Der Reinhardswald hat jetzt eine eigene Briefmarke

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(V.li.) Uwe Krüper und Regina Körner präsentieren die Sonderbriefmarke „Reinhardswald Hessen“. Die 90 Cent Briefmarke ist seit Anfang November unter anderem in der Postfiliale in Veckerhagen erhältlich.

Vom Urwald in wie weite Weld: Sonderbriefmarke "Reinhardswald Hessen"

Reinhardshagen. Abtrennen, aufkleben, versenden- und schon macht sich eine Briefmarke auf den Weg in Richtung Gemeinden in Deutschland, Europa oder Übersee. Seit etwa acht Wochen ist eine 90 Cent Sonderbriefmarke mit der Kamineiche aus dem Urwald Sababurg erhältlich und wirbt so auch in der Ferne für den Reinhardswald und die hiesige Region. Hinter dem Projekt steht unter anderem Hermann-Josef Rapp, auch bekannt als „Stimme des Reinhardswaldes“, der vor einiger Zeit von der Deutschen Post kontaktiert wurde. „Diese Briefmarke ist eine wichtige Identifikation für die Bewohner der Region. Gerade die Kamineiche gilt als Aushängeschild des Urwalds und beliebtes Fotomotiv“, berichtet Rapp. Doch auch neben diesem eindrucksvollen Baum bietet der Urwald weitere Besonderheiten, die zu einer Führung oder einem Spaziergang einladen. Inmitten von naturbelassenen Lebensräumen für eine enorme Artenvielfalt lässt sich so einiges beobachten. Im Naturpark fallen etwa weitere über 600 Jahre alte riesige Eichen oder naturbelassenes und damit wildes Land ins Auge. Einen weiteren Höhepunkt stellt der Holzapfel, Baum des Jahres 2013, dar, der ebenfalls im Urwald heimisch ist und zu den seltensten Baumarten Deutschlands zählt. „Der Holzapfel stammt aus der Zeit der Nutzung als Hutewald. Diese seltene Baumart hier anzutreffen, ist großartig“, sagt Wilfried Bettenhausen, Naturschutzbeauftragter bei der Hessen Forst in Reinhardshagen. Bettenhausen bietet mit einigen Kollegen Führungen im Urwald an (Kontakt unter S 05544-95100).

,Kamineiche ist eine der Höhepunkte’

„Die Besucher kommen aus nah und fern und sind stets an den Geschichten rund um den Urwald interessiert. Durch zusätzliche Stege sind die Wege gut begehbar, werden zudem ständig gepflegt und erneuert. Die Kamineiche ist einer der Höhepunkte der Urwaldführung und allein der Anblick dieses mächtigen Baumes hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei den Menschen“, so Bettenhausen. Dies sind nur einige Argumente, die die Auswahl der Kamineiche, stellvertretend für den Reinhardswald und die Region, als Briefmarkenmotiv begründen. „Insbesondere die Ruhe, die der Wald als Lärmschutzgebiet bietet, stellt einen besonderer Ausgleich zum sonst oftmals hektischen Alltag dar. So erhalten die Besucher speziell bei Führungen einen besonderen Zugang zur Natur. Zudem sind der nahegelegene Tierpark und das Dornröschenschloss Sababurg tolle Ausflugsziele. Und auch der Friedwald Reinhardswald, der 2001 eröffnet wurde, war der erste seiner Art“, ergänzt Rapp. „Man kann die Marke als Privileg und Qualitätsbeweis für die Region sehen. Bereits zum zweiten Mal hat es ein Baum von hier auf eine Briefmarke geschafft und sich erneut gegen andere Konkurrenten durchgesetzt. Das zeigt die hohe Qualität der Bäume“, sagt Günther Koseck vom Dornröschenschloss Sababurg. Auch für die Gemeinde Reinhardshagen hat die Briefmarke eine große Bedeutung. „Wir teilen uns mit dem Wald nicht nur den Vornamen „Reinhard“. Gemeinde und Wald gehören unmittelbar zusammen. Die Kamineiche und der Reinhardswald repräsentieren zudem die Schönheit und Urtümlichkeit unserer Region“, so Fred Dettmar, Bürgermeister Reinhardshagens. Doch wie kommt die Briefmarke überhaupt bei den Menschen an? „Wir werden häufig auf die Marke angesprochen oder bieten sie direkt an. Die Resonanz ist äußerst positiv“, betont Regina Körner von der Postfiliale in Veckerhagen.

Die Briefmarke lichtet zwar augenscheinlich nur ein Symbol ab, doch hinter diesem Motiv der Kamineiche versteckt sich eine weitreichende Geschichte. Sie steht stellvertretend für einen märchenhaften Urwald, der sich durch eine ökologische Vielfalt und reizvolle Besonderheiten auszeichnet und folglich zu den bekanntesten Wäldern Deutschlands zählt. Zudem ist der Reinhardswald neuerdings ein anerkannter Naturpark. Dass sich diese Briefmarke mit dem Motiv der Kamineiche samt ihrer bedeutenden Historie im Gepäck nun auf den Weg in die weite Welt begeben kann, ist eine nicht zu unterschätzende Auszeichnung für die Region. Mehr Informationen zum Urwald und der berühmten Kamineiche lassen sich in den Publikationen „Riesige Eichen“ und „Baumriesen und Adlerfarn: Der „Urwald Sababurg" im Reinhardswald“ nachlesen.

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