Einer lügt: Wer hat die 44-Jährige im Botanischen Garten verletzt?

Undurchsichtige Verhandlung um eine mutmaßliche Körperverletzung im Sommer

Hann. Münden. Vor dem Mündener Amtsgericht muss sich derzeit ein 33-Jähriger verantworten. Ihm wird vorgeworfen seine frühere Lebensgefährtin im Botanischen Garten geschlagen und getreten zu haben. Der Mann mit italienischer Abstammung bestreitet die Tat. Im Juni dieses Jahres erstattete das 44-jährige vermeintliche Opfer Anzeige gegen den 33-Jährigen wegen Körperverletzung. Bei der Polizei gab die Frau an, dass sie sich mit ihrem Ex im Park verabredet hatte, um eine Jacke zu übergeben – beide seien zu dem Zeitpunkt bereits getrennt gewesen. Das Treffen sei schließlich aus dem Ruder gelaufen, der 33-Jährige soll aggressiv geworden sein. Als die Frau den Ort verlassen wollte, soll sie von dem Angeklagten an den Haaren gezogen, zu Fall gebracht, ins Gesicht und auf den Kopf geschlagen worden sein. Außerdem habe der Angreifer sie in das Gesäß getreten. Dabei soll die Frau Prellungen erlitten haben, die später von der Polizei festgestellt wurden. Als die Frau um Hilfe schrie, sei der 33-Jährige geflüchtet. Die Frau habe daraufhin den Notruf gewählt und die eintreffenden Beamten hätten sich um die Verletzte gekümmert. So lautet die Version von Staatsanwaltschaft und der Geschädigten. Warum der Mann zugeschlagen und -getreten haben soll, blieb unklar.

Angeklagter: ,Habe zum Tatzeitpunkt Fußball geschaut’

Von den Vorwürfen will der Angeklagte allerdings nichts wissen. Er habe zum eigentlichen Tatzeitpunkt zuhause Spiele der Fußballweltmeisterschaft vor dem Fernseher verfolgt. Seine Mutter, die mit ihm in der Wohnung lebt, hatte das als Zeugin vor Gericht bestätigt. Der 33-Jährige vermutet, dass seine Ex das Ganze inszeniert hatte, weil sie mit der Trennung nicht klargekommen sei. Nun soll das Handy des Angeklagten ausgewertet werden, denn die Frau behauptet, dass sich das einstige Paar trotz Trennung im April immer wieder geschrieben und der 33-Jährige zu dem Treffen im Park gebeten habe. E-Mail-Verläufe sollen das bestätigen. Deshalb wurde das Smartphone des Angeklagten beschlagnahmt. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld. Er vermutet, dass die vor Gericht vorgelegten E-Mails von der 44-Jährigen selbst verfasst wurden – sie habe das Passwort seines Postfachs gekannt. Er habe seit Monaten keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt, schon gar nicht am Tag der angeblichen Tat. Damit widerspricht er den Aussagen des mutmaßlichen Opfers.

Die Hauptverhandlung wurde unterbrochen und soll Anfang Januar fortgesetzt werden. Dann soll die Auswertung des digitalen Schriftverkehrs vorliegen. Richterin Dr. Christine Kunst ermahnte den Angeklagten: „Wenn sich die Vorwürfe ihrer Ex-Freundin bewahrheiten, hätten Sie gelogen, was nicht zu ihren Gunsten bewertet würde. Gehen sie nochmal in sich. Sie sind nicht vorbestraft, haben keine Gefängnisstrafe zu befürchten.“

Doch der Angeklagte wiederholte mit der Sache nichts zu tun zu haben. Sollte die Exfreundin wiederum die Geschichte erfunden haben, drohen ihr eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe wegen Falschaussage vor Gericht.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Verbaler Streit eskaliert: 36-Jähriger schwer verletzt

Haftrichter erlässt U-Haftbefehl gegen 43-jährigen Tatverdächtigen
Verbaler Streit eskaliert: 36-Jähriger schwer verletzt

Straßenausbaubeiträge sind Mündenern ein Dorn im Auge

Mehrere Bürgerinitiativen nach Informationsabend gegründet
Straßenausbaubeiträge sind Mündenern ein Dorn im Auge

Geldregen vom Land für Staufenberg

Gemeinde setzt auf finanzielle Hilfe von außen, muss dafür aber auch selbst einiges tun
Geldregen vom Land für Staufenberg

Die Leiche im Göttinger Stadtwald

NDR dreht nächsten Tatort in Südniedersachsen mit Maria Furtwängler und Florence Kasumba
Die Leiche im Göttinger Stadtwald

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.