Bundestagswahl: Zehn Kandidaten - eine Frage

„Warum sollen sich die Bürger ausgerechnet für Sie entscheiden?" Diese Frage beantworten Ihnen die zehn Kandidaten für Ihren Wahlkreis.

Göttingen/Hann. Münden. Am kommenden Sonntag findet die Bundestagswahl in Deutschland statt. Ab 8 Uhr können die Bürger dann an die Wahlurnen treten, um ihr Kreuz für ihren Favoriten zu setzen. Im Wahlkreis 53/Göttingen treten in diesem Jahr zehn Kandidaten an, um einen Platz im Bundestag zu bekommen: Fritz Güntzler (CDU), Thomas Oppermann (SPD), Jürgen Trittin (Grüne), Konrad Kelm (Die Linke), Konstantin Elias Kuhle (FPD), Rainer Nowak (Freie Wähler), Pierre Hillebrecht (AfD), Dana Maria Rotter (Piraten), Kay Langemeier (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands), und Dr. Christian Prachar (Die Partei). Die Kandidaten für Ihren Wahlkreis stellen sich in aller Kürze vor. Die alles entscheidende Frage lautet: Warum sollen sich die Bürger ausgerechnet für Sie entscheiden?

Fritz Güntzler (CDU)

Fritz Güntzler (CDU)

„Eine erfolgreiche Politik kann immer nur eine Politik sein, die die Menschen mit ihren Fähigkeiten, aber auch ihren Sorgen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt rückt. Kurzum: Politik braucht Menschen. Das ist auch zugleich mein Anspruch an meine politische Arbeit: Mensch sein. Ich bin seit meinem Einzug in den Deutschen Bundestag im Jahr 2013 sehr viel in meinem Wahlkreis unterwegs, ich spreche viel mit den Menschen, erfahre so von ihren Sorgen und Probleme. Neben vielen Veranstaltungen, Diskussionen und Bürgersprechstunden war ich vier Mal auf großer Sommertour durch den gesamten Wahlkreis. Zu „Fritz im Dialog“ habe ich 14 Mal zu Veranstaltungen mit bestimmten aktuellen Themen, wie beispielsweise Mindestlohn, Entwicklungshilfe, Zukunft der Pflege oder Niedrigzinsphase eingeladen. Auch vor Ort konnte ich Einiges bewegen. Ich habe mich für schnelles Internet und Fördermittel für Mündener Integrationsprojekte eingesetzt. Auch die kleineren Ortschaften liegen mir am Herzen. Erst vor kurzem habe ich mich bei der Telekom für eine bessere Netzabdeckung beim Mobilfunk in Sichelnstein und Nienhagen eingesetzt. Diese Arbeit möchte ich gerne fortsetzen. Geben Sie mir Ihre Stimme, damit ich mich auch weiterhin für die Menschen hier im Wahlkreis einsetzen kann.“

Thomas Oppermann (SPD)

Thomas Oppermann (SPD)

„Ich kenne unsere Region sehr gut, weil ich seit über 40 Jahren hier mit meiner Familie lebe. Hier bin ich zuhause. In Göttingen habe ich studiert, in Hann. Münden hatte ich meinen ersten Job. Mein Ziel ist es, dass alle Menschen am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben können. Ich will ein modernes, tolerantes und weltoffenes Deutschland, in dem jeder selbstbestimmt leben kann. Dafür brauchen wir einen Staat, der für Sicherheit und sozialen Zusammenhalt sorgt, der Chancen für alle schafft und das Vertrauen in unsere Gesellschaft stärkt.

