In Reinhardshagen machen Ehrenamtliche mobil

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Stehen hinter dem etablierten Projekt „Bürgerbus“: (V.li.) Albert Kauffeld, stellvertretender Bürgermeister Reinhardshagens und selbst ehrenamtlicher Bürgerbus-Fahrer, Verwaltungsmitarbeiterin Manuela Medek, Bürgerbus-Fahrerin Gudrun Koch, Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar und Werner Grohmann, Sprecher des Arbeitskreises Nachbarschaftshilfe.

Bürgerbus-Projekt wird fünf Jahre alt

Reinhardshagen. Wenn der Bürgerbus durch Reinhardshagen rollt, dann bringt er ältere Bürger und Menschen mit Bewegungseinschränkungen oder ohne fahrbaren Untersatz zu Ärzten, Friseuren, Supermärkten oder anderen Einrichtungen der Kommune. Seit fünf Jahren gibt es das Zusatzangebot in Nordhessens Gemeinde, das von der Nachbarschaftshilfe, einer Initiative reger Bürgerinnen und Bürger, aktiv begleitet wird. Rund 30 ehrenamtliche Fahrer gibt es heute, die sich hinter dem Steuer des schwarzen Opel-Busses abwechseln. Zweimal pro Woche – jeden Dienstag und Freitag zwischen 8 und 13 Uhr – bringen bis zu zwei Nachbarschaftshelfer die vorangemeldeten Fahrgäste zu ihrem Wunschort innerhalb Vaakes oder Veckerhagens und wieder zurück. Pro Tag sind es zwischen sieben und 15 Fahrgäste.

„Manchmal ist es gut einen Beifahrer dabei zu haben, der auch mal Einkaufstüten bis zur Tür tragen kann, weshalb auch viele Zweierteams unterwegs sind“, erklärt Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar. Die Voranmeldungen für die Fahrten gehen bei Manuela Medek (Tel. 05544-950721) ein, die anhand der Nachfrage Fahrplan und -routen, manchmal auch sehr kurzfristig erstellt. Per Handy können die Fahrer über spontane Änderungen jederzeit informiert werden. Rund 25.000 Kilometer hat der Bürgerbus seit seiner Anschaffung schon unter seine Reifenprofile genommen. Zwischenzeitlich wechselte das Fahrzeug. Dazu steuerte der Landkreis Kassel immerhin 20.000 Euro bei. Die laufenden Kosten übernimmt die Gemeinde. Die werden etwas durch den Fahrpreis gesenkt, denn eine Fahrt kostet einen Euro. Dennoch deckt der Betrag längst nicht die Ausgaben für Sprit, Versicherung und Steuer. In erster Linie gehe es bei dem Projekt aber nicht um Profit: „Wir wollten für alle ein Angebot schaffen, die nicht mobil sind. Den Öffentlichen Personennahverkehr gibt es innerhalb der Gemeinde natürlich, aber hier leben Menschen, die nicht einmal zu den Haltestellen kommen und vor der Haustür abgeholt werden müssen“, informiert Albert Kauffeld.

Die Nachfrage nach den Bürgerbus sei übrigens nicht nur innerhalb Reinhardshagens in den vergangenen Jahren gestiegen, sondern auch in Oberweser, Trendelburg und Bodenfelde, wo die Idee kopiert wurde: „Auch dort werden die Menschen nun mal nicht jünger“, zuckt Dettmar in Anspielung auf den demografischen Wandel mit den Achseln. Fahrer könne es für den Bürgerbus übrigens nie genug geben: „Aufgrund von Krankheit und Urlaub haben wir manchmal mit personellen Engpässen zu kämpfen. Wer sich selbst aktiv beim Projekt einbringen und hinter dem Steuer des Bürgerbusses Platz nehmen möchte kann sich jederzeit im Rathaus melden“, gibt Medek einen Hinweis. „Wir danken an dieser Stelle allen Unterstützern und natürlich auch den freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern für ihre Unterstützung. Ohne sie hätten wir dieses Projekt nicht verwirklichen können“, ergänzt Werner Grohmann, Sprecher des Arbeitskreises Nachbarschaftshilfe.

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