Coronavirus: 214 Menschen in Göttingen und Landkreis positiv getestet

Sechs Bewohner eines Wohnstifts sind infiziert. Weitere Maßnahmen zum Schutz in Gesundheitseinrichtungen wurden eingeleitet. Entschädigungen sind bei Corona-Quarantäne möglich

++++Update von Mittwoch, 1. April, 10.37 Uhr++++

Wie der Landkreis gerade meldet, sind 229 Menschen in Stadt und Landkreis Göttingen infiziert. Nach aktuellem Stand sind 229 Frauen und Männer von einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Stadt und Landkreis Göttingen betroffen, das sind 21 mehr als zuletzt gemeldet. 62 der Infizierten leben in der Stadt Göttingen, 167 im weiteren Kreisgebiet. Im Altkreis Münden bleibt es bei der gestern gemeldeten Zahl von 17 Fällen.

+++Unsere ursprüngliche Meldung von 9.51 Uhr+++

Göttingen. 214 Menschen in Stadt und Landkreis Göttingen wurden bislang positiv auf das neuartige Coronavirus getestet (Stand Dienstag, 31. März 2020, 16 Uhr - von der Öffentlichkeitsarbeit Göttingen um 20.41 Uhr veröffentlicht). 57 von ihnen leben in der Stadt Göttingen, 157 im Landkreis. Die Zahl der Verdachtsfälle steigt damit ebenfalls und liegt aktuell bei 1.517.

GDA-Wohnstift betroffen

Im Göttinger GDA-Wohnstift wurden sechs Bewohner und eine Mitarbeiterin positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis steht im engen Austausch mit der Einrichtung und hat unverzüglich und entsprechend der aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet. So wurden die Kontaktpersonen ermittelt und eine häusliche Quarantäne auferlegt. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu vermindern und die übrigen Bewohner sowie die Belegschaft zu schützen, hat die Stadt Göttingen auf Wunsch und in enger Abstimmung mit der GDA-Zentrale in Hannover eine Quarantäne-Auflage für die gesamte Einrichtung verfügt. Sie gilt ab sofort bis zum 18. April und beinhaltet unter anderem die Maßgaben, dass Bewohner in ihren Zimmern bleiben und dort auch ihre Mahlzeiten einnehmen müssen. Das Personal muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen; es sind feste Pflegeteams zu bilden. „Es gibt sieben Infizierte im GDA-Wohnstift. Das nehmen wir sehr ernst, denn die Bewohner gehören schon aufgrund ihres Alters bzw. ihres Gesundheitszustandes zu den gefährdeten Risikogruppen, die besonders anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf von Covid-19 sind“, untermauert Petra Broistedt, Dezernentin und Leiterin des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Göttingen. „Die Auflage ist ein erheblicher Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Dessen sind wir uns bewusst. Zugleich ist er erforderlich, um die Bewohner der Einrichtung zu schützen.“

Maßnahmen in Gesundheitseinrichtungen

Auf Weisung des Landes Niedersachsen haben die Stadt Göttingen und der Landkreis Göttingen in Allgemeinverfügungen weitere Regeln für Gesundheitseinrichtungen aufgestellt. Diese Regeln sind im Amtsblatt Nr. 13 der Stadt Göttingen sowie im Amtsblatt Nr. 19 des Landkreises veröffentlicht und gelten ab dem heutigen Mittwoch, 1. April 2020. Im städtischen Internetauftritt gibt es alle bislang erlassenen Texte zu den besonderen Schutzmaßnahmen im Überblick. Inhaltlich geht es insbesondere um den Aufnahmestopp für sowie um kontaktreduzierende Maßnahmen in diesen Einrichtungen.

Entschädigung bei Corona-Quarantäne

Wenn sich nicht infizierte Personen bei Verdacht auf eine Corona-Infizierung in eine vom Gesundheitsamt angeordnete Corona-Quarantäne begeben müssen („Corona-Absonderungsbescheid“), ist der Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, Entgeltfortzahlungen zu leisten. Diese Entgeltfortzahlung kann erstattet werden: Der Arbeitgeber hat in diesen Fällen die Möglichkeit, eine Entschädigung beim zuständigen Gesundheitsamt zu beantragen, um die geleisteten Entgeltzahlungen erstattet zu bekommen. Ein Anspruch auf Entschädigung kann auch für Menschen in Heimarbeit und für Selbständige geltend gemacht werden. Leistet der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin keine Lohnfortzahlung bei behördlich angeordneter Corona-Quarantäne, kann der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin den Antrag selbst stellen. Eine Entschädigung wird nur nicht erkrankten Personen gewährt soweit diese keinen anderen gesetzlichen oder vertraglichen Anspruch auf Lohnfortzahlung etc. haben (§ 56 Infektionsschutzgesetz IfSG).

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Fußgängerbrücke am Tanzwerder wieder freigegeben

Die Verbindung zum Fischerweg ist nach Vorlage des Prüfberichts zu Pfingsten wieder begehbar
Fußgängerbrücke am Tanzwerder wieder freigegeben

Kamin- und Böschungsbrand beschäftigten Mündener Feuerwehr

Einsatzkräfte rückten einmal zur Bahnhofstraße und einmal "Vor der Bahn" aus
Kamin- und Böschungsbrand beschäftigten Mündener Feuerwehr

Tierschutzverein bittet um Hinweise: Wer kennt diese Schildkröte und den Kater?

Dem Tierschutzverein Hann. Münden wurden eine Fund-Schildkröte und ein Fundkater gemeldet.
Tierschutzverein bittet um Hinweise: Wer kennt diese Schildkröte und den Kater?

Wer möchte in Hann. Münden Tauben unter die Flügel greifen?

Die ARGE des Göttinger Stadttauben e.V. sucht Mitstreiter, die die Tiere unterstützen
Wer möchte in Hann. Münden Tauben unter die Flügel greifen?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.