,Es ist doch ein gemeinsamer Kampf’

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Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar.

Reinhardshagen. Reinhardshagen wünscht sich Kooperationen mit Dreiflüssestadt und setzt Hoffnungen auf Wegener.

Reinhardshagen. Das Thema Windräder im Reinhardswald und die ablehnende Haltung von Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne gegenüber den  Vorranggebieten an der Landesgrenze (wir berichteten am 3. September) ließ die Nordhessen aufhorchen. Unverständnis über Art und Wortwahl (Burhenne bemühte den Begriff "Kriegserklärung") äußerten jetzt Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar und Albert Kauffeld, 1. Beigeordneter und Kreistagsmitglied.

"Es ist schade, dass die Kommunikation Mündens immer noch an der südniedersächsischen Landesgrenze aufhört. Selbst wir wollen keine Windräder. Weder im Reinhardswald, noch im Bramwald. Sollte es aber doch dazu kommen, haben wir als Mitglied der gegründeten Energiegenossenschaft Reinhardswald, der neun Kommunen angehören, einen Plan B in der Tasche. Dann werden wir versuchen die Flächen zu bekommen und wären der Ansprechpartner, um den Wunsch nach einem Mindestabstand der Windkraftanlagen zu erfüllen", so Dettmar.

Mit der scharfen Kritik an den hessischen Plänen sei Burhenne über das Ziel hinausgeschossen. Dabei hätte Dettmar sich vorab lieber einen Dialog gewünscht. "Eigentlich müsste die Botschaft lauten "keine Windräder in der Region" statt "keine Windräder im Reinhardswald" – es ist doch  ein gemeinsamer Kampf", schüttelt Dettmar den Kopf. Der gesamte Bereich Oberweser, bislang noch frei von neuer Technik, wie Hochspannungsanlagen, sei betroffen – ein 50 Kilometer langer Streifen bis hinauf nach Bad Karlshafen.  "Ein solch verbale Attacke auf uns Hessen ist deshalb unnötig und traurig", sagt Reinhardshagens Verwaltungschef. Er hofft nach Burhennes Abschied nun bei Nachfolger Harald Wegener Gehör zu finden. Schließlich gelte es noch andere Dinge zu klären.

,Werden weniger als eine Region gesehen’

Das macht Kauffeld deutlich: "Der demografische Wandel wird kommen und dann sollten wir alle infrastrukturell gemeinsam gut aufgestellt sein. Wenn die umliegenden Gemeinden wie wir weiter schrumpfen, wird auch Hann. Münden als Mittelzentrum darunter leiden. Traurig ist, das Nordhessen und Südniedersachsen vor 40 Jahren viel mehr als Region gesehen wurde als heute. Die politischen Verantwortlichen in Münden ignorieren offenbar, wie wichtig wir für ihre Stadt sind. Viele Menschen, die bei uns wohnen, arbeiten dort. Wir sind von den gesellschaftlichen Entwicklungen gleichermaßen betroffen und müssten ihnen alle gemeinsam trotzen."

Ganz konkret halten Dettmar und Kauffeld zukünftige Kooperationen in Sachen Hallenbad oder Bürgerbus für möglich.

"Unsere Kläranlage muss saniert werden. Entweder wir lösen das Problem selbst, oder aber nutzen die vorhandenen Druckleitungen in Hemeln, die nicht ausgelastet sind. Diesbezüglich könnten Gespräche mit der Stadt Münden wieder aufgenommen werden. In der Vergangenheit hat sich in dieser Angelegenheit leider nichts getan", so Dettmar.

+++Neuer Gesprächspartner, neue Chance+++Zwischenruf von Mathias Simon+++

Die Region muss näher zusammenrücken, soviel steht fest. Wenn das Kollektiv schrumpft, müssen die Einzelnen zusammen stehen, sonst wird die Zukunft nicht zu meistern sein. Die politisch Verantwortlichen in Reinhardshagen haben das schon seit geraumer Zeit erkannt und spielen mit Bürgerbus (will Staufenbergs neuer Bürgermeister Bernd Grebenstein auch anbieten – wir berichteten) und ähnlichem bürgernahen Service eine Vorreiterrolle in der Region.Dem demografischen Wandel trotzen, das will Fred Dettmar mit vielen innovativen Ideen. Warum sich dazu nicht einen starken Partner wie Hann. Münden mit ins Boot holen? Von einer Kooperation, wie etwa bei der Abwasseraufbereitung oder dem Hallenbad, sollen nach Meinung des Reinhardshäger Bürgermeisters beide Seiten profitieren. Sein Motto lautet "Gemeinsam ist man stark".Nach dem Abschied Burhennes, dessen Gesprächsbereitschaft Dettmar als dürftig bezeichnete, setzen die Nordhessen nun auf Harald Wegener. Gespräche sollen so schnell wie möglich geführt werden. Doch ob Wegener bereits in der Frühphase seiner Amtszeit überhaupt schon einen Blick über den kommunalen Tellerrand werfen kann, lässt sich bezweifeln, denn in der Dreiflüssestadt warten zunächst genug Aufgaben – ganz nebenbei muss er sich erst einmal in seinem neuen Job zurechtfinden.

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