Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt kauft ihr viertes Haus

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Bernd Demandt vor der Eingangstür der Ziegelstraße 65. Das Alter des Hauses schätzt das Vorstandsmitglied der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt auf 400 Jahre oder älter.

Die Bewegung ist nicht zu stoppen: Die Bürgergenossenschaft hat ihr viertes Haus gekauft. Und die Sanierungsarbeiten sollen noch im Februar beginnen.

Hann. Münden - Zwischen Bergen von Büchern, 70er-Jahre-Möbeln und Ölgemälden wuselt Bernd Demandt, Vorstandsmitglied der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt, herum. Aus einem Plastiksack zieht er ein Brautkleid heraus, in dem noch die Rechnung eines Textilreinigungsgeschäfts zu lesen ist: „Solche Schätze finden wir hier reihenweise. Am 1. Februar werden wir alles zum Verkauf anbieten“, sagt der Denkmalaktivist. Demandt steht innerhalb der Mauern von Ziegelstraße 65. Anfang vergangener Woche haben die Bürgergenossen es von einem älteren Ehepaar erworben, das die Immobilie etwa drei als Lagerstätte nutzte. Bei ihrem Auszug ließen sie viele Dinge zurück. Die übernimmt nun die Genossenschaft, darauf hätten sie sich laut Demandt mit der Bürgergenossenschaft als neue Besitzerin geeinigt.

Charme der 60er und 70er Jahre versprühen Tapeten, Möbel und Lampen. Möbel, Uhren und kleine Ziergegenstände sollen am Tag der offenen Tür verkauft werden.

Das bedeutet, alles kann veräußert werden: Lampen, Möbel, Geschirr, Kleidung, Bücher, Bilder – das Meiste ist in einem guten Zustand. Auch die Bausubstanz des Gebäudes ist, anders als bei den beiden Vorprojekten in der Speckstraße 7 respektive Radbrunnenstraße 16, auf den ersten Blick akzeptabel: „Wir möchten das Gebäude baulich gesehen so lassen, wie es ist und müssen dadurch auch keinen Bauantrag stellen. Somit können wir sofort mit den Arbeiten beginnen.“ Die Immobilie in der Siebenturmstraße 5 müsse auf eine Renovierung dagegen noch warten, weil Bauanträge gestellt, sowie Statik geprüft werden müssten.

Tag der offenen Tür am kommenden Samstag

Die Lage in der Ziegelstraße 65 gestalte sich einfacher. Man werde noch im Februar mit den Sanierungsarbeiten beginnen, informiert Demandt. Neugierigen Blicken steht das Gebäude am Samstag, 1. Februar, 11 bis 17 Uhr, offen. Dann könnten sich Besucher einen Überblick vom Ist-Zustand verschaffen, um später einen Vergleich ziehen zu können. Zeitgleich sei um die Ecke die neue Werkstatt- und Lagerhalle der Bürgergenossen, Hinter der Stadtmauer 23, zugänglich. Dort würden Möbel zum Verkauf angeboten, die im „Hauptquartier“ der Genossenschaft in der Burgstraße keinen Platz gefunden hätten.

„Guckuck“: Bernd Demandt zeigt den Weg in den Gewölbekeller – vom Badezimmer aus!

Alter des Hauses noch nicht genau bestimmt

Demandt schätzt das Alter der neuen Errungenschaft, für den die Bürgergenossen eine niedrige fünfstellige Summe hingeblättert hat, auf über 400 Jahre. „Wir werden Proben nehmen, um das Baujahr genauer einzugrenzen. Es war im klassischen Stil eines Tagelöhner- oder Handwerkerhauses ursprünglich zweistöckig errichtet worden. Im 20. Jahrhundert wurde dann das Dachgeschoss als dritte Ebene ausgebaut. Insgesamt 120 Quadratmeter Wohnfläche bietet die Immobilie, dazu einen zehn Quadratmeter großen Innenhof sowie ein neun Quadratmeter großes Hintergebäude. Der Clou: Wenn man in den Hinterhof geht, steht man direkt vor der Rückseite unseres Hauses, der Radbrunnenstraße 16“, schildert Demandt.

Kurios ist der Zugang zum Kellergewölbe über das Bad: Direkt neben der Dusche kann man eine Bodenklappe öffnen, unter der man eine Steintreppe findet. Einen fixen Fertigstellungstermin habe man derzeit noch nicht ausgerufen. Geflachst habe man darüber, dass die neuen Mieter im Spätherbst einziehen könnten, Interessenten gebe es schon. Allerdings wisse niemand, wie gut die Substanz des Hauses genau sei. Das würden erst die Arbeiten zutage fördern. In ein paar Wochen wisse man mehr.

Wie Bernd Demandt den Erfolg der BG einschätzt, hat er uns im Interview erzählt.

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