Demografischen Wandel als Chance begreifen

Werra-Meiner-Kreis. Im Rahmen der Grnen Woche in Berlin hatte die Arbeitsgemeinschaft der Akademien fr den lndlichen Raum zu

Werra-Meiner-Kreis. Im Rahmen der Grnen Woche in Berlin hatte die Arbeitsgemeinschaft der Akademien fr den lndlichen Raum zu einer Fachveranstaltung unter dem Titel Der lndliche Raum braucht eine aktive Zivilgesellschaft eingeladen. Fr den Deutschen Landkreistag nahm Landrat Stefan Reu an der Veranstaltung teil und berichtete den Zuhrern ber die Herausforderungen und bisher eingeleiteten Manahmen zur weiteren Entwicklung des lndlichen Raumes vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

Der Landrat verwies darauf, dass angesichts der sich verndernden Situation im lndlichen Raum das aktive Engagement der Brgerinnen und Brger ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil bei der zuknftigen Gestaltung des lndlichen Raumes sein wird.

Die Situation der schrumpfenden und wachsenden Regionen in Deutschland stellt die lndlichen Rume vor besondere Herausforderungen. Daher hat auch die ffentliche Hand einen erheblichen Handlungsauftrag. So gilt es insbesondere, die ffentliche Infrastruktur aufrecht zu erhalten und dies bei rckgngigen Einwohnerzahlen auch finanzierbar zu gestalten. Die Stadt- und insbesondere die Dorfentwicklung sind dabei als wesentliche Zukunftsaufgabe zu betrachten, so Reu in seiner Rede.

Dabei, so der Landrat weiter, ist es ntig, die Entwicklung nicht mehr von innen nach auen zu verfolgen, sondern umgekehrt die Entwicklung von auen nach innen in unseren Stdten und Drfern zu gestalten. Dazu erforderlich ist ein klares und strukturiertes Flchenmanagement; damit verbunden auch die Gestattung des Rckbaus von Leerstnden sowie die Erfassung und Prognostizierung der sich abzeichnenden Situation in den Drfern und Stdten.

Ein wichtiger Schritt hierzu sei die Aufstellung von so genannten Leerstandskatastern, die im Werra-Meiner-Kreis bereits beispielhaft fr zwei Drfern aufgestellt wurden und bisher schon vorhandenen Leerstnde in den Ortskernen aufzeichnen und die sich ergebenden Leerstnde in den nchsten Jahren erfassen. Fr diese Flchen gelte es Vermarktungsoffensiven zu entwickeln, um so die Ortskerne zu strken. Dies bedeute aber auch, dass die Attraktivitt innerhalb der Ortskerne gestrkt werden msse. Ein Ausweichen auf immer mehr Flchenverbrauch in Form von Neubaugebiete mache daher wenig Sinn.

Es gilt im Zusammenspiel mit den Akteuren vor Ort eine klare Dorfentwicklung voranzubringen. Hrden, wie beispielsweise die Denkmalpflege, drfen nicht zu einer Verhinderung, sondern mssen zu einer klaren Begleitung dieses Prozesses werden. Frderprogramme zur Gestaltung und nicht nur zur Erhaltung sind die Handlungsauftrge an Politik und Verwaltung, benannte Reu eine der wichtigsten Aufgaben der nchsten Jahre.

Ebenso sei der Ausbau der sozialen Infrastruktur ein unabdingbarer Bestandteil, um die Attraktivitt und die Lebensqualitt als Wohnstandort zu sichern. Familienfreundlichkeit und damit verbunden Vereinbarkeit von Familie und Beruf, frhkindliche Erziehung, frhe Kinderbetreuung seien daher wesentliche Bestandteile. Schulen insbesondere dann, wenn diese wegen sinkender Schlerzahlen geschlossen werden, sollten sich - nach Ansicht von Landrat Reu - beispielsweise in Begegnungssttten und zentrale Orte in den Gemeinden entwickeln.

Gleichzeitig sollte der ffentliche Personennahverkehr im lndlichen Raum gestrkt werden. Nur so knnten Schulzentren geschaffen werden, die fr die Schlerinnen und Schler gut erreichbar sind. Deshalb gehre zur Weiterentwicklung des lndlichen Raumes die Mobilitt. Eine gute verkehrliche Infrastruktur ist ein unabdingbarer Bestandteil, um die Bevlkerung im lndlichen Raum entsprechend anzusprechen und sie fr die Wohnstandorte zu halten und neue Bewohner zu gewinnen, so Landrat Stefan Reu.

Neben all diesen Aspekten spiele auch die Strkung des regionalen Wirtschaftskreislaufes eine wesentliche Rolle, um den lndlichen Raum zu strken. Die erneuerbaren Energien und damit dezentrale Energieversorgung und Energiegewinnung seien hier ein wesentlicher Baustein. Hier haben lndliche Rume besondere Chancen, wenn es darum geht, im Bereich von Biomassenutzung Arbeitspltze zu schaffen, skizzierte der Landrat die Chancen fr die Landwirtschaft.

Aus Sicht des Landrats sollte die demografische Entwicklung im lndlichen Raum nicht nur pessimistisch betrachte werden, es gebe vielmehr zahlreiche optimistische Anstze. Es bieten sich Chancen und Perspektiven, auch bei rcklufiger Bevlkerungszahl, den lndlichen Raum zu strken und ihn zu einem attraktiven Wohnstandort zu gestalten. Dabei sind nahezu alle Lebensbereiche betroffen und sollten beleuchtet werden. Voraussetzung hierfr sei aber eine aktive Zivilgesellschaft. Notwendig ist, dass Politik und Verwaltung mit engagierten Brgerinnen und Brgern zusammen die Herausforderungen der Zukunft annehmen und angehen. Die Einbindung aller Akteure in das gesamtgesellschaftliche Miteinander ist ein unabdingbarer Bestandteil, um den demografischen Wandel strategisch vorzubereiten und zu gestalten, resmierte Landrat Stefan Reu die Aufgabe der nchsten Jahre.

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