Durch meinen Friedensdienst für einfache Landarbeiter bei Aktion Sühnezeichen habe ich als junger Student gelernt, dass sich soziale Gerechtigkeit nicht von selbst einstellt, sondern immer das Ergebnis politischer Einmischung ist. Dafür arbeite ich als Fraktionsvorsitzender der SPD im Deutschen Bundestag. Unser Zuhause hat damit eine starke Stimme in Berlin. Deshalb bitte ich Sie am 24. September um Ihre Unterstützung – am besten mit beiden Stimmen.“

Jürgen Trittin (Grüne)

Jürgen Trittin (Grüne)

„Wir wollen unser Land zum Guten verändern. Deutschland muss aufhören, beim Klimaschutz auf der Bremse zu stehen. Wenn nichts passiert, werden wir unsere Klimaschutzziele für das Jahr 2020 verfehlen. Wegen der Kohle, wegen steigender Verkehrsemissionen. Deshalb werden wir die 20 ältesten Kohlekraftwerke sofort abschalten. Bis 2030 wollen wir die Kohlenutzung ohne betriebsbedingte Kündigungen ganz beenden. Deshalb müssen Diesel endlich die gesetzlichen Regeln einhalten – mit Nachrüstungen auf Kosten der Autoindustrie. Der Verkehr von morgen wird emissionsfrei sein. Deshalb dürfen ab 2030 keine Autos mehr mit fossilen Verbrennungsmotoren zugelassen werden. Mit Grün gibt es mehr soziale Gerechtigkeit! Dass Arbeitnehmer mehr in die Krankenversicherung einzahlen als Arbeitgeber, werden wir beenden und die paritätische Beitragszahlung wieder einführen. Wir wollen eine solidarische Bürgerversicherung. Freier Handel muss fairer Handel sein! Offene Märkte schafft man nicht privaten Geheimgerichten. Deshalb dürfen die Handelsabkommen mit Kanada und Japan so nicht ratifiziert werden. Solange die USA nicht in das Pariser Klimaschutzabkommen zurückkehren, kann es keinen Neustart für TTIP geben.“

Konrad Kelm (Die Linke)

Konrad Kelm (Die Linke)

„Die Linke macht den Unterschied. Es lohnt sich, seine Stimme abzugeben und selbst mitzuentscheiden, ob Politik weiter nur über die Sorgen der Menschen redet, aber nichts dagegen tut, dass in unserem reichen Land die Armut weiter steigt. Mehr Brutto und mehr Netto: Kleine und mittlere Einkommen bei Steuern und Krankenkassenbeiträgen entlasten. Armut muss Fremdwort werden: Kindergelderhöhung auf 328 Euro für alle, dann eine Kindergrundsicherung. Wir verlängern das Arbeitslosengeld I, statt Hartz IV Mindestsicherung von 1050 Euro, die nicht gekürzt werden kann. Gesundheit ist keine Ware: Solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, in die alle einzahlen. 160.000 Stellen in den Krankenhäusern fehlen. Wohnen ist ein Menschenrecht: Jährlich mindestens 250 000 Wohnungen im sozialen oder gemeinnützigen Wohnungsbau.

Ohne Frieden ist alles nichts: Abrüsten statt Aufrüsten. Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland. Verbot von Waffenexporten. Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr.“

Konstantin Elias Kuhle (FDP)

Konstantin Elias Kuhle (FDP)

„Mein Name ist Konstantin Kuhle. Ich bin 28 Jahre alt. Aufgewachsen bin ich im Landkreis Northeim. Nach Abitur und Zivildienst studierte ich Rechtswissenschaft in Hamburg und Paris. Heute lebe ich in Göttingen und arbeite als Rechtsanwalt in Hannover. Ich gehöre zu einer Generation, die sich geschlossene Grenzen in Europa nicht vorstellen kann. Um dies zu erhalten muss Europa gemeinsam für klare Regeln in der Flüchtlingsfrage und für Sicherheit sorgen.

Ich möchte, dass Deutschland endlich die Chancen der Digitalisierung nutzt. Die öffentliche Verwaltung muss in diesem Zusammenhang schneller und bürgernaher werden. Außerdem müssen wir mehr in Bildung investieren.

