Mündener Musiker unterhielt im Café Aegidius

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Halfblind Henry und Publikum

Alles andere als ein Blindgänger: Heimspiel für "Halfblind Henry"

Hann.Münden. Das Gartencafé hinter der Aegidiuskirche ist ein lauschiges Eckchen. Bäume bieten bei sommerlichen Temperaturen angenehm kühlenden Schatten. Bei einem Gläschen Wein oder kühlem Bier entspannt der Musik eines Künstlers lauschen, das konnten die Gäste des Aegidius Cafés am vergangenen Freitag. Christiane Langlotz kündigte den Sänger und Gitarristen aus Laubach an. Es folgte begeisterter Applaus. Halfblind Henry hatte „ein Heimspiel“. Er kennt viele Leute hier, kommt ein- bis zweimal pro Jahr nach Münden und freute sich, dass es geklappt hat, vor Publikum seine Eigenproduktionen vortragen zu können. Hierzu gehören unter anderem „small town beauty“, das Lied ist einer Kleinstadtschönheit gewidmet, „meeting people“ oder „wet shoes“. Aber auch Fremdproduktionen hat er in seinem Repertoire wie „tower of song“ von Leonard Cohn, „Willin‘“ von Little Feat und „Sweet Jane“ von Lou Reed, die er mit „Aus der Rubrik spiel doch mal was alle kennen“ ankündigt. Der Singer-Songwriter, wie er öfter wahrgenommen wird, lebt seit 1985 in Berlin. „Alle wollten damals nach Berlin“, erzählt er. Dort tritt er solo, im Duo und öfters zusammen mit anderen Bandmitgliedern auf. Sie nennen sich „Halfblind Henry & His Instabilities“, eine lockere Band zwischen drei und sechs Musikern, bei denen jeder Erfahrungen aus den unterschiedlichsten musikalischen Bereichen mitbringt. Der Name „Halfblind“ bezieht sich auf die alten Musiker, die „Blind“ vor ihren Namen setzten. „Halfblind Henry“ begleitet sich auf der Westerngitarre. Die Art der Musik könnte man als Soul-Blues und Folk‘n’Roll beschreiben, jedoch legt sich der Künstler ungern fest. Mal gefühlvoll, mal rhythmisch, mal temperamentvoll unterhielt er die Zuhörer mit alten und neuen Stücken seiner „noch nicht fertiggestellten CD“.

2018 ist mit Events im Café Schluss In diesem Jahr finden noch eine Reihe von Veranstaltungen im Aegidius Café statt. Ab 2018 gibt es keine Veranstaltungen mehr. Der Grund ist die Einführung des Fremdenverkehrsbeitrages durch die Stadt Hann. Münden. „Um den Beitrag am Jahresende von ca. 2.500 bis 3.000 Euro zu haben, müssen wir fast 10.000 Euro in den sieben Monaten unserer Öffnungszeit mehr erwirtschaften als bisher“, so Christiane Langlotz, Inhaberin des Cafés. Das rechne sich nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Von den Eintrittsgeldern müssen Gage, Gema und Künstlerkasse bezahlt werden. Der Getränkeverzehr deckt die Kosten für Vor- und Nacharbeiten kaum. Die Kunstinteressierten werden die Veranstaltungen im Aegidius Café schmerzlich vermissen.

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