NDR drehte Dokudrama bei Hann. Münden im Kloster Bursfelde

Mit Gott gegen Hitler - NDR drehte Dokudrama über kirchliche Widerstandskämpfer im dritten Reich.
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Mit Gott gegen Hitler - NDR drehte Dokudrama über kirchliche Widerstandskämpfer im dritten Reich. Nikolaus Kühn spielt Pater Laurentius Siemer, der den Nazis entkommen konnte und 1956 verstarb.
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Mit Gott gegen Hitler - NDR drehte Dokudrama über kirchliche Widerstandskämpfer im dritten Reich. Nikolaus Kühn spielt Pater Laurentius Siemer, der den Nazis entkommen konnte und 1956 verstarb.
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Das Kloster Bursfelde bei Hann. Münden wurde zum Drehort für das Dokudrama über die Kirchlichen Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoefer und Laurentius Siemer

Bursfelde. Es gibt Entscheidungen im Leben, bei denen man sich schuldig macht, egal wie man sich entscheidet“, erklärt Thorsten Neumann von der Eikon Nord GmbH. Bei der Entscheidung geht es um die Frage: „Soll ich IHN erschießen?“ Mit „IHN“ ist in diesem Fall Adolf Hitler gemeint. Während heute wohl fast alle Menschen diese Frage mit „Ja“ beantworten würden, war dies im Jahre 1942 nicht so einfach zu beantworten.

Die Frage stellte der Offizier Werner von Haeften unter anderem Dietrich Bonhoefer, einem protestantischen Theologen. Das Treffen wurde jetzt für ein Dokudrama, das am 4. Mai in der ARD ausgestrahlt wird, im Kloster Bursfelde bei Hann. Münden gedreht. Der Film mit dem Arbeitstitel „Mit Gott gegen Hitler - der christliche Widerstand“ erzählt die Geschichte des christlichen Widerstands während des Nationalsozialismus.

Im Mittelpunkt steht der bekannte Theologe Dietrich Bonhoeffer, dargestellt von Matthias Koeberlin, und der Oldenburger Dominikanermönch Laurentius Siemer, dargestellt von Nikolaus Kühn.

Christlichen Widerstand beleuchten

„Wir wollen hier zwei Theologen zeigen, die in der Zeit des Nationalsozialismus gegen das Regime gekämpft haben und nicht tatenlos zugesehen haben“, so Neumann.

Seitens der Kirche konnte niemand schuldlos wegsehen, daher habe man sich im Film für einen protestantischen Theologen, Dietrich Bonhoefer, und einen katholischen, Laurentius Siemer, entschieden, die gehandelt haben und Widerstand leisteten. Vor rund einem Jahr kam man mit der Idee zum NDR, wo man sich auch gleich an die Arbeit machte.

„Der Ausstrahlungstermin wurde ja mit Absicht auf den 4. Mai gelegt, kurz vor dem 75. Jahrestag zum Ende des 2. Weltkriegs in Europa“, erklärt Anja Würzberg vom NDR, wo sie seit 2014 die Fernsehredaktion Religion und Gesellschaft leitet. „Doch die Thematik ist auch heute leider wieder aktuell. Es gibt neue radikale Positionen, die im Schlimmsten enden können“, so Würzberg.

In dem Film wird es unter anderem darum gehen, in welchem Dilemma man sich befand. Auf der einen Seite heißt es in den Zehn Geboten: „Du sollst nicht töten.“ Auf der anderen Seite können sie das Schlimmste nur dann noch verhindern, wenn sie eben gegen das Gebot verstoßen und Hitler töten würden. Ihre Entscheidung haben sie zu treffen, ohne dass sie alle Details kennen und erst recht nicht, wann und wie es mit Deutschland und der Diktatur 1942 weitergehen würde.

Die Theologen sahen schon früh, worauf das dritte Reich hinausläuft, doch rechtfertigt dies einen Mord? Rückblickend kann man diese Frage leicht beantworten. „Wehret den Anfängen“ hört man immer wieder, wenn es etwa um Pegida und die AfD geht, allen voran den Rechten Flügel um Björn Höcke.