Die Stimme der jungen Generation ist im Deutschen Bundestag nicht stark genug. Es kann nicht sein, dass die Wahlgeschenke von heute in der Zukunft bezahlt werden müssen. Die FDP setzt auf ein flexibles Renteneintrittsalter, mehr Möglichkeiten des Hinzuverdienstes und eine Mischung aus staatlicher und privater Vorsorge.“

Pierre Hillebrecht (AfD)

Pierre Hillebrecht (AfD)

„Wenn Sie möchten, dass Deutschland eine Zukunft hat, dann bitte ich Sie um Ihre Stimme! Ich bin erst letztes Jahr als Quereinsteiger zur Politik gekommen und bin kein Teil des erstarrten Systems der Altparteien.

Mich leitet keine Ideologie, sondern die Realität! Meine wichtigsten Ziele sind der dauerhafte Schutz unserer Grenzen, ohne den wir den momentanen Zustand der Inneren Unsicherheit und das Abgleiten in eine multikriminelle Gesellschaft nicht beenden können sowie die Stärkung unseres Sozialstaats. Dieser wird durch die anhaltende, illegale Zuwanderung nach Deutschland in seinem Bestand bedroht.

Ebenso setze ich mich für eine Stärkung der gesetzlichen Rente, die Bekämpfung drohender Altersarmut und eine Begrenzung der Leiharbeit ein. Die deutschen Bürger stehen im Mittelpunkt meines Handelns. Mein christliches Wertefundament ist die Richtschnur meines Handelns: die „Ehe für alle“ lehne ich daher entschieden ab und werde mich für den Schutz unserer christlichen Kultur einsetzen.“

Dana Maria Rotter (Piraten)

Dana Maria Rotter (Piraten)

„Ich setze mich für transparente Politik und Bürgerbeteiligung ein. Die Menschen, die in diesem Land leben, sollen mehr in politische Entscheidungen einbezogen werden und durch direkte Bürgerentscheide mitbestimmen. Es ist mir wichtig ein faires Land zu gestalten. Dazu zählt eine Grundsicherung, die der Kinder- und Altersarmut entgegenwirkt und die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Wir benötigen dringend gerechte Löhne und Renten, die Verhinderung von Leih- und Zeitarbeit, starke Gewerkschaften und beitragsfreie Kinderbetreuung. Ich bin für Lehrmittelfreiheit und einen freien Zugang zu Wissen. Darüber hinaus muss die Vielfalt in der Gesellschaft gefördert und geschützt werden.

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung sind Datenschutz sowie Schutz von Privatsphäre und Meinungsfreiheit extrem wichtig. Ich lehne die Ausweitung der Videoüberwachung und Vorratsdatenspeicherung ab. Die Privatsphäre der Menschen muss unangetastet bleiben und darf nicht durch die staatliche Überwachung eingeschränkt werden.“

Rainer Nowak (Freie Wähler)

Rainer Nowak (Freie Wähler)

„Wir FREIE WÄHLER entstammen einer kommunalpolitischen Bewegung und kennen Kommunalplitik über Jahrzehnte. Mit unserer Politik Bürger für Bürger sind wir eine glaubwürdige Partei als Gegenmodell zu den Parteiapparaten des heutigen Berlins. Wir sind eine moderne, liberal-konservative Bürgerbewegung der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes. Wir sind der Garant für Sicherheit, Stabilität und Ordnung. Uns geht es nicht um Parteipolitik, sondern um Sachthemen! Ein erfolgreiches Land beginnt vor Ort. Als bürgerliche Kraft setzen wir uns deshalb seit Jahren für starke und funktionierende Städte und Gemeinden ein. Pragmatisch statt ideologisch. Sachbezogen und zielstrebig. Wir stehen für echte, bürgernahe Lösungen. Bei der kommunalen Infrastruktur, den Schulen, bei Pflege und Gesundheit, beim Bürokratieabbau. Und natürlich beim wichtigen Thema Innere Sicherheit. Deshalb müssen wir dort vertreten sein, wo die Entscheidungen fallen, die uns alle betreffen . Ein Leben in Sicherheit sowie das Streben nach Wohlstand und Glück sind Grundbedürfnisse der Menschen und damit Auftrag unserer Politik. Werte wie: Gemeinschaft und Respekt, Anstand und Ordnung, Sicherheit und Stabilität, Ehrlichkeit und Fleiß, Familie und Ehe, Demokratie und Bürgertum, Religion und Heimat, sind uns wichtig und denen folgen wir in der politischen Arbeit. Deshalb bitte ich am 24. September um ihre Stimme.“

