„Ein Stern, an dem man sich orientieren kann“

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(V.li.) Eva Maschinski (Koordinatorin ambulanter Hospizdienst Alpha) und Landrat Bernhardt Reuter mit den neuen Trägerinnen und Trägern der Ehrenamtskarte Brigitte Tegtmeyer, Silvia Brübach, Birgit Kampf, Anne Fiege, Manfred Herbst, Christa Herbst, Delia Rieser, Johanna Goldbach, Marianne Görnandt, Regina Tabel, Ulrike Ottweiler und Margit Kaulitz. Foto: Simon

Hann. Münden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes Alpha erhielten eine Auszeichnung vom Landrat.

Hann. Münden. Voll des Lobes zeigte sich in der vergangenen Woche Landrat Bernhard Reuter, als er 13 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes Alpha je eine Ehrenamtskarte überreichte. "Sie sorgen dafür, dass Menschen, die vom Tode gezeichnet sind, eine gute Begleitung haben. Ihr ehrenamtliches Engagement ist bewundernswert. Er ist ein Stern, an dem man sich orientieren kann", sagte Reuter. Die Ehrenamtskarte räumt seinem Träger viele Vergünstigungen ein, so zum Beispiel der Nachlass bei Eintrittspreisen. Doch das ist nicht der Hauptgrund, warum sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizdienstes so über die Anerkennung freuten: "Es ist die Tatsache, dass unsere Arbeit öffentlich gewürdigt wird und trägt dazu bei die Öffentlichkeit über unser Angebot zu informieren", lautete der Tenor der Gruppe. Der ambulante Hospizdienst Alpha begleitet seit 22 Jahren Sterbende und deren Angehörige in den letzten Stunden, besucht sie Zuhause, in Heimen oder Krankenhäusern. Und das kostenlos und ohne irgendwelche religiöse Hintergedanken. "Wir nehmen den Menschen die Angst vor dem Sterben, erhalten dafür viel Dankbarkeit, können aber auch selbst eine Menge erfahren. Man hat das Gefühl etwas für die Menschen zu tun, etwas sinnvolles mit seiner Freizeit anzufangen. Ich zum Beispiel habe dadurch näher zum christlichen Glauben gefunden", erklärt Manfred Herbst. Trauerbegleitung sei stets unterschiedlich, manche stünden es selbst durch, andere wiederum bräuchten Unterstützung: "Der Tod hat tausend Gesichter", erklärt Marianne Görnandt. Auch Angehörige kämen mit den Erlebnissen nicht immer klar, würden sich dann monatlich beim Trauer-Café in der Ziegelstraße 16, dem Sitz des Hospizdienstes Alpha, treffen. Auch in Gesprächskreisen könnten sich die Leidtragenden öffnen und über intime Dinge sprechen. Das Engagement der Einrichtung geht aber weiter. "So wird zum Beispiel seit 2008 ambulante Kinderhospizarbeit mit dem stationären Kinderhospiz Löwenherz geleistet oder seit 2010 Krebskranke in der Palliativstation des NZN besucht. Außerdem kooperieren wir auch mit pädagogischen Einrichtungen, wie der Grundschule Hermannshagen", informiert Koordinatorin Eva Maschinski. "Unsere Aufgaben sind vielfältig. Es geht im Kern darum das Tabu Tod zu brechen." Weitere Informationen zur Alpha-Beratungsstelle erhalten Sie unter S 05541-981919 oder im Internet auf www.beratungsstelle-alpha.org

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