Brandstiftungen und Betrug am Fließband: 24-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Göttingen verantworten

Polizeiauto steht mit eingeschaltete, Blaulicht auf der Straße.
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Der Angeschuldigte konnte Ende September in einem Hotel in Königslutter festgenommen werden. 

Durch das Anzünden von Scheunen, Gartenlauben und Strohlager sowie das Prellen der Zechen von Tankstellen und Hotels richtete der junge Mann aus dem Großraum Braunschweig/Wolfsburg einen Schaden an, der in die Hunderttausende geht.

Göttingen. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat gegen einen 24 Jahre alten Mann aus dem Großraum Braunschweig/Wolfsburg, der früher in Einbeck wohnhaft war, Anklage vor der großen Strafkammer des Landgerichts Göttingen erhoben. Ihm werden 16 Brandstiftungen, die Unterschlagung eines Pkw sowie 33 Betrugstaten zum Nachteil von Hotelbetreibern und Tankstelleninhabern zur Last gelegt.

Der Angeschuldigte soll laut Oberstaatsanwalt Andreas Buick zunächst im Juli 2020 in Hildesheim unter dem Vorwand, eine Probefahrt durchführen zu wollen, einen Pkw VW Golf VII 4 Motion mit einem Zeitwert von 37.000 Euro erlangt haben. In der Folgezeit soll er das Fahrzeug genutzt haben, um im August und September vergangenen Jahres Brände zu legen. Ab dem 25. August soll er in Einbeck insgesamt neun Gartenlauben und einen Schuppen durch Brandsetzung zerstört haben. Am 29. August soll er dann ein unbewohntes Wohnhaus in Einbeck in Brand gesetzt haben, welches komplett ausbrannte. Einen Tag später soll er im Einbecker Ortsteil Kohnsen ein Strohlager entzündet haben. Das Feuer griff auf den Dachstuhl der daneben befindlichen Scheune in Teilbereichen über, so dass ein Sachschaden in Höhe von 35.000 Euro entstand. Am selben Tattag soll er in Einbeck/Rotenkirchen an einem landwirtschaftlichen Gebäude die hölzerne Fassadenverkleidung sowie ein Tor in Brand gesetzt haben. Durch ein frühzeitiges Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Vollbrand verhindert und die Gefahr beseitigt werden, dass dort gelagerter Flüssigdünger detoniert. Des weiteren werden dem Angeschuldigten die Inbrandsetzung eines Holzstapels in Einbeck/Rittierode am 31. August sowie die Inbrandsetzung einer Fachwerkscheune mit einem darin befindlichen Strohlager in Einbeck/Stroit am 4. September zur Last gelegt. Durch das Feuer wurde die Scheune vollständig zerstört. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 250.000 Euro. Durch das Entzünden einer Scheune in Einbeck/Dassensen am 7. September soll ein weiterer Sachschaden in Höhe von 15.000 Euro entstanden sein. In vier weiteren Fällen soll der Angeschuldigte ab dem 9. September in Einbeck und Northeim große Mengen an Strohballen – in einem Fall alleine 2.000 Stück – entzündet haben.

Eine Wildkamera überführte den Täter

Zum Zeitpunkt der letzten Tat wurde der Angeschuldigte in unmittelbarer Tatortnähe durch eine Wildkamera fotografiert, wodurch er identifiziert werden konnte. Während des gesamten Tatzeitraums von Juli bis September 2020 soll der Angeschuldigte an zahlreichen Tankstellen getankt haben und anschließend mit dem Pkw davongefahren sein, ohne die Tankrechnungen zu begleichen. Des Weiteren soll er in dieser Zeit in diversen Hotels übernachtet und diese verlassen haben, ohne die Kosten für die Übernachtung sowie Speisen und Getränke beglichen zu haben.

Der Angeschuldigte hat sämtliche Taten eingeräumt. Er hat angegeben, planlos durch Niedersachsen gefahren und ab Ende August 2020 die Brände gelegt zu haben. Die Brandlegungen seien für ihn ein entlastendes Ventil gewesen. Er habe in diesen Momenten keine Sorgen und Probleme gespürt. Im Nachhinein bereue er es, diese Dinge getan zu haben.

Der Angeschuldigte konnte Ende September in einem Hotel in Königslutter durch Einsatzkräfte des mobilen Einsatzkommandos des Landeskriminalamtes festgenommen werden. Er wurde anschließend dem zuständigen Ermittlungsrichter in Göttingen vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Seitdem befindet sich der Angeschuldigte in Untersuchungshaft. Ein Hauptverhandlungstermin steht noch nicht fest.

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