, die einen Beitritt attraktiver machen sollen. Die jeweilige Prämienhöhe würde sich nach den Betriebszugehörigkeiten der Betroffenen richten. Außerdem liege laut dem Mündener Rechtsanwalt die Lohnfortzahlung unter dem "neuen Arbeitgeber" im Gegensatz zu einem Arbeitslosengeld höher (80 statt 60 Prozent). Erst nach Ablauf der Transfergesellschaft – nach sechs Monaten – würden die Arbeitnehmer das niedrigere Arbeitslosengeld erhalten. Innerhalb dieser Zeit, bemühten sich Mitarbeiter der TG aktiv mit Bewerbungsberatung und -training darum, die Betroffenen in neue Arbeitsverhältnisse zu vermitteln, so Bretzler. Und weiter: "Die Verhandlungen laufen derzeit mit Futura, einem arbeitnehmerfreundlichen Transfergesellschafter, der gute Leistungen anbietet."Wie viele der ausscheidenden Angestellten dazu bereit seien, in eine mögliche Transfergesellschaft einzutreten, konnte Bretzler nicht sagen: "Es wäre aber für alle vernünftig, zumal innerhalb einer Insolvenz keine Abfindungen gezahlt werden."

Aber es gibt auch einen Haken: "Sollten durch die ehemalige Belegschaft Klagen eingereicht werden, droht die Zerschlagung der Transfergesellschaft", warnt Bretzler. Viele Betroffene würden das allerdings als Erpressung ansehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Keiner gab auf

Cherry-Man 2008: Gewinner Martin Nickelist ber eine Minute schneller als der VorjahressiegerVon MATHIAS SIMONWitzenhausen. berglckli
Keiner gab auf
Geschwindigkeitskontrolle auf der B80: Polizei stellt 239 Verstöße fest
Hann. Münden

Geschwindigkeitskontrolle auf der B80: Polizei stellt 239 Verstöße fest

Hann. Münden. Bei einer Geschwindigkeitsmessung auf der B 80 zwischen Hann. Münden und Hedemünden haben Beamte der Göttinger Verfügungseinheit un
Geschwindigkeitskontrolle auf der B80: Polizei stellt 239 Verstöße fest
Unfall zwischen Meensen und Scheden fordert zwei Schwerverletzte
Hann. Münden

Unfall zwischen Meensen und Scheden fordert zwei Schwerverletzte

Der Wagen kam gestern Abend von der Fahrbahn ab und überschlug sich auf einer Pferdekoppel.
Unfall zwischen Meensen und Scheden fordert zwei Schwerverletzte
Nach Rosins Besuch: So geht es dem Mündener ,Rinderstall’ heute
Hann. Münden

Nach Rosins Besuch: So geht es dem Mündener ,Rinderstall’ heute

Personal im Service immer noch gesucht - Biergartensaison wird am 7. April eröffnet
Nach Rosins Besuch: So geht es dem Mündener ,Rinderstall’ heute

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.