Drahtesel bei Langfingern gefragt

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Göttingen. PI Göttingen präsentierte die Kriminalstatistik 2013: Fahrraddiebstähle in der Kreisstadt auf Höchststand.

Göttingen. In der vergangenen Woche stellte die Polizei Göttingen mit der aktuellen Kriminalstatistik die Kriminalitätsentwicklung des zurückliegenden Jahres vor. Die Polizeiinspektion Göttingen umfasst  die  Zuständigkeitsbereiche  der  Polizeikommissariate  Hann.  Münden  und  Duderstadt. Die  Zahl  der hier polizeilich  registrierten  Straftaten  sank auf 20.955 (2012: 21.897). Der Rückgang um knapp 1.000 Straftaten ist auf  ein  sehr  umfangreiches  Sammelverfahren  im  Jahr  2012  zurückzuführen,  dass  im Vorjahr  einen  erheblichen  "statistischen  Ausschlag  nach  oben"  verursachte. Es handelte sich dabei um Diebstahl  von Postsendungen.Die Aufklärungsquote ist um zirka zwei Prozentpunkte auf 60,70 Prozent (2012: 62,72 Prozent) gesunken. Dies ist aus Sicht der Ermittler ganz wesentlich auf eine Zunahme von Fahrraddiebstählen zurückzuführen.Die  Zahl  der  bekannt  gewordenen  Fälle  von  versuchten  oder  vollendeten  Mord-  oder Totschlagsdelikten liegt mit 11 Taten unverändert auf dem Niveau der Vorjahre (2012: 10 Taten).Im Deliktsfeld Raub und räuberische Erpressung sind die Fallzahlen auf 109 gesunken (2012: 127). Knapp zwei Drittel aller Straftaten  konnten  letztlich  aufgeklärt  werden.  Das bedeutet eine  Steigerung  der  Aufklärungsquote auf 64,22 Prozent (2012: 54,33 Prozent).

Im  Bereich  der  Diebstahlsdelikte  wird  zwischen  dem  einfachen  und  dem  schweren  Diebstahl unterschieden. Die Fälle des einfachen Diebstahls sind im zurückliegenden Jahr um über 1.200 Fällezurückgegangen.  Dies  ist  ganz  wesentlich  auf  das Umfangsverfahren  "Postsendungen"  im  Jahr  2012  zurückzuführen.  Im  langjährigen  Vergleich bestätigt sich der sehr erfreuliche rückläufige Trend. Im Bereich des schweren Diebstahls ist seit vier Jahren  ein  Anstieg  zu  verzeichnen.  Der  "Sprung"  im  Jahr  2013  ist  ganz  überwiegend  auf  dieerhebliche Zunahme polizeilich registrierter Fahrraddiebstähle zurückzuführen.

Einbruchdiebstähle aus Wohnungen rückläufig

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist – entgegen des Trends in anderen Bereichen der PD und des Landes  Niedersachsen –  leicht  rückläufig und sank von 346 auf 319.Es  bleibt  weiterhin  bei  der  polizeilichen  Bewertung,  dass  unterschiedliche  Täterstrukturen  für  die registrierten Wohnungseinbrüche verantwortlich sind. Die Ermittler gehen davon aus, dass auch in Göttingen professionell agierende Einbrecherbanden aktiv waren. Darüber hinaus waren aber auch Straftaten  im  Kontext  der  indirekten  Beschaffungskriminalität  als  auch  von  Einzel-  und Gelegenheitstätern zu verzeichnen.

Diebstahlzahlen von Kfz unverändert

Die Zahl der Fahrzeugdiebstähle bewegt sich seit Jahren unverändert auf dem Niveau "knapp über 100". Die Aufklärungsquote konnte auf 33 Prozent gesteigert werden (2012: 28,85 Prozent).Der  sehr  erfreuliche  langfristige  Trend  der  zurückliegenden  Jahre  setzt  sich  fort.  Die  Zahl  der registrierten Straftaten ist nochmals um knapp 200 Delikte auf 710 zurückgegangen. Gründe dafür sind beispielsweise Zunehmende Kfz-Ausstattung mit Diebstahlswarnanlagen,  weniger für die Täter interessante Gegenstände in den Kfz  sowie die nachhaltige  Ermittlungsarbeit  der  Polizei,  die  umfangsreiche  Tatserien  von  Intensivtätern frühzeitig erkennt und unterbindet.

Fahrräder in Göttingen "heiß begehrt"

Bei den Diebstählen von Fahrrädern sieht  die  Polizei  Göttingen  einen  polizeilichen  Brennpunkt  insbesondere  im  Stadtgebiet Göttingens.  Im  zurückliegenden  Jahr  sind  die  Fahrradentwendungen  deutlich  um  368  Taten auf 1.707 angestiegen  und  haben  damit  einen  Höchststand  erreicht. Verantwortlich  für  diese  sprunghafte  Zunahme von  Fahrraddiebstählen  dürften  überwiegend  Intensivtäter  sein,  die  einzeln  oder  als  Tätergruppe Fahrräder  entwenden  und  diese  komplett oder  in  Einzelteile  zerlegt  auf  unterschiedlichen  Wegen verkaufen.

Rückgang der Jugendkriminalität  Mit  besonderer  Freude  hat  die  Polizei  Göttingen  im  zurückliegenden  Jahr  den  nochmaligen  und deutlichen  Rückgang  der  Jugendkriminalität auf 1.080 Delikte registriert (2012:  1.196  Delikte).  Die Fallzahlen und parallel die Zahlen tatverdächtiger Minderjähriger sinken konstant seit nunmehr fünf Jahren.  Die  demografische  Entwicklung  kann  in  Stadt  und  Landkreis  Göttingen  aber sicher  nicht  als  die  wesentliche  Ursache  bewertet  werden.  Möglicherweise  spielen  auch  ein veränderten  Freizeitverhalten  Jugendlicher  oder  der  Umgang  mit  Alkohol  eine  Rolle.

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