Heutigen völkischen Tendenzen entgegenwirken

„Die völkischen Tendenzen und die Sprache, die derzeit aufflammen, etwa wenn man von der Nazizeit als „Vogelschiss“ spricht, dann muss man dem entgegenwirken“, erklärt Matthias Koeberlin. Die aktuelle Situation in Deutschland sei mit der von 1942 aber nicht vergleichbar.

„Da ergibt sich dieses moralische Dilemma nicht“, erklärt Matthias Koeberlin zur Frage, wie die Diskussion der Widerstandsgruppe in der heutigen Zeit verlaufen würde. 1942 haben die Protagonisten jedoch anders entschieden. Dafür mussten Bonhoefer und Haeften später mit dem Leben bezahlen, als ihre Attentatsversuche scheiterten.

Ab 1941 unterstützte Laurentius Siemer aktiv Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus und stellte das Kloster Walberberg für konspirative Treffen zur Verfügung. Er verlangte die Teilnahme an der Verschwörung gegen den Nazistaat. Nach dem Hitlerattentat auf der Wolfsschanze konnte er sich vor seinen Verfolgern erfolgreich verstecken und überlebte den zweiten Weltkrieg. Beide Theologen, haben auf ihre Weise gegen den Nazistaat gekämpft.

„Zwischen Bonhoefer und Siemer soll es nur einmal zu einem Treffen gekommen sein, doch die Informationslage ist dazu mehr als nur dürftig, da es nur einen Zeugen geben soll. Das Dokudrama besteht aus Archivaufnahmen und nachgestellten Szenen, die etwa im Kloster Bursfelde gedreht wurden. Dazu zählt unter anderem die Szene, in der Werner von Haeften die Frage stellt, ob er Hitler töten soll. Dabei fand dieses Treffen in Potsdam statt, doch der Raum im ersten Stock des Klosters wurde als Kulisse für das Speisezimmer genutzt.

Als Komparsen haben sich für das Projekt zahlreiche Personen aus der Region gemeldet. Wenn man also das Dokudrama am 4. Mai auf ARD sieht, muss man sich nicht wundern, wenn plötzlich Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener im Bild zu sehen ist.

EXTRA INFO

Ein Titel für das Dokudrama steht bisher noch nicht fest, der vorläufige Arbeitstitel lautet „Mit Gott gegen Hitler – der christliche Widerstand“. Die Laufzeit beträgt 45 Minuten. Der Film wurde mit 70.000 Euro Fördermitteln bezuschusst. Das Dokudrama spielt in den Jahren zwischen 1929 und 1945.

Die Ausstrahlung ist für den 4. Mai 22.30 Uhr geplant. In der Mediathek ist der Film bereits ab 18 Uhr abrufbar.

Die Regie hat Ingo Helm übernommen, der für die öffentlich rechtlichen Sender bereits eine Vielzahl an Dokumentationen gedreht hat.

Produziert wird das Dokudrama von der EIKON nord TV- & Filmproduktion GmbH

Matthias Koeberlin spielt nicht nur Dietrich Bonhoefer, sondern sieht ihm optisch zum Verwechseln ähnlich. Koeberlin spielte bereits in zahlreichen Fernsehproduktionen mit und hatte unter anderem mehrere Auftritte in der Tatort-Reihe. Zuletzt unter anderem in der ARD-Serie Charité zu sehen. Aktuell ist er im Kino im Film „Enkel für Anfänger“ zu sehen.

Nikolaus Kühn spielt Pater Laurentius Siemer. Kühn ist seit 2004 am Deutschen Theater Göttingen engagiert. Zuvor arbeitete er unter anderem für das Theater und Komödie am Kurfürstendamm in Berlin. Kühn ist vor allem ein Theaterschauspieler. Im Fernsehen trat er bisher in einer Folge von „In aller Freundschaft“ auf und spielte in dem Film „Zeit des Schweigens“ von 1996 mit.

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