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...beantworteten vier Landtagskandidaten Fragen der Brger Eine Veranstaltung der Kolpingfamilie Hessisch LichtenauVon HELGA WERNHARDTWer

...beantworteten vier Landtagskandidaten Fragen der Brger Eine Veranstaltung der Kolpingfamilie Hessisch Lichtenau

Von HELGA WERNHARDT

Werra-Meiner-Kreis. Nur keine groen Dinge versprechen lieber etwas mehr leisten. In diesem Wortsinne von Adolph Kolping, in dessen Namen die Kolpingsfamilie Hessisch Lichtenau gegrndet wurde, sollten die Spitzenkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien des hiesigen Wahlkreises Rede und Antwort stehen. Und so bestiegen Sigrid Erfurth (MdL, Bndnis 90/Die Grnen), Lothar Quanz (MdL, SPD), Dirk Landau (MdL, CDU) und Erhard Niklass (FDP) das Podium im Edith-Stein-Haus. Moderiert wurde die Diskussion von Manfred Kaib (Vorstand Kolping-Familie). Die Struktur der Veranstaltung lie keine ausufernden parteipolitischen Grabenkmpfe zu jeder Kandidat hatte eine begrenzte Zeit zur Verfgung, sich vorzustellen und zu vorgegebenen Sachthemen Position zu beziehen.Anschlieend bekamen die anwesenden Brgerinnen und Brger Gelegenheit, ihre Kandidaten zu befragen. Dies wurde rege wahrgenommen, denn dass der hiesige Wahlkreis in Hessen durch seine lndliche Struktur eine Besonderheit darstellt, ist allen Beteiligten klar und so versprach man keine groen Dinge, sondern suchte gemeinsam nach Lsungen fr die regionalen Probleme.

Und das meinen die Kandidaten:

Niklass findet, dass die Steuerlast fr die Brger zu hoch ist. Er will die Steuern senken, sodass mehr Netto-Einkommen die Kaufkraft erhht und so der Wirtschaft zu Gute kommt. Er spricht sich fr die A 44 aus und bewertet diese als unabdingbar fr die Region. Bezglich der Jugendkriminalitt spricht er sich fr Grenzen in der Video-berwachung aus; diese soll nur an heiklen Stellen installiert werden, da die Privatsphre geschtzt bleiben soll. Doch soll eine Brgerwacht gemeinsam mit der Polizei fr mehr Sicherheit sorgen. Niklass tritt fr eine zeitnahe Abwicklung im Jugendstrafrecht ein.Niklass spricht sich gegen den diskutierten Mindestlohn aus und favorisiert ein Brgergeld, eine Lebensgrundlage fr alle, damit die Kleinbetriebe nicht belastet werden. Bildungspolitik ist fr Niklass ein Wirtschaftsfaktor. Er mchte das dreigliedrige Schulsystem als Wahlmglichkeit beibehalten und das Lehrpersonal aufstocken.

Landau betont, dass der Wirtschaftsaufschwung ankomme, die Arbeitslosigkeit habe abgenommen. In den Straenbau soll weiter investiert werden. Die A 44 soll durchgesetzt werden. Er gibt zu bedenken, dass eine unterirdische Stromtrasse der E.ON zehn Mal so teuer wrde und auch in der Erde nicht ungefhrlich sei. Im Bereich Jugendstrafrecht will Landau die Sorgen der Brger mit in den Landtag tragen. Er favorisiert den Warnschuss-Haftvollzug mit gleichzeitigen Therapie-Angeboten und Anti-Aggressionstraining. Auerdem spricht er sich fr eine Brgerpolizei/freiwilligen Polizeidienst und fr den Ausbau der Video-berwachung aus. Die Kinderbetreuung trage zur Vorsorge bei: Fr das Bambini-Projekt habe die Landesregierung 45 Millionen Euro zur Verfgung gestellt. Er steht zum dreigliedrigen Schulsystem.Zu Studiengebhren ist er der Meinung, dass jeder, wie mittellos auch immer, einen Kredit in Anspruch nehmen kann, der erst bei einem bestimmten Einkommen zurck gezahlt werden muss.

Quanz macht sich fr eine effektive Schulpolitik (Kursangebote) stark. In diesem Zusammenhang mchte Migrantenkinder strker gefrdert sehen und verurteilt die Streichung finanzieller Mittel im sozialen Bereich durch die CDU-Landesregierung. Er schlgt vor, das dritte Kindergartenjahr als Vorschule zu nutzen.Die Studiengebhren will er rckgngig machen. Sie seien verfassungswidrig (Gleiches Recht auf Bildung). Zum Bevlkerungsrckgang: Warum nicht die Strken der Region fr ltere Menschen attraktiv machen? Zustzlich baue der Uni-Standort Witzenhausen neue Unternehmenszweige auf. Quanz setzt sich fr eine strkere Auftragsvergabe im Werra-Meiner-Kreis ein. Er will darauf hinwirken, dass die E.ON-Stromtrasse unterirdisch verlegt wird. Quanz spricht sich fr den schnellstmglichen Weiterbau der A 44 aus.Die hohe Verschuldung Hessens schreibt Quanz der Koch-Regierung zu. Neuverschuldungen verhinderten weitere Gestaltungsmglichkeiten.

Erfurt vertritt die Auffassung, dass eine Autobahntrasse fr die Region kontra-indiziert ist. Ihre Partei steht fr Umgehungsstraen und einen sensiblen Umgang mit der lndlichen Region. Die Notwendigkeit der E.ON-Stromtrasse stellt Erfurt ebenfalls in Frage. Falls diese doch verlegt werden soll, bevorzugen die Grnen die Erdverlegung.Ein groes Potenzial fr die heimische Wirtschaft sieht Erfurth in der Umwelt-Technologie als Zukunftsmarkt. Hier wrden auch die meisten Arbeitspltze geschaffen. Video-berwachungen wrden keine Gewalttaten verhindern, sondern nur die Strafverfolgung erleichtern. Sie wendet sich gegen einen berwachungsstaat. Erfurth beklagt, dass es in Hessen keinen Jugendhaftanstalt mehr gbe. Bei einer 80-prozentigen Rckfallquote im Jugendstrafvollzug pldiert sie fr mehr Resozialisierungsmanahmen und wendet sich gegen Hilfs-Sheriffs mit Pfefferspray. Polizeidienst soll in den Hnden von Profis bleiben. Auerdem: Nein zu Studiengebhren.

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