Kay Langemeier (MLPD)

Kay Langemeier (MLPD)

„Ich spiele nicht Arzt am Krankenbett des Kapitalismus und stehe für eine wirkliche gesellschaftliche Alternative. Jede Stimme für mich ist eine Stimme für eine neue Gesellschaft ohne Ausbeutung von Mensch und Natur, ohne Unterdrückung der Menschen durch den Menschen. Wenn wir uns die Welt heute anschauen sehen wir überall Krisen, Kriege und Umweltzerstörung. Weder die Grünen noch die SPD sind eine Lösung.

Die Grünen haben den Ausbau der Müllverbrennung als thermische Verwertung forciert. Die SPD hat ihre Rolle als Ansprechpartnerin für soziale Fragen lange verloren. Sie haben in NRW dem Deputatklau an den Bergleuten zugestimmt und der Bochumer Opel Belegschaft in ihrem Kampf gegen die Schließung des Werks jede Unterstützung versagt. Sie waren es, die seinerzeit die Hartz Gesetze eingeführt haben, die Millionen in die Armut trieben, und haben den Kriegseinsätzen der Bundeswehr zugestimmt.

Eine Alternative finden wir nicht im Kapitalismus sondern nur wenn wir ihn beseitigen, darum Liste 11 zur Bundestagswahl!“

Dr. Christian Prachar (Die Partei)

Dr. Christian Prachar (Die Partei)

„Wer mir bei der Bundestagswahl am 24. September die Stimme gibt, wählt einen authentischen, seriösen, modernen Turbopolitiker! Als gebürtiger Göttinger, der eng mit der Region verknüpft ist, trete ich bei der Bundestagswahl als Direktkandidat an, damit Wahlkreis 53 endlich wieder vernünftig in Berlin vertreten wird.

Die anderen „aussichtsreichen“ Kandidaten sind ohnehin über ihre Listenplätze abgesichert. Ich habe daher bewusst auf einen eigenen Listenplatz verzichtet und möchte als Direktkandidat den Wahlkreis gewinnen. Wählen Sie mich, denn nur so hat Ihre Erststimme tatsächlich eine Bedeutung!

Ich setze mich unter anderem für die Unabhängigkeit Südniedersachsens, Massenbierhaltung statt Massentierhaltung und einen Transrapid im Gartetal ein. Letzterer wird aus EU-Fördergeldern finanziert, löst die Probleme vieler Berufspendler aus Duderstadt und das Problem unbezahlbar hoher Mieten für Studenten in der Göttinger Innenstadt. Daher am 24. September Erststimme Dr. Prachar, Zweitstimme Die PARTEI.“

Rubriklistenbild: © Archiv

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neuer Slogan nach Ideenwettbewerb des Pro Tourist e.V. gefunden

Pro Tourist übergibt neuen Werbe-Slogan "Aus guten Gründen: Hann. Münden" an die HMM
Neuer Slogan nach Ideenwettbewerb des Pro Tourist e.V. gefunden

Dubiose Anrufe in Hann. Münden

Polizei rät zur Vorsicht: "Falsche Polizeibeamte" und "falsche Versicherungsberater" am Telefon
Dubiose Anrufe in Hann. Münden

Bühnenjubiläum für Mündener Band ,Albatross’

,Musikalische Vögel' setzen im Januar wieder zum Flug an
Bühnenjubiläum für Mündener Band ,Albatross’

'Was geschieht mit Mündener Industriebrache?'

Mündener Händler und Privatpersonen sorgen sich um die Zukunft der Altstadt
'Was geschieht mit Mündener Industriebrache?'

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.