Mündener Bauverein will 2019 kräftig in die Hände spucken

+
Jörg Wieland, Geschäftsführer des Mündener Bauvereins (li.) und Stefan Beer, Technischer Leiter und Prokurist der Mündener Versorgungsbetriebe schauen sich das Areal an der Hallenbadstraße an. Hier sollen in den kommenden Monaten 36 Bauplätze entstehen, für deren Erschließung der Bauverein sorgen will. Kooperationspartner sind in diesem Fall die Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Sie sorgen später für den Betrieb des kalten Nahwärmenetzes, dass ohne fossile Brennstoffe auskommt.

Wohnpark, Wohnblöcke und Kita sollen gebaut werden

Hann. Münden. „2019 ist das Jahr, in dem der Bauverein die größten Bauvorhaben seiner Geschichte angeht“, so beschreibt Jörg Wieland, Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins Münden, die Projekte, die seit Monaten geplant und absehbarer Zeit umgesetzt werden sollen. Zum einen soll in Gimte an der Hallenbadstraße auf einer Fläche von über 22.000 Quadratmetern ein Wohnpark mit 36 Bauplätzen und einem Regenrückhaltebecken entstehen. Der Bauverein will dort für die Erschließung des Geländes sorgen und wird die einzelnen Grundstücke, die zwischen 350 und 600 Quadratmeter groß sind, veräußern. Kostenpunkt pro Quadratmeter: Zwischen 130 und 150 Euro. Interessenten gebe es jede Menge: „Die Nachfrage ist groß“, freut sich Wieland. Laut Flächennutzungsplan ist das Areal als Wohngebiet ausgewiesen. Von der Seite erwarte der Bauverein keine Probleme. Derzeit läuft ein beschleunigtes Aufstellungsverfahren. Danach muss der Stadtrat über den Bebauungsplan entscheiden. Wenn alles glatt geht, könnte die Erschließung des Geländes im kommenden Frühjahr erfolgen, im April/Mai die Besitzer mit dem Bau ihrer Häuser beginnen.

Hinter dem Wohnpark gibt es noch weitere Freiflächen, die man bebauen könnte: „Je nachdem, wie gut das Projekt abläuft, könnte man über eine Erweiterung nachdenken“, sagt Wieland.

Fossile Brennstoffe sind tabu

Für die Wärmeversorgung wird weder Gas noch Öl benötigt: „In Bezug auf die Wärmeversorgung des Gebietes werden fossile Brennstoffe ausgeschlossen. In Verbindung mit gut gedämmten Gebäuden bedarf es grundsätzlich weniger Primärenergie als in früheren Wohngebäuden. Ziel des Bauvereins ist es, eine zukunftsorientierte, ressourcenschonende und emissionsarme Wärmeversorgung mittels Erdwärme und einem kalten Nahwärmenetz aufzubauen. Dabei sollen innerhalb der Fläche für Versorgungsanlagen im Nordwesten Erdsonden eingebracht werden, die die Erdwärme aufnehmen und über ein öffentliches Leitungsnetz zu den privaten Grundstücken leiten. In den jeweiligen Wohngebäuden müssen dann nur noch Wärmepumpen mit Pufferspeicher installiert werden. Mit privaten thermischen Solaranlagen und PV-Anlagen sowie dem Einsatz regenerativ erzeugter elektrischer Energie kann eine umweltfreundliche Wärmeversorgung der Gebäude sichergestellt werden. Für den Bau und Betrieb des Netzes haben wir die Mündener Versorgungsbetriebe (VHM) gewinnen können“, erläutert Wieland.

VHM-Prokurist Stefan Beer teilt mit: „Die Wärmeversorgung erfolgt über das kalte Nahwärmenetz klimaneutral und kommt mit 8 bis 30 Grad Celsius aus. Zusätzlich sind in diesem Projekt Pufferspeicher und Photovoltaikanlagen angedacht. Somit könnte hier ein Wohnpark mit umweltschonender Wärme- und Energieversorgung entstehen.“

Gewinn wird wieder investiert

Der Bauverein rechnet mit einem Gewinn von 500.000 Euro. Das Geld, so Wieland, soll als Eigenkapital in den Bau einer Kindertagesstätte und zwei Wohnblöcken mit 36 insgesamt Wohnungen am Entenbusch/Wittenborn fließen. Ein ambitioniertes Vorhaben, denn ab Herbst 2019 sollen in der Kita vier Gruppen mit insgesamt 90 Kindern betreut werden. Insgesamt zehn Millionen Euro werde der Bauverein dafür in die Hand nehmen, allein die Kita wird 2,5 Mio. Euro kosten. Sie werde, so Wieland, nach dem Bau von der Stadt gemietet.

Der Bauverein entschloss sich zur Planung der Projekte, da zum Einen die Nachfrage nach Wohnraum groß sei und zum Anderem weil die StadtBetreuungsplätze für den Nachwuchs vorhalten müsse, aber aufgrund der angespannten finanziellen Situation derzeit nicht in der Lage sei, selbst für sie zu sorgen. „Das kommende Jahr wird aufregend für uns. Aber wir freuen uns auf diese Aufgaben“, blickt der Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft. Kaufinteressenten erhalten weitere Informationen beim Bauverein unter 05541-956080 oder per E-Mail unter wieland@bauverein-muenden.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

In Hann. Münden wird die Hundesteuer angehoben

Ab Januar zahlen Hundebesitzer mehr für ihre Vierbeiner
In Hann. Münden wird die Hundesteuer angehoben

Große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung nach Hausbrand – Verein übergibt 2.500 Euro

Die Betroffenen haben fast alles verloren, sind aber sehr dankbar, dass es nicht noch schlimmer kam
Große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung nach Hausbrand – Verein übergibt 2.500 Euro

Ausströmendes Gas einer Propangasflache entzündete sich

Hausbesitzer stürzte mit Ofen - Passant eilte zu Hilfe und verhinderte Schlimmeres
Ausströmendes Gas einer Propangasflache entzündete sich

Auto überschlug sich auf der B 80

Zu einem Unfall kam es heute Mittag zwischen Laubach und Hedemünden
Auto überschlug sich auf der B 80

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.