Mit dieser Erfindung vergeht Maulwürfen der Spaß am Graben

Felix Nolte (li.) und Conrad Ullrich mit ihrer Maulwurfscheuche.
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Felix Nolte (li.) und Conrad Ullrich mit ihrer Maulwurfscheuche.

Die beiden Schüler Felix und Conrad aus Hann. Münden und Kassel haben eine Maulwurfscheuche entwickelt.

Hann. Münden/Kassel. Ob in Gärten, auf Sportplätzen oder in Parks: Maulwurfshügel sind vielen Menschen ein Dorn im Auge. Jetzt könnte die Erfindung zweier 14-jähriger Schüler Abhilfe schaffen: Felix Nolte aus Hann. Münden und Conrad Ullrich aus Kassel haben eine Maulwurfscheuche entwickelt.

Die Idee ist bestechend einfach: Ein verdichtetes Abwasserrohr wird etwa 30 Zentimeter tief in die Erde eingegraben. Darin befinden sich Lautsprecher, die Töne aussenden. Die wiederum werden unter der Erde in Vibrationen umgewandelt. Der Clou: Da sich Maulwürfe an gleichbleibende Vibrationen gewöhnen, haben die Tüftler einen Zufallsgenerator programmiert, der die Töne im Bereich von 100 bis 400 Hertz variiert.

Radius beträgt etwa 15 Meter

Betrieben wird die Scheuche über einen 12-Volt-Anschluss.  "Derzeit arbeiten wir an einem Anschluss für den Hausgebrauch ", berichtet Conrad. So wären auch Reihenschaltungen möglich, um den Radius zu erweitern. "Der beträgt je nach Beschaffenheit des Bodens und Empfindlichkeit des Maulwurfs bis zu 15 Meter", erklärt Felix.Getestet haben die beiden ihre Erfindung auf dem Gelände des Bogensportclubs Vellmar und im Schwimmbad Harleshausen. "Dabei ist lediglich ein neuer Hügel entstanden", sagt Felix. Zuvor seien die Rasenflächen mit Maulwurfshügeln übersät gewesen.Im Freibad entstand auch die Idee: "Die Maulwurfshügel auf der Liegewiese haben genervt", sagt Conrad. Also haben sie sich daran gemacht, ein effektives Gegenmittel zu entwickeln, "das nicht gegen Tierschutzgesetze verstößt", wie Conrad betont.Er besucht die Albert-Schweitzer-Schule, Felix geht auf die Engelsburg. Im Schülerforschungszentrum in Kassel konnten sie gemeinsam daran arbeiten, ihre Idee in die Tat umzusetzen. Dafür haben sie in den vergangenen drei Jahren rund 350 Stunden investiert.

Ende Mai war das aktuelle Modell fertig. Die Vorgänger aus den Jahren 2013 bis 2015 hielten den  Ansprüchen der Schüler nicht stand: zu groß, schwer zu bedienen, zu hoher Stromverbrauch, zu geringer Radius.

Erfolge bei "Jugend forscht"

Dennoch haben sie Anfang des Jahres Platz eins beim Regional- und Platz drei beim Landeswettbewerb von "Jugend forscht" belegt. Demnächst wollen die 14-Jährigen ihre Maulwurfscheuche   über die Webseite goodbyemaulwurf.de vermarkten. Bei der rechtlichen Absicherung und der Finanzierung soll unter anderem Unikat, die Gründer-Beratung der Uni Kassel, helfen. Dass sie mit ihrer Maulwurfscheuche in eine Marktlücke stoßen, haben die beiden auf dem Hessentag in Hofgeismar erfahren, wo sie ihre Erfindung ausgestellt haben. "Da hätten wir 100 Stück verkaufen können", sagt Felix.

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