Bühnenbilder des Lebens zeigen Zukunftspläne von Mündener Schülern

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Junge Künstler: von links Phillip Simand, Christoph Huber, Theaterpädagoge, Trezgy Okubay, Karina Hoßfeld, Diplom Pädagogin und Projektleiterin, Hakimi Atig, Antonis Filipaios, Steffen Mutschler, Bühnenbildner und Karin Zimmermann-Geiger, Lehrerin.

Ergebisse des VNB-Projekts der Berufsbildenden Schulen vorgestellt

Hann.Münden.  Sie sehen aus wie kleine Theaterbühnen, die Modelle der Berufseinstiegsklasse der Berufsbildenden Schulen (BBS). Mit handwerklichem und künstlerischem Geschick haben elf Schüler aus Styropor, Farben und anderen Materialien „Bühnenbilder ihres Lebens“ gefertigt. Jedes „maßstabsgetreue Bild“ erzählt eine andere Geschichte und spiegelt deren Berufswunsch, Lebensvision oder Kompetenz wider. Ausgestellt wurden sie am vergangenen Donnerstagvormittag in der BBS. Da ist eine Autowerkstatt mit angrenzendem Büro. Ein anderes Modell zeigt einen Kfz-Verkaufsraum mit Werkstatt. Ein Schüler bastelte ein Auto auf einer Straße, die durch eine Wüstenlandschaft „führt“. Ein anderer stellt einen Unfall dar, dabei liegt ein Lastwagen auf der Seite. Einen konkreten Berufswunsch hat Trezgy Okubay. Sein Modell ist eine Autowerkstatt mit Hebebühne. Das ist sein „Wunscharbeitsplatz“. Dafür macht er seinen Hauptschulabschluss. Vor einem Jahr ist er aus Eritrea geflüchtet und spricht schon ausgesprochen gut Deutsch. Auch Phillip Simand hat ein Auto in „Zusammenarbeit mit einem Mechatroniker und Lackierer“ gebastelt. Es steht vor einer „New-York-Kulisse“. Er nimmt das Dach des breiten Lasters ab. Zum Vorschein kommt eine kleine Küche. „Das ist ein Fastfood Truck“, sagt er. Nach seinem Hauptschulabschluss möchte er eine Ausbildung zum Koch machen. Bei Hakimi Atig gibt es kein Auto, sondern einen Boxring, auf dem gekämpft wird. Er möchte Sporttrainer werden. Diplom-Pädagogin Karina Hoßfeld vom VNB Göttingen (Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen) hat das achtmonatige Projekt geleitet. Unterstützt wurde sie von Bühnenbildner Steffen Mutschler und dem Theaterpädagogen Christoph Huber. Ferner Filmemacher Thomas Kirchberg, der die Jugendlichen in die Filmarbeit einführte. Dazu gehörten auch aufgenommene Bewerbungsgespräche, die anschließend ausgewertet wurden.

Große Hilfsbereitschaft untereinander

Die zwischen 15 und 19 Jahre alten Schüler hätten gut mitgearbeitet, erzählt Hoßfeld. „Überrascht hat mich die große Hilfsbereitschaft der Schüler untereinander beim Modellbau.“ Die Hälfte seien Flüchtlinge, deren Sprachkenntnisse haben sich in den acht Monaten „deutlich verbessert, sie bemühen sich, Deutsch zu lernen.“ Das Projekt des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen Göttingen wurde gefördert durch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, die Klosterkammer Hannover, die VGH-Stiftung und den Landkreis Göttingen. Zielgruppe sind junge geflüchtete Männer, die so in ihrer „beruflichen Orientierung“ unterstützt werden. Der Einsatz kreativer Methoden erweitert die „herkömmliche schulische Berufsorientierung“. Für die Schüler bedeutet das eine „Berufsbilderweiterung“. Aber auch die Schule selbst profitiert durch das Projekt für ihre weitere „Umsetzung von Berufsorientierung und letztlich auch der Arbeitsmarkt“, so Hoßfeld.

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