Bundesverdienstkreuz für Prof. Rolf Grimm

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Seit 1980 hat sich Grimm intensiv für die Wiederbelebung, Erhaltung, Erforschung und Dokumentation des Lebenswerkes von Künstler Eberlein eingesetzt.

Hann. Münden. Der Lohn für sein über 30-jähriges Engagement im Bereich Kultur: Das Bundesverdienstkreuz am Bande wurde Anfang Dezember Prof. Rolf Grimm in Hannover verliehen. Die Übergabe der Auszeichnung nahm die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde vor.Seit 1980 hat Grimm sich intensiv für die Wiederbelebung, Erhaltung, Erforschung und Dokumentation des Lebenswerkes von Professor Gustav Heinrich Eberlein, einem bedeutenden deutschen Bildhauer, Maler und Schriftsteller, eingesetzt.  Dieser wurde 1847 im südniedersächsischen Spiekershausen geboren, lebte seit 1856 im nahen Hann. Münden und seit 1874 gleichzeitig in Berlin, wo er 1926 starb. Seine Grabstelle wurde 1990 vom Land Berlin als Ehrengrab anerkannt.

Grimm studierte in Hannover und Zürich Architektur und war bis 1999 als Professor für Städtebau, Landesplanung und Baugeschichte an der Fachhochschule Hannover (Nienburg) tätig. Die Kinder seiner Vorfahren spielten mit Eberlein im damals 99-Seelen-Dorf Spiekershausen. Grimm hatte 1982 den gemeinnützigen Verein Gustav-Eberlein-Forschung e.V. zusammen vor allem mit dem verstorbenen Mitstreiter Günther Kaerger ins Leben gerufen und übte seitdem bis März 2015 das Amt des Ersten Vorsitzenden aus. Zweck des Vereins mit Sitz in Hann. Münden ist die Erforschung des Schaffens und Lebens Eberleins, die Pflege und Erhaltung seiner Kunstwerke sowie die Vertiefung und Verbreitung des Wissens um diesen Künstler.  In Zusammenarbeit mit dem Archiv der Stadt Hann. Münden möchte Grimm mit seinem Verein ein öffentlich zugängliches Gustav-Eberlein-Archiv aufbauen. Weiterhin plant er, Eberlein-Gedenkstätten in dessen Geburtsort Spiekershausen und in seiner späteren Heimatstadt Hann. Münden zu errichten.

Eberlein war um 1900 einer der meist beschäftigten und angesehensten Künstler der Berliner Bildhauerschule des 19. Jahrhunderts. Sein Werkverzeichnis enthält über 900 Werke der Bildhauerei, Malerei und Schriftstellerei mit über 600 Abbildungen. Er schuf Marmor- und Bronzedenkmale überwiegend nach Wettbewerbserfolgen. Nur noch wenige sind erhalten, unter anderen das  Goethe-Denkmal in Rom sowie die Richard-Wagner- und Lortzing-Denkmale in Berlin.Im Welfenschloss in Münden richtete Eberlein 1898 auf eigene Kosten ein Bildhauermuseum ein, das die von Ton abgenommenen  Hartgipsmodelle fast aller seiner Denkmal-Wettbewerbe und seiner zahlreichen freien Kunstwerke von der Porträtbüste bis zur Statuette enthielt. Sie sollten zur Ausführung in Marmor oder Bronze dienen. Bis zur auch räumlichen Verkleinerung am Ende der 1930er Jahre war es eines der größten Bildhauermuseen in Deutschland.Von den über 300 teilweise überlebensgroßen Originalen, die Eberlein der Stadt Hann. Münden vermacht hatte, wurden 1960 etwa zwei Drittel auf eine Bauschuttdeponie zwischen Göttingen und Kassel geworfen. Diese unersetzlichen Unikate, mithin ein großer Teil von Eberleins Lebenswerk, auch wertvoll als Zeitdokumente, sind verloren.

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Denkmalbehörden setzt sich Grimm intensiv dafür ein, dass weitere beschädigte bzw. zerstörte Werke rekonstruiert und die vom Verfall bedrohten Werke restauriert werden. Aufgrund seines besonderen Einsatzes und seiner außerordentlichen kunsthistorischen Vernetzung bis hin nach Nord- und Südamerika und Russland konnte Grimm insbesondere dem Städtischen Museum Hann. Münden direkt und indirekt finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um diese Arbeiten bewerkstelligen und so eine bedeutende überregionale Kunstsammlung präsentieren zu können.

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